Affalterthal

Eicher-Treffen in Affalterthal: Es lärmte, dass eine Freude war

Zwei Tagen lang stand Affalterthal ganz im Zeichen der Eicher-Traktoren. Als Höhepunkt tuckerten beim Festumzug 210 Eicher durch die Straßen.
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Bei der großen Parade tuckerten 210 Eicher durch den kleinen Ort. Foto: ReinhardLöwisch
Bei der großen Parade tuckerten 210 Eicher durch den kleinen Ort. Foto: ReinhardLöwisch
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Das siebte Affalterthaler war genauso ein großer Erfolg. Alles hat gepasst - bis auf das Wetter, das am Samstag wie auch am Sonntag kurzzeitig dazwischen funkte. Schon am Freitag, die Festwiese war da noch gar nicht richtig aufgebaut, kamen die ersten Eicher-Fans mit ihren alten Traktoren und meist einem Anhänger im Schlepptau. Letzterer diente ihnen als Zelt und Kofferraum.

Da waren alte Bauwagen dabei oder auch ausrangierte Feuerwehranhänger. Schlechtes Wetter kann die Fans offensichtlich nicht davon abhalten, beim mittlerweile größten Eichertreff Nordbayerns dabei zu sein.


Pflege des wertvollen Erbes

Am Samstagabend standen dann schon mehr als 100 dieser blauen Traktoren auf der Dorfwiese, nachmittags gab es die ersten Feldvorführungen und Geschicklichkeitstests. Auch die Leistung des eigenen Motors konnten die Besucher testen: Egon Eicher, Sohn des Firmengründers, und Toni Glasl gaben wertvolle Tipps zur Pflege der Uraltschlepper.

Egon Eicher, ein gelernten Maschinenbauingenieur, kam erst 2001 mit der Wahl zum Vorsitzenden des Eichervereins Forstern zurück zu den Wurzeln des Familienbetriebs. Er hilft nun mit, den Nachlass der 1993 in Konkurs gegangenen Firma zu erhalten und zu pflegen. 210 Fahrzeuge beteiligten sich am Festumzug. Die weiteste Anreise hatte Eckhardt Dietwald, der 416 Kilometer aus dem saarländischen Pliesransbach hatte. Auch aus Thüringen kamen viele Eicher, die teilweise auch auf Anhänger hierher gebracht und auf der Wiese zur Schaugestellt wurden.


26 Traktoren aus dem Ort

Den stärksten Traktor hatten wieder die Eicherfreunde aus Lilling dabei: Einen 3125 Turbo mit 125 Pferdestärken aus dem Jahr 1983.

Die größte Gruppe stellten die Affalterthaler selbst, mit insgesamt 26 fahrtüchtigen Eichertraktoren. Die zweitgrößte Gruppe kam aus dem Landkreis Bayreuth aus Engelmeß/Seitenbach. Der älteste fahrbare Eichertraktor war ein T 22 aus dem Jahre 1941, der von Uwe Rupprecht aus Troschenreuth hergebracht wurde. Der Sonntag war wie immer der Tag der Höhepunkte: zuerst die Rundfahrt durchs Dorf, die ob des großen Zuges, der länger war als das Dorf groß weit ausholen musste.

Und anschließend die Verlosung des Schmalspur-Eichers im Marktwert von rund 6000 Euro. Schon um die Mittagszeit quoll der Ort aus allen Fugen.


Lautes Getöse

Die bereit gestellten Parkplatz-Wiesen reichten bei weitem nicht aus, jeder Hof wurde mit Autos zugestellt, damit die "Hauptstraße" für den Umzug frei bleiben konnte. Kurz nach 15 Uhr kamen sie gefahren. 210 Eicher in voller Montur mit lautstarkem Getöse, gelenkt von glücklichen Menschen jeden Alters: die Oma mit dem Urenkel, die junge Frau mit einem schick hergerichteten Schmalspur-Eicher, der Eicher-Schrauber, der die Rostflecken hegt und pflegt und im Schnellgang an den staunenden Zuschauern vorbeidüste. Ganze Familien saßen auf den unbequemen Sitzen über den großen Reifen.


Frank und frei

Andre hatten ihren Fahrzeugen Schmuck angelegt: Hopfendolden und Sonnenblumen waren die Renner oder richtige Blumenkästen. Es roch nach Öl und verbranntem Diesel. Klar, keiner der Oldtimer hatten auch nur den Hauch einer Abgasreinigung.

Wahrscheinlich deshalb kamen so viele Leute: Sie wollten riechen, wie das war früher, als man noch frank und frei agieren konnte und keinem Rechenschaft schuldig war - außer dem lieben Gott, der übrigens auch zu seinem Recht kam mit einem Festgottesdienst am Samstagabend. Kaum war der Umzug vorbei fing es an zu regnen, weshalb das große Festzelt bald ziemlich voll mit Leuten die neugierig darauf waren, wer nun den Eicher gewinnt. Es war Manfred Heid aus Hundsboden, der mit der Losnummer 2136, das große Los gezogen hat.

Wer den zweiten Preis, eine Motorsäge mit der Nummer 14263 gewonnen hat ist noch unklar, weil der Gewinner nicht anwesend war bei der Verlosung. Den dritten Platz, eine Ausrüstung zum Holzmachen gewann Tiolia Püschel aus Niederfellendorf mit der Losnummer 22388.
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