VON Michael Memmel

Klaus Weigand ist ein Geistlicher der besonderen Art. An Fasching hält der Pfarrer von St. Josef Buckenhofen gerne mal eine launige Büttenrede, in seiner Wohnung hat er ständige Gesellschaft von einem sprechenden Papagei, und wenn er Bekannte zum Mittagessen einlädt, dann zaubert selbstverständlich er den leckeren Braten auf den Tisch. Nun hat Weigand an Wetten Geschmack gefunden.
Vor dem Pfarrgemeindefest im Juli animierte der Hirte seine Schäfchen zum Spenden für die Sanierung des Kinderhauses St. Josef. Sein Angebot: Er führt den Martinsumzug am 11. November auf einem Pferd an - vorausgesetzt, es kommen keine 500 Euro zusammen. Das wollten die Gläubigen mit eigenen Augen sehen und füllten ein blaues Sparschwein mit annähernd 1000 Euro. Doch noch bevor er seinen Einsatz einlösen kann, fordert Weigand seine Buckenhofener erneut heraus. Er wettet, dass es die Kerwasburschen nicht schaffen werden, 1500 Euro für die Sanierung der Kirchenorgel bis zum Ende der Kirchweih am Montag, 10. September, zu sammeln. Ein stolzer Betrag! Aber sein Einsatz hält dem die Waage: "Sollte Pfarrer Weigand seine Wette verlieren wird ihm nach dem "Betzenaustanzen" ein neuer Haarschnitt im Stil der ‚Irokesen' verpasst", heißt es im Pfarrbrief. Kommen die 1500 Euro nicht zusammen, müssen die Burschen den Pfarrer in einer Sänfte durch den Ort tragen.
Wenn das so weitergeht, kann Weigand bald Nachhilfestunden für Markus Lanz geben. Oder der Geistliche tritt gleich selbst die Gottschalk-Nachfolge bei "Wetten dass..?" an.