Forchheim
Jubiläum

Farbenfrohes Schaffen seit 100 Jahren

1919 zwangsweise zur Innung gemacht, haben sich die Maler und Lackierer im Raum Forchheim über die Jahrzehnte als starke Vereinigung etabliert.
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Erfahrung und Engagement: verdiente Mitglieder der Forchheimer Malerinnung Foto: privat
Erfahrung und Engagement: verdiente Mitglieder der Forchheimer Malerinnung Foto: privat

Im Haus des Handwerks in Forchheim ging es festlich zu. Mit dem Slogan "100 Jahre Leidenschaft für Farbe" feierte die Malerinnung Forchheim Jubiläum. In den Grußworten, unter anderem von Umweltminister Thorsten Glauber wurde die Sinnhaftigkeit der Innungen und die Notwendigkeit des Meisters - darauf hat man sich inzwischen wieder besonnen - herausgehoben.

Das Malerhandwerk stellt seit Jahrzehnten Ausbildungsbildungsplätze zur Verfügung. Bundesweit werden rund 20 500 Lehrlinge ausgebildet. Aktuell sind in Bayern 32 000 Maler- und Lackierer in rund 2100 Betrieben beschäftigt. In den letzten Jahren wollen auch immer mehr junge Frauen diesen umfangreichen Ausbildungsberuf erlernen. "Egal ob eine Fassade renoviert, ein Zimmer gestrichen, ein Boden verlegt oder eine Fassade gedämmt wird, der Maler- und Lackierer ist nicht weit", sagte Obermeister Erwin Held, der zusammen mit Vorstandsmitglied Clemens Seiler Einblicke in die 100-jährige Innungsgeschichte in Forchheim gab.

Freie Meister vereint

1919 wurde auf Anstoß des Forchheimer Magistrats eine Art "Zwangsinnung" gegründet. Grund war die schwierige Materialbeschaffung. Durch den Verbund wurde es möglich, genügend Material für alle Forchheimer Maler zu beschaffen. Ab 1928 nannte man sich "freie vereinte Malermeister", nach den Kriegsjahren "Malerinnung Forchheim".

Bis zur Gebietsreform 1972 hatte die Innung landkreisübergreifend bis zu 78 Mitgliedsbetriebe. Seither schwankt die Zahl im Landkreis Forchheim zwischen 32 und 40. Schon in den 60er-Jahren hatte die Innung mit Fachkräftemangel und fehlendem Nachwuchs zu kämpfen. 1969 wurde seitens der Malerinnung schon eine großangelegte Werbemaßnahme für das gesamte Handwerk eingefordert.

Die Innung als Wohltäter

Über Jahrzehnte spendete die Innung für Partnerstädte, Flutopfer, in Not geratene Forchheimer Bürger und für karitative Zwecke mehrere tausend Euro. Besonders Ehrenobermeister Otto Wohlhöfner machte als Mitorganisator das Fußball-Benefiz-Turnier auf der Sportinsel zu einer Institution, die jedes Jahr einen größeren Betrag einspielte.

Vom Landesinnungsmeister Roland Morgenroth, Bezirksinnungsmeister Christian Schlötzer und dem Obermeister Erwin Held wurden verdiente Mitglieder und Macher geehrt. "Sie alle haben sich über Jahrzehnte als Vorstand, Lehrlings-Ausbilder oder Obermeister persönlich engagiert, fundiertes Wissen eingebracht und dem Ehrenamt einen großen Teil ihrer Freizeit zur Verfügung gestellt", betonte Roland Morgenroth.

Die Ehrennadel in Silber erhielten Otto Wohlhöfner, Julius Burkel, Lothar Buttler und Erich Müller. Mit der Goldenen Nadel wurden Thomas Gügel, Johann Hofmann und Erwin Held ausgezeichnet.

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