Fasching

Faschingsumzug in Neunkirchen fast geplatzt: zu viele Auflagen, zu hohe Kosten

Der Neunkirchner Carnevalsverein war so weit, den Faschingsumzug platzen zu lassen. Die Gemeinde springt nun ein und sichert eine gefährliche Stelle.
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Für den Faschingszug in Neunkirchen am Brand gibt es einige Engstellen wie hier am Erleinhofer Tor. Archivfoto: Josef Hofbauer
Für den Faschingszug in Neunkirchen am Brand gibt es einige Engstellen wie hier am Erleinhofer Tor. Archivfoto: Josef Hofbauer

Die närrische Zeit nähert sich dem Höhepunkt und auch der Neunkirchner Carnevalsverein (NCV) steckt tief in den Vorbereitungen für die Prunksitzung und den Faschingsumzug. Nun wurde den Ehrenamtlichen durch eine weitere Auflage des Landratsamts Forchheim die Motivation genommen. "Es gibt inzwischen so viele Auflagen, dass wir keinen Umzug mehr machen, wenn es so weitergeht", gestand Jürgen Schmitt vom NCV nach der Bauausschusssitzung des Marktes Neunkirchen am Brand. "Wenn die Gemeinde nicht unterstützen würde, hätte es heuer schon keinen Umzug mehr gegeben. Das hat der Vorstand beschlossen", gibt NCV-Mitglied Winfried Habel zu. Mit diesem Vorsatz waren die NCVler als Zuschauer in die Sitzung gekommen. Vertreter vom Landratsamt und der Polizei waren kürzlich mit der Verwaltung die geplante Zugstrecke abgefahren und hatten eine gefährliche Stelle gefunden: der Kreuzungsbereich Ecke Raiffeisenstraße/Von-Hirschberg-Straße. Die Sorge: Es könnten Leute in den fahrenden Traktor laufen, wenn dieser dort um die Kurve fährt. "An der Stelle ist doch nichts los", meinte Bürgermeister Heinz Richter (FW) verwundert unter Zustimmung der Zuschauer im kleinen Sitzungssaal. Jedenfalls muss der NCV diese 14 Meter absichern: entweder mit Bauböcken oder mit einem rot-weiß gestreiften Absperrband und zusätzlich dort abgestellten Sicherheitskräften. Woher nehmen und womit bezahlen, war die Sorge des NCV. "Der Faschingsumzug kostet den Verein jedes Mal mindestens 5000 Euro", verriet Peter Hertel aus dem Vorstand nach der Sitzung. Laut NCV-Vorsitzendem Jürgen Schmitt würden die für den Umzug nötigen Musikkapellen nicht umsonst mitlaufen. "Alle anderen Vereine machen das unentgeltlich, obwohl sie ja auch viel Aufwand dafür betreiben. Und darüber sind wir richtig froh, denn sonst könnten wir den Faschingsumzug auch gar nicht machen", betont Schmitt. Die einzige Einnahmequelle seien die Mitgliedsbeiträge und das, was verkauft wird, erläutern die NCVler. Die Einnahmequelle Alkohol beim Faschingsumzug entfällt bereits, das wurde verboten. Die Leute kaufen sich die härteren Getränke vorher im Supermarkt. Die Saalmiete muss auch bezahlt werden. Da bleibt nicht viel Geld für den Verein, der das ganze Jahr über probt, Fortbildungen leistet und die Garden einkleidet.

Immer mehr Auflagen

Und es kommen immer mehr Auflagen. Diesmal kam zwar nur ein kleiner Punkt zu den vielen Vorschriften hinzu. Aber die Narren haben langsam, aber sicher die Nase voll. Security für die 14 Meter Straße an der "gefährlichen" Ecke ist ihnen einfach zu viel. Robert Landwehr (CSU) hatte diese Sorge dem Bauausschuss anvertraut, mit Bitte um Unterstützung durch die Gemeinde. Abgesehen von den hohen Kosten für Sicherheitskräfte habe der NCV momentan alle Hände voll zu tun und kein Personal frei. Auch Bürgermeister Heinz Richter konnte sich über diese Auflage nur wundern und erinnerte sich an die Auflage vor zwei Jahren, als an jeden Ortseingang ein Lastwagen gestellt werden sollte. Er weigerte sich damals und musste mit seiner Unterschrift die Haftung übernehmen. Wenn aber Polizei und Landratsamt meinen, es sei eine gefährliche Stelle, dann müsse gesichert werden. Die Vereine sollten aber nicht zu hohe Rechnungen haben, um nicht draufzahlen zu müssen. "Nur weil wir ein paar Böcke brauchen", sagte der Bürgermeister. Der Bauhof wird sich aber um die Lösung des Problems kümmern und sieben Böcke aufstellen, um die 14 Meter lange gefährliche Stelle zu entschärfen.



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