Ebermannstadt

Prunksitzung in Oberfranken: Elferrat im Faschingstaumel

Der Elferrat Ebermannstadt brannte bei der 66. Prunksitzung ein Feuerwerk der guten Laune ab. Es gab Auftritte mit Licht und Schatten.
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Prunksitzung des Elferrates Ebermannstadt  Andreas Hofbauer
Prunksitzung des Elferrates Ebermannstadt Andreas Hofbauer
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"Seit 66 Jahren gibt's den Elferroot, seit 66 Jahren in Ermastodt. Seit 66 Jahren sorgen wir für Spaß, mit 66 geb'n wir Gas." Mit dieser musikalischen Neuinterpretation des Udo-Jürgens-Klassikers "Mit 66 Jahren" startete die neueste Auflage der Prunksitzung, zu der rund 350 Besucher in die Stadthalle gekommen waren.

Die Sitzungspräsidenten Volker Hoeß und Marina Gröger präsentierten ausgelassen die zahlreichen komödiantischen Büttenredner sowie die unterhaltenden Tanzdarbietungen. Landrat Hermann Ulm (CSU) wünschte sich in Anbetracht des Konflikts zwischen dem Iran und den USA Frieden. Er erklärte: "Möge Gott Hirn walten lassen und den Mächtigen dieser Welt Weisheit schenken."

Lokalpolitische Themen baute Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) in die Eröffnungsrede ein. Sie reimte gekonnt: "Die Ortsdurchfahrt soll breiter werden, hat sich das Staatsbauamt gedacht. Doch haben die Herrn und auch der Stadtrat die Rechnung ohne den Wirt gemacht." Auch Veränderungen am Breitenbach thematisierte Meyer: "Wo einst der Jugendtreff mal war, entstand ein Schmuckstück dieses Jahr. Des Bürgervereins fleißige Hände legten Böden, versetzten Wände. Den Helfern sei ein Lob gesungen: Das neue Heim, es ist gelungen!"

Tausend mal gehört ...

Im Gegensatz dazu gelang es dem "Brandschutzbeauftragten" Peter Sandner nicht so recht, das Publikum mit ins Boot zu holen. Schale Witze, gepaart mit einem Reimschema, das jegliche Pointe vorwegnahm, fühlte sich der Auftritt Sandners eher an wie eine Wurzelbehandlung ohne Narkose. Als Beispiel seien die Worte an einen Ertrinkenden Amerikaner genannt: "Hättest lieber Schwimmen statt Englisch gelernt."

Sehenswert wiederum war die Darbietung der Kindergarde, die zu eine ausgezeichnete Performance zum Thema Lieb" ablieferte. Ähnlich routiniert gab Vizepräsidentin Sonja Müller in der Rolle der Stadtschreierin Ebermannstadter Nachrichten zum Besten. Aus der Zeit gefallen wirkten die Auftritte von Ehrenpräsident Gerhard Fickert als "Stanislaus" und die beiden Mädchen Mila Kolano und Noela Hoeß als "Wohlmutshüller Dorfschnattern". Wirkten Fickerts Witze wie hundert mal gehört, wärmen die beiden Mädchen die Witze aus sozialen Netzwerken auf.

Kompetenz in Sachen Show

Superstark dagegen war die "Forchheimer Leihgabe" Janina Fuchs als "Forchheimer Gaafergoschn", die bei ihrer Prunksitzungspremiere mit einer Mischung aus derbem Humor und Gesellschaftskritik überraschte. Dabei wurden Modetrends ebenso ad absurdum geführt wie die "#Meetoo"-Debatte. Auch die Debütanten Nicole Kuhn und Jonas Hoeß überzeugten mit einem Streit unter Ehepaaren, bei dem sie zwar Klischees bedienten, diesen aber einen eigenen Anstrich durch eine neue Rahmung verpassten.

Auch die musikalischen Darbietungen von Volker Hoeß zusammen mit Uli Schmitt und Thomas Schweida sowie die Show der großen Garde und der "Ebser Sahneschnitten" ließen die Kompetenz des Ebermannstadter Elferrates für mitreißende Shows aufblitzen. Besonders die komplexen Choreographien beeindruckten.

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