Mit dem Nachbarshund, dem Finanzamt. Dass mir aber ausgerechnet meine Waschmaschine den Krieg erklärt hat, das macht mich schon ein wenig fertig.
Ein ganz normaler Nachmittag. Am relativ blauen Himmel zeichnen sich vereinzelt graue Wölkchen ab. (Hätte ich diese Warnung ernstnehmen sollen?) Ich schalte die Kurzwäsche in unserem kleinen Studentenbad ein. 37 Minuten, dann nur noch schleudern. Denkste! Dass ich mit dem Start des Waschgangs die Tür geschlossen habe, war wahrscheinlich der größte Fehler meines Lebens. Als Waschi in den Schleudergang taumelt, höre ich von außen nur noch Scheppern und Klappern. Ich will die Tür aufmachen. Fehlanzeige! Waschi ist bis vor die Tür gehüpft und verwehrt mir den Eintritt. Ein Rachezug, weil sie vom restlichen Geschehen in der Wohnung ausgeschlossen wurde? Panik! Ab sofort für jedes Händewaschen, für jeden Toilettengang zum Nachbarn rennen? Luxus-Shampoo und Kuschel-Bademantel für immer weggesperrt? Geduldig warte ich bis die erdbebengleichen Erschütterungen ausklingen. Meine Chance! Waschi ist wieder ein paar Schritte zurückgehüpft. Ich schnappe mir das dünne Metallrohr des Küchenpapierhalters und drücke durch einen kleinen Schlitz den Koloss von der Tür weg. Dass dabei der Auswahlknopf abgedrückt wurde, war mir in dem Moment ziemlich egal.
Wenige Sekunden und drei aufgeschürfte Finger später reiße ich die Tür zum Badezimmer auf. Schuldbewusst und gleichzeitig schadenfroh steht Waschi wieder in der Ecke und pfeift fröhlich - wie nach jedem Waschgang - die Melodie zu Jingle Bells, die heute ihre Siegerhymne ist. Rache folgt!