Effeltrich
Gemeinderat

Feuerwehr und Trachtenverein in Effeltrich haben Raumprobleme

In der Gemeinderatssitzung in Effeltrich kamen Vertreter der Feuerwehr und des Trachtenvereins zu Wort. Sie brauchen mehr Platz.
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Die beiden Vertreter des Trachtenvereins,  Inge Kropf und Hans Pinzel  Foto: Martin Haensel
Die beiden Vertreter des Trachtenvereins, Inge Kropf und Hans Pinzel Foto: Martin Haensel
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Braucht die FFW Effeltrich ein neues Gerätehaus? Wo findet sich Raum für die Schätze des Trachtenvereins? Soll das 850-jährige Bestehen des Ortes gefeiert werden? Mit diesen Fragen hat sich der Gemeinderat auseinandergesetzt.

Feuerwehrkommandant Bernd Malter und sein Stellvertreter Thomas Heumann waren zu der Sitzung geladen. Malter unterbreitete den Räten einen Vorschlag zur Budgetierung der Finanzmittel für die Feuerwehr: Der Einrichtung solle ein Jahresbudget von 12.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Diese Gelder sollen für Neuanschaffungen, Instandhaltung und Wartung verwendet werden; wofür genau, würde jeweils der Vorstand entscheiden. Ein Drittel des Budgets sollte in das nächste Jahr übernommen werden können. Im Turnus von drei Jahren wäre die Vereinbarung zu überprüfen und die Budgetsumme anzupassen. Der Kommandant wies auf die Vorteile dieser Regelung hin: Gemeinderat und Verwaltung würden arbeitsmäßig entlastet; die Feuerwehr könnte schneller handeln und verfügte über eine längerfristige Planungsgrundlage; außerdem würde sie zum wirtschaftlichen Handeln gezwungen. Die Räte reagierten zustimmend auf den Vorschlag. Um die bekannten Budgetausnutzungen zu vermeiden, seien jeweils zum Jahresende Informationen darüber wünschenswert, wofür das Geld ausgegeben worden sei. Bürgermeisterin Kathrin Heimann (DEL) bat die ebenfalls anwesende Kämmerin Christine Keusch, für die nächste Sitzung eine Beschlussvorlage vorzubereiten.

38 Aktive

Der Zweite Kommandant Thomas Heumann schilderte die Situation der Feuerwehr: Zurzeit gibt es 38 Aktive. Dazu kommen vier Nachwuchskräfte unter 18 Jahren. 2018 rückte die FFW zu 38 Einsätzen aus und absolvierte Fortbildungslehrgänge. Kontakte zum Kindergarten und zur Schule wurden aufgebaut, denn die Jugendarbeit soll gestärkt und die Brandschutzfrüherziehung verbessert werden. Im Ort gibt es 141 Hydranten; sie müssen überprüft und wenn nötig repariert werden. Doch liegt auch einiges im Argen: Das 1983 erbaute Gerätehaus, in dem zwei Fahrzeuge und außerdem noch die Spinde der Feuerwehrler untergebracht sind, ist eigentlich viel zu klein. Der Sicherheitsabstand zwischen den Spinden und den Fahrzeugen wird nicht eingehalten; es gibt weder getrennte Umkleideräume noch getrennte Toiletten für die männlichen und die weiblichen Mitglieder der Feuerwehr, nicht genug Platz für einen Schulungs- und einen Jugendraum, für ein Lager, für die Schlauchpflege und für die Reinigung der Schutzkleidung. Auf den fehlenden Übungshof und die Verkehrsprobleme durch die Lage an der Baiersdorfer Straße wolle er gar nicht weiter eingehen, sagte Thomas Heumann. Sein Anliegen sei, darauf aufmerksam zu machen, dass ein Konzept für den Neubau eines Gerätehauses erarbeitet werden müsse. Mittelfristig, also etwa in der nächsten Legislaturperiode, sollte das dann Wirklichkeit werden.

