VON Winfried Müller

Farben sind so eine Sache. Schon Altmeister Goethe hat sich damit ja eingehend beschäftigt und auch in der Jetztzeit spielen sie ein beträchtliche Rolle. Etwa bei den Autos. Besser gesagt, ihr Nichtvorhandensein.
Fährt man jeden Morgen zur Arbeit, dann wird einem das evident vor Augen geführt. Haufenweise sind dunkle Karossen unterwegs. So die Sorten anthrazit, schwarz und so. Loriot hätte wohl von einem Braungrüngrau mit einem Stich ins Asphaltfarbene gesprochen.
Der Sinn für kräftige Lackierungen ist den Designern ziemlich abhanden gekommen. Ein sattes Rot, ein kräftiges Blau sind nicht eben häufig zu sehen.
Nun soll hier nicht ein wehklagender Nachruf auf die farbenklecksige Flower-Power-Ära gehalten werden. Aber so ein paar Leuchtpunkte wären ganz nett.
Immerhin: Vor mir fuhr ein orange/ocker/gelbfarbenes Auto einher. Erfrischend. Und meine Ahnung bestätigte sich: Am Steuer saß eine junge Frau.