Forchheim
Ausstellung

Exner inszeniert die Passion

Der Bischberger Karl-Heinz Exner zeigt zum neunten Mal seine Passionskrippen in Forchheim.
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Die Kreuzigung nach Interpretation von Karl-Heinz Exner als Höhepunkt der Passionskrippenausstellung. Krippenbaumeister Exner vor einer seiner 13 Krippen. Fotos: Stephanie Meißner
Die Kreuzigung nach Interpretation von Karl-Heinz Exner als Höhepunkt der Passionskrippenausstellung. Krippenbaumeister Exner vor einer seiner 13 Krippen. Fotos: Stephanie Meißner
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Alle Jahre wieder zur Osterzeit stellt Karl-Heinz Exner seine Passionskrippen in der Marienkapelle aus. 13 Stationen, die den Leidensweg Jesu beschreiben. Von Jahr zu Jahr lässt sich der Krippenbauer eine neue Inszenierung einfallen. Zusätzlich zu den Krippen wird der Kreuzweg in Bildern gezeigt. Die Drucke von Gebhard Fugel stammen aus einer Klosterkirche im Rheinland.

Der Krippen-Zyklus zeigt am Anfang die Verabschiedung Jesu von seiner Mutter: Maria ist im roten Kleid, blauen Umhang und weißem Tuch zu sehen. In Andeutung einer Umarmung steht die Mutter ihrem Sohn zugewandt, während dieser vor ihr kniet. Die Leidenszeit beginnt.

In der vierten Station steht Jesus vor dem hohen Rat. Der Raum erhält durch Mitbringsel von ägyptischen Märkten seine ganz eigene Ausstrahlung. "Meine Familie und ich sind große Ägypten-Fans", betont der Künstler.
Die Personen werden durch einen beweglichen Torso aus Plastik und Draht in die Handlungen eingefügt. "Ein Dialog soll zwischen den einzelnen Figuren stattfinden."

Der Höhepunkt der Ausstellung ist die Darstellung der Kreuzigung. Abgesetzt in der Mitte des Raumes, lädt eine Vitrine die Zuschauer ein, innezuhalten. Die Kapelle wird verdunkelt und erzeugt dadurch die richtige Stimmung, um sich auf dieses ernste Thema vorzubereiten. Neu sind auch die Laternen- Krippen: der gute Hirte, die Kreuzigung und die Geißelung Jesu.

Krippenbau seit seinem siebten Lebensjahr

Der gläubige Exner arbeitet gerade an der Szene des Letzten Abendmahls. Der gelernte Elektromeister baut Krippen seit 1949, seit seinem siebten Lebensjahr. Dieses Jahr feiert der 72-Jährige sein 65. Jubiläum. Sein Meisterdiplom im Krippenbau erwarb Exner 1990 in Innsbruck und konnte so seinen Bekanntheitsgrad steigern.
Veranstaltungen in Belgien, Österreich und Holland folgten. Noch heute gibt der Krippenbaumeister Kurse in Belgien.

"Wir unterstützen uns gegenseitig", kommentiert er das Verhältnis zu ausländischen Kollegen. "Die Belgier sorgen für ausreichend Moos und dafür bekommen sie Sand." Er arbeite sehr gern mit Natursachen, sagt Exner, "denn Plastik ist verpönt bei mir."

Das Ziel: Passionskrippen bekannter machen. "Ich will meinen Teil beitragen zur Verkündigung des Evangeliums."

Der 72-Jährige hat für nächstes Jahr in Forchheim eine weitere Weihnachtsveranstaltung geplant. "Er macht es auch noch mit 90", sagt Christina König, stellvertretende Leiterin des Pfalzmuseums.

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