Raumproblem des Trachtenvereins

Anschließend erhielt die Vorsitzende des Trachtenvereins, Inge Kropf, das Wort. Sie und Hans Pinzel, der Zweite Vorsitzende, waren in Tracht gekommen, um den Räten anschaulich und eindringlich in Erinnerung zu bringen, dass auch der Trachtenverein mit einem Raumproblem zu kämpfen habe. Es gibt circa 60 Quadratmeter Schränke, gefüllt mit kostbaren alten Trachten, die zu den traditionellen Effeltricher Festen getragen werden und auch an Privatleute oder für ein Theaterstück der Schule ausgeliehen werden. Inge Kropf sagte: "Alle im Ort erwarten, dass der Trachtenverein das historische Erbe sorgfältig aufbewahrt. Wenn nun aber, wie von der Verwaltung angekündigt, der bisher benutzte Raum in der Schule nicht mehr zur Verfügung steht, was soll dann mit unseren Schätzen geschehen? Sollen wir sie schreddern oder verschleudern?" Sie führte aus: " Wenn ich nach 40 Jahren Vorsitz im Trachtenverein demnächst mein Amt abgebe, möchte ich sicher sein, dass es nicht zu dieser drastischen Lösung kommt und dass die Gemeinde uns einen neuen Raum beschafft."

Bürgermeisterin Kathrin Heimann stellte klar, dass sie in Bezug auf den Raum in der Schule Entwarnung geben könne. Der erwähnte Brief der Verwaltung sei lediglich im Zusammenhang mit einer langfristigen Schulraumbedarfsplanung zu sehen, wenn auch das Problem an sich bestehen bleibe. Johannes Steinert (CSU/UWG) meinte, eventuell könne doch im umgebauten Rathaus ein Raum für den Trachtenverein gefunden werden. Oswald Werner (CSU/UWG) erinnerte daran, dass man im Zusammenhang mit den Isek-Planungen (Städtebau) von einer Kulturscheune oder einem Haus der Vereine auf dem Grundstück hinter dem Rathaus gesprochen habe. Aber kann sich die Gemeinde den Bau eines Vereinshauses leisten? Norbert Giersch (FW) meinte, man müsse herausfinden, ob es eventuell staatliche Zuschüsse für die Unterbringung von Vereinen gebe. Außerdem sei zu prüfen, wie viel Fläche beziehungsweise Räume dafür gebraucht würden. Um beides will sich die Bürgermeisterin kümmern. Der Gemeinderatsbeschluss, der diese Absichten untermauert, fiel einstimmig aus.

Ortsjubiläum

2025 wird die Gemeinde Effeltrich 850 Jahre alt. Soll dazu ein großes Fest veranstaltet werden, mit vielen Einzelereignissen und einer Chronik? Im Gemeinderat waren die Meinungen geteilt. Diejenigen, die die Feier für überflüssig hielten, wiesen vor allem auf die hohen Kosten und den immensen Zeit- und Arbeitsaufwand hin. Die Befürworter meinten, 850 Jahre seien durchaus ein Grund zum Feiern. Außerdem werde dadurch das Gemeinschaftsgefühl in der Gemeinde gestärkt. Oswald Werner gab zu bedenken, dass so ein Jubiläum nur gelingen könne, wenn die Gemeinde und die Vereine zusammenarbeiteten. Er schlug vor, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die sich erste Gedanken mache, wie eine solche Feier ablaufen könnte. Dann zeige sich auch, ob es im Ort genügend Leute gebe, die mitmachen würden. Die Bürgermeisterin kündigte an, dass sie Personen aus den Nachbargemeinden Poxdorf, Kersbach und Pinzberg einladen wolle, die bereits ein Jubiläum gefeiert hätten. In der nächsten Sitzung werde sie darüber berichten. Erst dann soll entschieden werden, ob 2025 gefeiert wird oder nicht.

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