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FFW Kappel bestückt ersteigertes Feuerwehrauto selbst

140 Jahre FFW Kappel mit Fahrzeugweihe gab es im Hiltpoltsteiner Gemeindeteil zu feiern. Das Feuerwehrauto war ersteigert worden.
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Pfarrer Jacek Kikut segnet das neue Feuerwehrauto und den Zeltanhänger (l.). Foto: Petra Malbrich
Pfarrer Jacek Kikut segnet das neue Feuerwehrauto und den Zeltanhänger (l.). Foto: Petra Malbrich
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Mit dem Feuerwehrauto, das frisch poliert und mit Blumengirlanden geschmückt in der Sonne glänzt, hat es etwas Besonderes auf sich. Fast ist stellvertretender Landrat Otto Siebenhaar (FW) ein wenig neidisch auf die Hiltpoltsteiner Bürgermeisterin Gisela Bauer-Schulze (BfH), denn deren Kappeler Feuerwehrleute haben, um der Kommune Geld zu sparen, kurzerhand ein Feuerwehrauto ersteigert.

"Wir haben ein neues Feuerwehrauto mit einem 600-Liter-Wassertank und einer neuen Heckpumpe zu einem günstigeren Preis erhalten als eine neue Pumpe kosten würde", sagte Kommandant Georg Körber in seiner Ansprache. Das Manko an der Geschichte: Das Feuerwehrauto war komplett leergeräumt. Jedes Regal, jede Halterung musste aus dem alten Auto der Kappler Wehr ausgebaut und ins neue eingebaut werden.


Viel Geduld notwendig

"Es war viel Geduld und Zeit notwendig, doch es ist uns gelungen", lobte Körber. In zwei Wochen und 300 Arbeitsstunden war das Auto auf Vordermann gebracht worden. "Ich möchte mich deshalb bei den Zehn- bis über 70-Jährigen für ihr Mitwirken bedanken", sagte Körber, "besonders auch beim Vorsitzenden Karl Vogel." Der hatte nicht nur seine Werkstatt und das Material zur Verfügung gestellt, sondern auch ein Brotzeit.

Körber ließ die Geschichte der Feuerwehr in Kappel Revue passieren. Vor 140 Jahren wurde die Wehr von acht Männern aus Kappel gegründet. Der Stand heute: 55 Aktive, 41 passive Mitglieder, eine Frau, 14 ausgebildete Atemgeräteschutzträger und weitere vier, die dieser Ausbildung gerade machen, betonte Körber.

Zum 95. Gründungsfest war das erste TS8-Fahrzeug (Tragkraftspritze) angeschafft und 1990 durch ein Fahrzeug mit Atemschutz ersetzt worden. Und nun kam das gebrauchte Fahrzeug, dem keine Spuren des Alters anzusehen sind.

Im gleichen Zug mit der Ersteigerung des jetzigen Autos wurde der alte Hänger zum Zeltanhänger umgebaut. Auch dieser wurde am Jubiläumsfest geweiht. Die Firma "Car Design" von Wolfgang Putz hat bei den Fahrzeugen die Kosten für die Lackierung übernommen.

Zur Feierstunde am Feuerwehrhaus kamen etliche Vertreter der Wehren aus der Marktgemeinde und aus den Nachbargemeinden. "140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kappel" steht als Schriftzug auf einer selbstgebackenen Sahnetorte. Die Bürgermeisterin durfte die Torte anschneiden. "Es gibt mehrere Gründe, der Kappler Wehr zu gratulieren", sagte Bauer stolz. Die Mannschaftsstärke, die Atemschutztruppe, der Feuerwehrnachwuchs, der mit sehr guten Prüfungsergebnissen auf sich aufmerksam macht, das gut ausgestattete Auto und der ausgeprägte Gemeinschaftssinn der Feuerwehrleute zählte Bauer auf. Sie dankte für das Engagement und beteuerte, dass eine Kommune den Brandschutz nur dann gewährleisten könne, wenn es genug Ehrenamtliche gebe wie bei der Feuerwehr in Kappel, zu der auch Kemmathen, Großenohe und Almos gehören. "Hier muss es uns um die Zukunft nicht bange sein", betonte stellvertretender Landrat Otto Siebenhaar.

Pfarrer Jacek Kikut zeigte in seiner Predigt auf, dass die Feuerwehrleute Gottes Gehilfen seien, die Gefahren ausgesetzt, sich aber darauf verlassen könnten, von Gott getragen zu werden. "Gott lässt seine Mitarbeiter nicht im Stich", sagte Kikut, bevor er die Fahrzeuge und vor allem die Menschen, die mit diesen Fahrzeugen ihren Dienst verrichten, segnete.

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