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Kersbach
Kirche

Erzbischof Schick will eine lebendige Kirche

Der Erzbischof besuchte die Gläubigen in Kersbach. Diese feierten gleich ein doppeltes Jubiläum.
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Die Gläubigen in Kersbach feiertenFotos:; Franz Galster
Die Gläubigen in Kersbach feiertenFotos:; Franz Galster
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Ein Doppeljubiläum feiert dieses Jahr Kersbach mit dem 1000-jährigen Bestehen des Ortes. Gleichzeitig blickt die Kirchengemeinde Johannes der Täufer und St. Ottilie auf die Gründung vor 600 Jahren zurück. Mit der Dekanatswallfahrt des Dekanats Forchheim zur Heiligen Ottilie fanden die kirchlichen Feiern ihren Höhepunkt. Gläubige machten sich aus Forchheim einerseits und Effeltrich, Poxdorf mit den umliegenden Orten andererseits zu Fuß auf den Weg. Man spürte im Vorfeld schon ein wenig die Nervosität um die Kirche in Erwartung der vielen Gäste.

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Karin Riechelmann und die zahlreichen helfenden Hände hatten aber alles sorgfältig und perfekt vorbereitet. Erzbischof Ludwig Schick feierte nach dem Eintreffen der Wallfahrer zusammen mit Bischof Andre Gueye von der Partnerdiözese Thies in Senegal ein feierliches Pontifikalamt auf dem Vorplatz der mächtigen Kirche. Pfarrer Martin Emge begrüßte außerdem seine Amtskollegen der umliegenden Kirchengemeinden, seinen evangelischen Amtskollegen Michael Krug sowie Landrat Hermann Ulm und Bürgermeister Franz Streit (beide CSU). Die Anwesenheit von weiteren geistlichen Vertretern aus Afrika und Asien verlieh dem Fest das Flair einer weltweiten Gemeinschaft.


Himmlisches Wetter

Der liebe Gott dankte es mit einem himmlischen Wetter, ideal für den gegebenen Anlass. "600 Jahre alt und ganz jung geblieben, sehr lebendig und mit großem ehrenamtlichen Engagement", so beschrieb Pfarrer Emge die Pfarrei, deren Gründungsurkunde auf den 9. September 1417 datiert. Die Pfarrei sei gut vernetzt. Ein weiteres, ermutigendes Zeichen für den Aufbruch ist nach Emges Worten das neue Pfarrzentrum. Es entsteht zurzeit in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pfarrkirche. Die Pfarrpatrone, die heiligen Johannes der Täufer und Ottilie mögen uns in dieser Zeit des Umbruchs als Fürsprecher und Vorbilder zur Seite stehen", sagt Pfarrer Emge in seinem Vorwort.

"Wir brauchen die Kirchen, ob katholisch oder evangelisch. Es ist gut, dass sie da sein", betonte Erzbischof Ludwig Schick in seiner Ansprache. Kirche bedeute Gemeinschaft. Das Gebäude werde zur Versammlung gebraucht, wo wir immer spüren, Gott ist mitten unter uns. In Anlehnung an das aktuelle Evangelium vom Weinberg und dem gerechten Herrn betont er die Freude und die Kraft, die der Wein bieten könne. Was ist wichtig, damit wir als Kirche leben?, fragte Schick. "Mehr mit allen Sinnen leben", gab er selbst die Antwort, "hören, sehen, schmecken, riechen, tasten, das haben wir oft verlernt."

Bei der Konzelebration standen viele vertraute Geistliche am Altar, darunter Martin Emge ebenso wie Georg Holzschuh, Michael Kramer, Markus Goller oder Jürgen Dellermann. Kersbach ist in einer Urkunde Heinrichs II. als Kyrsebach erwähnt, was soviel bedeutet wie ein Bach, an dem es Kirschen gibt. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Karin Riechelmann überreichte am Ende des Gottesdienst Erzbischof Schick einen Korb lokaler Produkt, die man auch aus Kirschen machen kann. "Sie suchen das Gespräch, das tut uns gut", meinte sie dankbar an Schick gewandt.


Die Bedeutung des Sehens

Über seinen Besuch zum Höhepunkt des Kirchenjubiläums freue man sich besonders. Dabei hatte sie vielen zu danken, der Kirchenband Schalom und der Bläsergruppen, den Mesnern und Ministranten, den Vereinen und sonstigen helfenden Händen. Nicht zu vergessen die Freiwillige Feuerwehr, die die nötigen Verkehrssteuerung sicherstellte. Die heilige Ottilie ist die Schutzpatronin der Augenkrankheiten und der Blinden. Dementsprechend lag ein Schwerpunkt im folgenden Rahmenprogramm auf dem Sehen.

Nach dem Gottesdienst wurde in der Kirche noch der Ottiliensegen gespendet. An einem Infostand neben dem Gotteshaus wurde die Ein-Dollar-Brille demonstriert. Es handelt sich um eine Brille, die in der Dritten Welt für einen Dollar aus einfachen Mitteln hergestellt werden kann und 150 Millionen Menschen eine Hilfe wäre. Dazu bedarf es der Spenden.

Das Ottilienlicht, die Chronik und der Kirchenführer konnten erworben werden. An einer Station gab es praktische Übungen zum Sehen und Nichtsehen. Für die Kinder bot sich nach dem Gottesdienst die Möglichkeit, an einer Kirchenführung teilzunehmen. "Die Vorbereitung war eine große Herausforderung", sagte Riechelmann zum Schluss, "aber es hat auch den Blick geweitet. Bleiben sie, nehmen sie ihren Nachbarn wahr", lud sie zum gemütlichen Beisammensein und Gedankenaustausch ein.
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