Gräfenberg

Fehlende Zuschüsse sorgen in Gräfenberg für Empörung

Weil die Staatsregierung keine Fördermittel für die Kinderbetreuung locker macht, muss der Nachwuchs in Containern leben.
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Blick auf die Gräfenberger Kita. Dort ist die Krippe untergebracht und dahinter liegt die Skaterplatz der Jugendlichen. Der müsste fürs Provisorium weichen.  Foto: Petra Malbrich
Blick auf die Gräfenberger Kita. Dort ist die Krippe untergebracht und dahinter liegt die Skaterplatz der Jugendlichen. Der müsste fürs Provisorium weichen. Foto: Petra Malbrich

Den Stadträten reicht es. Die bayerische Regierung befiehlt und lässt die Kommunen mit der Ausführung im Regen stehen. "Ich bin entsetzt, dass der Staat die Fördermittel kürzt, obwohl mehr Kinder die Einrichtungen nutzen. Wir sollten einen Protest andenken, da wir keine finanzstarke Kommune sind", meinte Stadträtin Renate Krause (FW) und erhielt Zustimmung von Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD).

Grund für ihren Unmut war die Kinderbetreuungssituation in Gräfenberg und die dafür entfallenen Zuschüsse. Vor gut einem halben Jahr war Martin Hempfling vom Landratsamt in der Sitzung und stellte die Prognose der Gräfenberger Kinderbetreuung vor. "Damals sind wir aus allen Wolken gefallen, nun hat uns die Situation schneller eingeholt, als wir vermutet hatten", sagte Nekolla.

Die Warteliste für Krippenkinder und Kindergartenkinder ist lang. In den Jahren bis 2022 brauchen 50 Kinder einen Platz. Zwei Krippengruppen und eine Kindergartengruppe sind notwendig, um der Warteliste gerecht zu werden. Der Waldkindergarten bringe zwar eine geringe Entlastung, doch die Kinder auf der Warteliste sind für diese Art der Betreuung nicht zu gewinnen. Flächenmäßig dargestellt bedeuten die zusätzlichen Gruppen laut Landratsamt einen Platzbedarf von 400 Quadratmetern. "Die Neubaugebiete und der politischen Willen, landesweit 100 Euro zu gewähren, hat uns auch im Krippenbereich deutlich höhere Anmeldungen beschert", erklärte Nekolla die angespannten Situation nicht nur in Gräfenberg.

Verbindliche Zahlen fehlen

Rasches Handeln und Weitblick seien gefordert, zumal der Freistaat mit der Elternentscheidung Schule oder Kindergarten einen weiteren Korridor geschaffen habe und der Stadt somit verbindliche Zahlen erst im März vorliegen und 2025 die Ganztagesbetreuung verpflichtend eingeführt werden solle. Es nützt alles nichts. "Wir müssen mit der Situation umgehen", meinte Nekolla.

Derzeit sei bereits eine Kindergartengruppe in die Grundschule ausgelagert worden. Ein zusätzlicher Ausstieg durchs Fenster wurde für den Brandfall organisiert und Podeste an den Toiletten organisiert. Bleibt die Planung für die weiteren drei Gruppen. Doch 400 Quadratmeter Platz passt nicht als Anbau an das bestehende Gebäude und wird vom Landratsamt, das bei den Überlegungen mit im Boot ist, nicht befürwortet. Es solle ein familiärer Charakter bleiben. Auch für die Zwischenlösung, der Containerlösung - und das wären 25 bis 29 Container- müsste der Skaterplatz mit einbezogen werden.

Saurer Apfel

Die andere dringendere Frage war die Finanzierung der Container. Mieten oder kaufen? Das Geld für die Miete wäre weg und Zwischenprovisorien werden vom Staat finanziell nicht gefördert. Ein Container kostet ungefähr 20 000 Euro. Die Container jedenfalls könnten von der Mittagsbetreuung weiterbenutzt werden. "Das ist keine freiwillige Geschichte. Das ist von der Rechtsaufsicht vorgegeben", machte Nekolla deutlich und spannte den Bogen weiter. Auch in der Grundschule werde Platz benötigt. "Die Mittagsbetreuung ist schon am Rande der Kapazität. Wir könnten dann ein mit der Mittagsbetreuung und dem Hort gestaffeltes Angebot machen", merkte Nekolla an. Die Folgejahre im Blick zu halten, war Werner Wolf (FW) wichtig. "Der Bedarf ist da. Wir müssen in den sauren Apfel beißen und eventuell auch einen Kauf vorziehen", meinte Wolf. In der Januarsitzung soll entschieden werde, ob die notwendigen Container gekauft oder gemietet werden und wie und wo langfristig gesehen ein Platz für einen weiteren Kindergarten wäre.

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