Forchheim
Bauarbeiten

Forchheim: Das Gerüst wird deutlich teurer - Verzögerungen wegen archäologischer Funde

Die Mitglieder des Kreis-Bauausschusses segneten die Mehrkosten für den Gerüstbau am Landratsamt-Neubau in Forchheim eab. Ursache war eine Verzögerung durch archäologische Grabungen.
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Das Gerüst für den Bauteil D des Landratsamtes wird deutlich teurer als ursprünglich geplant.  Foto: Josef Hofbauer
Das Gerüst für den Bauteil D des Landratsamtes wird deutlich teurer als ursprünglich geplant. Foto: Josef Hofbauer

Fast 25 000 Euro kosten den Landkreis Forchheim die archäologischen Grabungen am Standort des neuen Landratsamtsgebäudes am Streckerplatz. Gefunden wurden unter anderem Keramikscherben von Kochtöpfen aus dem frühen neunten Jahrhundert. Insgesamt gab es rund 200 Funde, die von den Archäologen zu beurteilen waren.

Allerdings verzögerten sich dadurch die Bauarbeiten am neuen Gebäudetrakt um gut ein halbes Jahr. Die Folge: Die Firma Kircheis aus Raschau-Langenberg (Erzgebirge) sah sich nicht mehr in der Lage die Gerüstbau-Arbeiten zu übernehmen. Das Unternehmen habe zu diesem Zeitpunkt keine Kapazitäten frei, argumentierte der Firmenchef und bat um Auflösung des Vertrages.

Keine Kapazitäten frei für Gerüst in Forchheim

"Da die Rohbaufirma bereits das Keller- und das Erdgeschoß fertig gestellt hatte und die Hochbau-Arbeiten anstanden, war Eile geboten", informierte Kreisbaumeister Andreas Neuner. Verhandlungen mit den Firmen Jawurek (Stegaurach) und Söll (Neusäß bei Augsburg), die bei der ursprünglichen Ausschreibung auf den Plätzen zwei und drei gelandet waren, verliefen jeweils ergebnislos. Auch sie hatten zum gewünschten Zeitpunkt keine Kapazitäten frei.

"Auf Grund der fortgeschrittenen Baumaßnahme musste jedoch unverzüglich gehandelt werden", beschriebt Kreisbaumeister Neuner die Situation. Um die weiteren Arbeiten am Bauteil D des Landratsamtes nicht zu gefährden, habe sich Geschäftsbereichsleiter Reinhold Göller gezwungen gesehen, den Auftrag im Rahmen einer dringlichen Anordnung zu vergeben.

Den Auftrag erhielt die Firma Feig aus Ingolstadt. Allerdings zu deutlich teureren Konditionen. Statt der ursprünglichen 51 231 Euro kostet das Gerüst für den Neubau nun 74 967 Euro. "Dass durch die Verzögerung Mehrkosten entstehen, war klar", schob Neuner hinterher. Die Zusatzkosten sollen so weit wie möglich durch einen höhere Förderung kompensiert werden. Ein entsprechender Antrag wurde gestellt.

Überblick verschaffen

Kreisrat Edwin Dippacher (CSU) zeigte Verständnis für die dringliche Anordnung, verlangte aber nach einer Auflistung sämtlicher Mehrkosten, die aus der Dauer der archäologischen Grabungen resultierten. "Nur so haben wir einen Überblick, was uns die ganze Sache kostet", so Dippacher. Seitens der Verwaltung hieß es, diese Kosten würden derzeit zusammengetragen. Leider lägen aber noch nicht alle Einzelposten vor. Die Mitglieder des Bau- und Verkehrsausschusses sollen umgehend über sämtliche Mehrkosten am Bau des Landratsamtsgebäudes Bauteil D informiert werden. Ein Zeitpunkt wurde nicht genannt.

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