Ebermannstadt
Etzerla-Festival

Festival-Besucher kämpfen für den Feuerstein

Die Landvolkshochschule Feuerstein ist im Umbruch. Ein Festival versuchte die Bedrohung als Chance zu begreifen.
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Die Besucher waren auf den Feuerstein gekommen, um die Werte der Zukunft zu beschwören. Foto: Schwind
Die Besucher waren auf den Feuerstein gekommen, um die Werte der Zukunft zu beschwören. Foto: Schwind

Kinder lachten, spielten und tobten herum. Erwachsene genossen bei strahlendem Sonnenschein und guter Musik Leckereien wie den Feuersteinburger und führten nette Gespräche. "Das Etzerla-Festival war ein voller Erfolg. Es war ein wunderschönes Ereignis und das Organisationsteam stand am Ende noch zusammen und war zufrieden", meinte Thomas Lang, der Leiter der Katholischen Landvolkshochschule am Feuerstein.

Er und sein Team sind vorbereitet für den Neuanfang: "Etzerla is es so weit." Nötig ist das, weil sich die Erzdiözese Bamberg in etwa zwei Jahren vom Feuerstein zurückziehen will. "Danke, dass ich das inakzeptable Verhalten der Erzdiözese nicht erklären muss, sondern den Blick in die Zukunft lenken darf", meinte auch Landvolkseelsorger Ewald Thoma in seinem Grußwort und forderte die Gäste auf, dem Feuerstein treu zu bleiben. Der CSU-Landtagsabgeordnete Michael Hofmann hatte sogar die Idee, dass man eine Unterschriftenaktion starten könne. Und Thomas Lang meinte, dass, egal ob die Kirche weiter unterstützen werde oder nicht, der christliche Grundgedanke und seine Werte immer Mittelpunkt am Feuerstein sein werden.

Er erzählte, dass er von verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Regionen darauf angesprochen worden war, dass man "Etzerla" bei dem einen so, bei dem anderen anders schreibe. "Selbst bei uns in Franken gibt es unterschiedliche Kulturen", meinte Lang.

Aufforderung, stolz zu sein

Landrat Hermann Ulm (CSU) fand den Begriff "genial", denn er sei typisch fränkisch, weise aber gleichzeitig in eine gute Zukunft voller Tatendrang: "Und diese Kombination macht den Feuerstein aus." Ebermannstadts Erste Bürgermeisterin Christiane Meyer ging kurz auf Projekte ein, die den Ländlichen Raum stärken sollen und meinte, dass es noch einen weiteren Aspekt für die Entwicklung der Region gebe: Toleranz. Man solle weg von "nah, des wird nix" und hin zu "schau mer uns des amal an, des wird sicher gut". Die Bürgermeisterin forderte die Gäste auf, stolz auf die eigene Heimat zu sein: "Lassen Sie uns offen sein für Neues, mit Optimismus in die Zukunft gehen und unsere Talente, die wir haben, fördern und unterstützen." Die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum (Grüne) sieht Umbruch als Chance und bewunderte das tolle Energiekonzept am Feuerstein. Der frühere CSU-Bundestagsabgeordnete Josef Göppel hielt einen Vortrag über Regionalentwicklung im Ländlichen Raum und zog Parallelen zwischen seiner Arbeit in Afrika und der Region.

Vier Landtagskandidaten durften bei einer schnellen Befragung die Fragen der Gäste beantworten: Michael Hofmann (CSU), Emmerich Huber (Grüne), Thorsten Glauber (FW) und Atila Karabag (SPD). Auf einer Bank im Grünen genoss Kurt Krottenhammer vor seinem Vortrag den Sonnenschein. Er ist Bürgermeister der Gemeinde Langenegg in Österreich: "Wir haben eine ebenso schöne Region wie hier." Krottenhammer erzählte, dass vor etwa 20 Jahren seiner Gemeinde das dörfliche Leben langsam zu Ende ging, da die jungen Menschen in die Städte zogen. "Wertvolle Menschen erkannten damals, dass etwas getan werden muss", erzählte er.

Wir-Gefühl

Gemeindevertreter seien damals losgegangen, um Firmen anzusprechen, dass sie sich niederließen. Die Gemeinde hat jetzt 1200 Einwohner und 550 Arbeitsplätze. Durch die Steuereinnahmen wurde der Nahverkehr verbessert. "Aber man muss dran bleiben an den positiven Veränderungen", erzählte der Österreicher und schwärmte davon, dass durch die Aktionen ein starkes "Wir"-Gefühl entstand. "Man braucht natürlich viel Ehrenamt für so eine Bewegung", sagte Krottenhammer. Seine Gemeinde war unter anderem Sieger beim Wettbewerb "Europäischer Dorferneuerungspreis".

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