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Fasching in Ebermannstadt: Wie "E-B-S aha" entstand

66 Jahre "EBSer" Elferrat - der Ebermannstadter Faschingsverein kann mit Humor in die Vergangenheit und mit Vorfreude in die Zukunft blicken.
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Das Prinzenpaar 1954 Foto: privat
Das Prinzenpaar 1954 Foto: privat
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"Die Zusammenarbeit ist prima, wir haben ein super Team, das Klima ist toll und trotz der vielen Arbeit haben wir viel Spaß", sagt Roland Hofmann, Präsident des Elferrats der Stadt Ebermannstadt und beschreibt damit "seinen" Faschingsverein. "Es ist nichts so ernst wie der Fasching, und es läuft auch nicht immer alles rund, aber wir bekommen es dann so hin, dass es den Menschen gefällt", ergänzt Vizepräsidentin Sonja Müller. Und das schafft der Elferrat seit nunmehr 66 Jahren sehr erfolgreich. Der Verein war 1954 von Hans Mayer - auch "Buch-Mayer" genannt - gegründet worden. Mayer stammte aus der Faschingshochburg Mainz. Bis 1971 war er auch Präsident des Vereins. Am Anfang gab es weniger Räte, die sich früher Minister nannten, und nur eine Garde. 1958 war der Elferrat zu einem Faschingsumzug nach Nürnberg gefahren. Dort merkten die Oberfranken, dass sie einen Schlachtruf brauchten. "In Nürnberg ist ‚Aha‘ ein üblicher Schlachtruf. Da ‚Ebermannstadt‘ zu lang war, entstand ‚E-B-S aha‘", erzählt Horst Kiolbassa. Er war von 2006 bis 2013 Präsident des Vereins. Sein Bruder Herbert war Gründungsmitglied, Hofnarr und von 1972 bis 1996 Präsident. Im Jahr der Gründung war Horst Kiolbassa erst neun Jahre alt, aber da sich seine ganze Familie im Ebermannstadter Fasching engagierte, bekam er alles hautnah mit.

"Einmal ein Narr, immer ein Narr"

"Einmal ein Narr, immer ein Narr", meint Ehrenpräsident Kiolbassa und lacht. Obwohl er lange Zeit als Ingenieur für seine Firma auswärts tätig war, war er in der Faschingszeit immer in Ebermannstadt. Eigentlich sollte er Anfang der 2000er Jahre beruflich einige Zeit in China arbeiten. Doch da sich für den Elferrat kein Präsident fand und man sogar nachdachte, den Verein aufzulösen, sprang er ein - und er hat es nicht bereut. Überzeugt hatten ihn die Vereinsmitglieder, indem sie ihn an einen Marterpfahl banden. "Mit 70 habe ich den Verein dann ordnungsgemäß übergeben und ging in den närrischen Ruhestand. Na ja, eigentlich ist es ja eher ein närrischer Vorruhestand", meint er und erzählt von den Anfängen.

Die Anfänge nach dem Krieg

Denn während des Krieges gab es keine Umzüge. Der erste Umzug in Ebermannstadt fand am 2. März 1954 statt. "Da war es sehr kalt und es hatte geschneit", erinnert sich Kiolbassa. Der erste Faschingswagen war ein Odelfass, auf dem die meisten Elferräte saßen. Wegen der Kälte füllten sie es mit heißem Wasser. Nur Elferrat Hans Martin wurde auf einem Schlitten hinterhergezogen. Dem Zug voran schritt der 80-jährige Andreas Perlhofer, der damals älteste Hofmarschall Frankens.

Erste Prunksitzung

Die erste öffentliche Prunksitzung fand 1956 statt. Zuvor hatten sich die Vereinsmitglieder im Rathaus getroffen. Es hatte Reden gegeben und das Prinzenpaar hatte Orden verteilt. Das erste Prinzenpaar waren Lidwina Detzel und Hubert Galster. Insgesamt gab es drei davon, die auf den vielen Bällen den Verein vertraten. Das war zeitaufwendig und für das Prinzenpaar eine finanzielle Herausforderung, so dass sich niemand mehr fand, der ein solches Amt innehaben wollte.

Unvergessene Kappenabende

"Früher gab es auch die sogenannten Kappenabende. Man war jedes Wochenende unterwegs und die Damen führten ihre Roben aus", erinnert sich Horst Kiolbassa, der sogar ein Gardemädchen ehelichte. Sein Herz hängt einfach am Verein. Sein erster Auftritt war als "Krenweibla", sein letzter als "Papst". Damit der Verein genügend Nachwuchs hat, kümmert sich das Komitee besonders um die jungen Leute. "Jugendarbeit ist bei uns sehr wichtig", sagt Sitzungspräsidentin Marina Gröger. Sie erzählt, dass zum Beispiel Zeltlager durchgeführt werden. "Der Zusammenhalt im Verein ist sehr groß. Wir unternehmen auch privat sehr viel", ergänzt Marina Gröger und grinst, als sie auf die legendären Poolpartys verweist.

Faschingsumzug am 23. Februar

Die Vereinsmitglieder investieren viel Zeit in die Vorbereitung und Durchführung der Faschingsveranstaltungen, damit die Besucher schöne Stunden verbringen können. Das nächste große Ereignis ist der Faschingsumzug zum 66. Jubiläum am 23. Februar in Ebermannstadt. Und diesmal müssen die Räte nicht auf einem Odelfass sitzen.

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