Forchheim
Gedenken

Forchheim erhält vier weitere Stolpersteine für deportierte Juden

In Forchheim werden im Juli weitere vier Stolpersteine zur Erinnerung an frühere jüdische Mitbürger verlegt.
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Der Künstler Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine .  Foto: Ronald Heck
Der Künstler Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine . Foto: Ronald Heck

Am Donnerstag, 4. Juli, werden vier weitere Stolpersteine für deportierte und ermordete Forchheimer Juden verlegt. Und zwar um 11 Uhr vor dem Eingang Nürnbergerstraße 2 (vor Eingang Schuhgeschäft) für folgende zwei Personen: Julius Moritz Prager, Jg. 1895, im Ersten Weltkrieg als Soldat für Deutschland schwer verwundet (er hat ein Bein verloren), Schuhhändler, am 23. März 1942 deportiert nach Izbica.

Sera Rosenbaum, geb. Prager, Jg. 1888, die jüngere Schwester von Julius Prager, ebenfalls am 23. März 1942 nach Izbica deportiert. Danach, circa 11.30 Uhr, werden vor dem Eingang Hornschuchallee 4 Steine verlegt für: Sofie Kotz, geb. Sara Sternberg (sie war vor der Ehe mit Johann Kotz zum katholischen Glauben konvertiert), verwitwete Brückner, Jg. 1860, am 17. Januar 1944 im Alter von 83 Jahren als letzte in Forchheim lebende Jüdin nach Theresienstadt deportiert (Todestag vermutlich 13. Oktober 1944).

Rosa Tiesler, geb. Becker, Jg. 1875, im Alter von 26 Jahren zum evangelischen Glauben konvertiert, am 24. April 1942 nach Krasnystaw deportiert.

Bereits um 10 Uhr am 4. Juli, also vor der Verlegung, hat das Herder-Gymnasium Forchheim eine Gedenkveranstaltung im Kulturraum St. Gereon mit Musik und Beiträgen zum Leben der Ermordeten organisiert.

Nachdem im Februar 2018 für Emma Rosalie Braun, Ilse Cilly Israel, Gottlieb Braun und Rosa Braun die ersten vier Steine verlegt worden waren, wird damit in dieser Weise acht der 14 von den Nazis ermordeten Forchheimer Juden gedacht.

Organisiert wird die Verlegung wieder vom Netzwerk für Respekt und Toleranz aus den Forchheimer Bündnissen "Bunt statt Braun" und "Büg-Ex" sowie den evangelischen und katholischen Gemeinden Forchheims in Zusammenarbeit mit der Stadt Forchheim.

Verlegt werden die Steine von dem Künstler Gunter Demnig selbst, der das Projekt Stolpersteine 1992 ins Leben rief. Stolpersteine liegen außer in Deutschland noch in 23 europäischen Ländern. Sie sind das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

Schüler des Herder-Gymnasiums werden bei der Verlegung den persönlichen Hintergrund der Ermordeten vortragen. Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) ist Schirmherr der Aktion.

Spenden für die Verlegung der Stolpersteine sind willkommen an: Bunt statt Braun Forchheim Sparkasse Forchheim, IBAN: DE56 7635 1040 0020 5237 67

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