Forchheim

Feurige Flamenco-Tänze in Forchheimer Kapelle

Das Trio Gazpacho hat sich nach einer spanischen Delikatesse benannt. In St. Gereon zeigen die Nürnberger auch auf der Bühne sehr Bekömmliches.
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Flamenco-Tänzerin Andrea Grüner und Gitarrist Klaus Jäckle in St. Gereon Fotos: Lengenfelder
Flamenco-Tänzerin Andrea Grüner und Gitarrist Klaus Jäckle in St. Gereon Fotos: Lengenfelder
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Wenn eine feurige Flamenco-Tänzerin die Kastagnetten zu Fagott und Gitarre schwingt und dabei Musik von Mozart erklingt, dann kann da nur Gazpacho dabei herauskommen. Zumindest, wenn es nach dem Willen eines Künstlertrios gleichen Namens aus Nürnberg geht.

Was haben Mozart, Flamenco und die spanische Gemüsesuppe gemeinsam? Diese Frage stellten sich wohl auch viele der Besucher, die am Samstag in die St.Gereon-Kapelle gekommen waren. Sie ließen sich auch vom DFB-Pokalfinale und dem Triple-Kampf des FC Bayern nicht von dem etwas anderen Konzertbesuch abhalten. Die Kapelle war deshalb bis auf den letzten Platz gefüllt.

"Wir finden, dass Gazpacho ein schöner Name für uns ist", sagte Flamenco-Tänzerin Andrea Grüner. Sie tanzte an diesem musikalischen Abend nicht nur, sondern schwang auch rhythmisch die Kastagnetten.

Ein Großer an der Gitarre

Das Künstlertrio hat sich selbst nach einer kalten, spanischen Gemüsesuppe benannt, die sich vor allem durch eine wilde Mischung ihrer Zutaten auszeichnet.

Und ebenso vielseitig wie ihr kulinarisches Pendant, wollte sich auch Gazpacho dem Forchheimer Publikum präsentieren. Ohne großes Orchester und mit einigen Stücken, zu denen die Komponisten aus verschiedenen Ländern ursprünglich wohl keine Kastagnetten als Begleitung im Sinn hatten, setzten die Nürnberger Künstler eigene Akzente. Unterstützt wurde Grüner von Wolfgang Pessler am Fagott, der unter anderem auch Mitglied bei den Nürnberger Philharmonikern ist. Die Gitarre zupfte derweil Klaus Jäckle, der als einer der besten Gitarristen Deutschlands gilt.

Das Zusammenspiel der drei Instrumente wechselte sich ab mit Solo-Interpretationen von Fagott und Gitarre und mündete in feurigen Flamenco-Tanzeinlagen, die den Raum zum Beben brachten.

Die Freude der drei Musiker ging dabei auch auf das Publikum über. Die Zuschauer lernten, dass die Handlung der Oper "Die Hochzeit des Figaro" von Mozart auch eine Art Gazpacho ist: ein verwirrendes Durcheinander an Leidenschaften und Intrigen. Besonders stürmischen Applaus in Forchheim entfachte Jäckle an der klassischen Gitarre, der unter anderem durch seine fesselnde Interpretation von "Asturias" von Isaac Albeniz seine brillante Fingertechnik unter Beweis stellte. Besonders während seiner Solo-Auftritte wurde die Vielseitigkeit des Gitarristen offenbar.

Virtuoses Spiel

Grüner, die während des Konzerts einige Male das Kostüm wechselte, beeindruckte dagegen mit ausdrucksvollem Tanz, unter anderem zur Musik aus "Carmen", der berühmten Oper von Georges Bizet. Ein Fagott als Solo-Instrument bekommt man nicht alle Tage zu hören.

Umso erfreulicher ist es, dass Pessler sein virtuoses Spiel, unterstützt von Kastagnetten, bei dem munteren Stück "Strimpellata" ausleben konnte.

Auch dem Publikum ist die Delikatesse offenbar gut bekommen. Am Schluss entfachte der Auftritt von Gazpacho in St. Gereon begeisterten Applaus.

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