Pretzfeld
Holz

Filetstücke aus Frankens Wäldern

Die Waldbesitzervereinigung Pretzfeld veräußert eine Auswahl besonders wertvoller Stämme. Die Interessenten kommen aus dem gesamten Bundesgebiet.
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Foto: Fotol
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Pünktlich um zehn Uhr wurde gestern der Briefkasten der Waldbesitzervereinigung in Pretzfeld kontrolliert, ob nicht doch noch ein letztes Angebot für den Verkauf von Laubwertholz eingegangenen ist. Der Fachausdruck für dieses Verfahren lautet "Submission". Dann begannen Lorenz Hochhauser, Katharina Löw und Matthias Burkhardt mit dem Öffnen und Dokumentieren der Umschläge.

Die jungen Leute sind Anwärter verschiedener Forstbetriebe und hatten sich dazu bereit erklärt, die Ausschreibung zu unterstützen. Michael Kreppel, Forstdirektor beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, ist auch Berater der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken (FVO), weshalb er deren Geschäftsführer Matthias Holzmann und den Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV), Matthias Koch, bei dieser Aktion unterstützt.
"Die Submission für Laubwertholz wurde von zwei Revierleitern hier in Pretzfeld vor etwa 20 Jahren ins Leben gerufen", berichtete Matthias Koch. Hier und in Banz sei das Holz gelagert worden. Mittlerweile organisiert die WBV die Verlosung. Das Holz wird zentral in Strullendorf nahe der Autobahn gelagert.


Künstler und Schreiner

Aus ganz Deutschland kommen Angebote für das hochwertige, fränkische Holz. "Das sind die Filetstücke des Waldes", schwärmte Matthias Holzmann. Und Michael Kreppel zeigte Umschläge aus Bochum, dem Erzgebirge, Lohr am Main, Aschaffenburg, Donauwörth, Stefanskirchen und aus der Region. Bei den Interessenten handelt es sich um Holzeinkäufer von Furnierwerken, Schreinereien, Musikinstrumentenbauer, Künstler - aber auch Privatpersonen wurden im Internet darüber informiert, wo das hochwertige Laubholz liegt.
In Listen waren Losnummer, Baumart, Länge und Durchschnitt angegeben. Hier konnten die Interessenten ihr Angebot eintragen und an die WBV Pretzfeld schicken.


Wertvoller Tipp vom Förster

Gestern um zehn Uhr wurden die Angebote in eine Datenbank übertragen. Bis zum Abend wurden die Einkäufer mit dem höchsten Angebot informiert, dass sie den Zuschlag erhalten haben. "Wir sind schon gespannt, was in diesem Jahr die Braut ist", sagte Kreppel. Als "Braut" wird der Stamm bezeichnet, der am teuersten verkauft wird.
Holzmann erinnerte an die Braut des vergangenen Jahres und brachte damit auch Kreppel zum Lachen: "Ja, da kam ein Förster zufällig bei einem Bauern vorbei, bei dem eine wunderschöne Ulme lag. Auf Anfrage erfuhr er, dass die Brennholz werden sollte. Der Förster wies auf die Wertigkeit der Ulme hin, die dann hier verlost wurde und 700 Euro gebracht hat."


Nadelholz aus der Heimat

Deshalb rät Matthias Koch Waldbesitzern, sich vom WBV beraten lassen, wenn sie unsicher sind, was ihr Holz wert ist.
In diesem Jahr wurden 423 Stämme verschiedener Baumarten wie Aspe, Bergahorn, Birke, Schwarzerle, Spitzahorn, Ulme, Vogelkirsche oder Wildbirne angeboten. Die Bäume stammen von den Mitgliedern der WBV Oberfranken und von zwei aus Mittelfranken. Nadelholz aus Franken wird am kommenden Dienstag in Litzendorf versteigert. "Da geht es dann hoch her. Erst gibt es ein Anfangsangebot, das immer um fünf Euro erhöht wird. Die Einkäufer können mitbieten, bis der letzte übrig bleibt und den Zuschlag bekommt", sagte Michael Kreppel.

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