Langensendelbach
Bürgerversammlung

Erdaushub in Langensendelbach: Unternehmer ignoriert Einwände der Gemeinde

Unweit des neuen Hochbehälters in Langensendelbach wurde eine kleine Schlucht mit Erdaushub aufgefüllt und eingeebnet. Ist alles rechtens?
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Das  angefahrene  eingeebnete Erdreich, womit eine kleine Schlucht mit  aufgefüllt wurde im Wasserschutzgebiet Zone 2.  Foto: Karl Heinz Wirth
Das angefahrene eingeebnete Erdreich, womit eine kleine Schlucht mit aufgefüllt wurde im Wasserschutzgebiet Zone 2. Foto: Karl Heinz Wirth
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Woher stammt der Erdaushub, mit dem ein Unternehmen aus dem Landkreis Forchheim unweit des neuen Hochbehälters in Langensendelbach auf dem Grundstück eines Landwirts eine kleine Schlucht mit aufgefüllt und eingeebnet hat? Dies fragte Monika Grau den Gemeindechef Oswald Siebenhaar (FW) in der Bürgerversammlung. Ob die Gemeinde darüber informiert sei? "Als wir davon erfuhren", antwortete der Bürgermeister, "haben wir den Unternehmer sofort aufgefordert, die Anlieferungen von Erdreich zu unterlassen. Er legte uns daraufhin ein Zertifikat vor, dass der Aushub sauber wäre, und ignorierte die Einwände der Gemeinde." Das Material wurde auf einem Grundstück gelagert, das im Wasserschutzgebiet der Zone 2 liegt. Die Verwaltung verständigte daraufhin das Wasserwirtschaftsamt Kronach mit der Bitte, sich der Angelegenheit anzunehmen. Das Amt ordnete an, dass ein unabhängiger Gutachter verschiedene Schürfungen von dem angelieferten Material nimmt und auf Belastungen untersucht. "Wir haben mehrmals das Unternehmen mündlich, telefonisch und schriftlich aufgefordert, die Anlieferung des Materials einzustellen. Leider ohne Erfolg", erklärte Bürgermeister Siebenhaar. Das fatale an der Situation sei, führte Siebenhaar aus, dass vom Unternehmen der Aushub von der Baustelle - circa 800 Kubikmeter Sand - abtransportiert wurde, ohne Zustimmung der Gemeinde. Für dieses Material hatte die Gemeinde die Genehmigung, es auf dem Gelände selbst zu verwenden. Wohin der Aushub von der Baustelle gebracht wurde, sei nicht bekannt. Man vermutet, dass der Sand gesiebt und verkauft wurde. Genaueres weiß man jedoch nicht. Sollte das Erdreich belastet sein, dann ist auch die Wasserversorgung für die Gemeinde in Gefahr. Dann müsse das Material wieder abgeholt und ordnungsgemäß beseitigt werden. "Wie es weitergeht, wissen wir nicht. Wir müssen jetzt das Ergebnis der Untersuchungen abwarten", sagte Siebenhaar. Sei der Eigentümer informiert gewesen und habe er der Lagerung des Erdreichs zugestimmt, fragten einige Bürger. "Das ist uns noch nicht bekannt, da der Eigentümer des Grundstücks im Moment nicht da ist und erst am Wochenende wieder zurückkommt. Dann werden wir ihn fragen, ob er der Lagerung von Erdreich, von dem man nicht weiß, woher es kommt, seine Erlaubnis erteilt hat", antwortete der Bürgermeister. "Nichts ist teurer, als die Umwelt und die Allgemeinheit wissentlich zu schädigen, und nichts ist beruhigender als ein gutes Gewissen, wenn man umwelt- und verantwortungsbewusst handelt", schloss Siebenhaar.

Staatsstraße nach Effeltrich

Wie es mit der Ertüchtigung de Staatsstraße zwischen Effeltrich und Langensendelbach laufe, wurde nachgefragt. Zusammen mit der Effeltricher Rathauschefin, erläuterte Siebenhaar, "haben wir erstaunlich schnell einen Termin beim Straßenbauamt Bamberg bekommen. Dort wurde uns mitgeteilt, dass man die Straße erneuern und etwas verbreitern wird, um den Begegnungsverkehr von Bussen und Schwerlastverkehr zu entschärfen. Gleichzeitig will man auch den Radweg daneben errichten. Und nun beginnen die Schwierigkeiten", erklärte das Gemeindeoberhaupt.

Befürchtungen

Denn während auf Langensendelbacher Seite für den Radweg entsprechende Flächen von den Eigentümern bereitgestellt werden, gebe es auf der Effeltricher Seite Probleme durch einige Grundstückseigentümer. "Ich habe die Befürchtung", meinte der Bürgermeister, "dass dieses Zeitfenster für den Ausbau und Neubau der Straße geschlossen wird, wenn auf der Seite von Effeltrich keine Einigung mit den Grundstückseigentümern zustande kommt. Das würde bedeuten, dass wir noch etliche Jahre mit der Buckelpiste leben müssen." Er hoffe auf ein Einlenken und die Zustimmung der Effeltricher.

Hochwasserschutz

Auch der Hochwasserschutz in der Honingser Straße beschäftigte die Bürger. Für das Baugebiet in der Honingser Straße ist es laut Bürgermeister nicht gelungen, "Einstauraum von den Hinterliegern zu bekommen". Sie waren nicht bereit, Flächen dafür zur Verfügung zu stellen. "Je weniger Bereitschaft besteht, Rückhalteflächen für Regenereignisse zur Verfügung zu stellen, umso weniger haben wir die Möglichkeit, Bauland auszuweisen", warnte Siebenhaar. Er habe aber auch ein Stück weit Verständnis: "Ich weiß, Landwirte sind keine einfache Klientel, denn ich war auch einer." Trotzdem wolle er weiter das Gespräch suchen und Vertrauen aufbauen.

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