Bammersdorf
Brauchtum

Einfache Melodien reißen mit

Nach wenigen Liedern sind die Besucher des Wirtshaussingens im Bammersdorfer Sportheim auf Touren. Eberhard Hofmann stimmt mit seinem Knopfakkordeon gern altbekannte, vor allem heitere Stücke an.
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Eberhard Hofmann machte Stimmung mit Akkordeon und bekannten Liedern.
Eberhard Hofmann machte Stimmung mit Akkordeon und bekannten Liedern.
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Das Wirtshaussingen erfreut sich in der Marktgemeinde Eggolsheim großer Beliebtheit. Die Ortsgruppe des Fränkischen-Schweiz-Vereins (FSV) veranstaltet jedes Jahr in einem anderen Gemeindeteil einen unterhaltsamen Liederabend und füllt damit die örtlichen Gastwirtschaften. Diesmal war der FSV in der Sportgaststätte in Bammersdorf zu Gast, und etwa 50 sangesfreudige Besucher warteten gespannt, welche Lieder Eberhard Hofmann vom Arbeitskreis Volksmusik auf seinem Knopfakkordeon anstimmen wird.
"Es ist jedes Mal anders, wenn ich irgendwo zum ersten Mal spiele", erzählt Hofmann, während seine Frau Liedtexte verteilt. "Ich beginne zuerst mit ein paar Liedern, die viele von früher kennen. Dann entwickelt sich meist eine Eigendynamik", weiß der Kirchehrenbacher aus seiner langjährigen Erfahrung des Wirtshaussingens.
Seit über 30 Jahren zieht der ehrenamtliche Beauftragte des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege durch die Dörfer. Seine Intention: die besonderen Schätze alter Lieder wieder populär und den Menschen zugänglich zu machen.
Mit "Wenn die bunten Fahnen wehen" beginnt das gesellige Miteinander, die Wirtshausgäste klammern sich zu Beginn noch steif an die ausgeteilten Liedtexte. Doch mit jedem Lied und meist lustigen Anekdoten dazu wird die Stimmung lockerer. Selbst die, die zuvor noch leise mitgesummt haben, lassen sich mitreißen. Es sind einfache Melodien, es soll schließlich nicht anstrengend, sondern gemütlich sein. "Wir veranstalten keine lehrhafte Singstunde, sondern einen heiteren Singabend", erklärt FSV-Vorsitzender Robert Schmitt.
Spätestens beim "Im grünen Wald, dort wo die Drossel singt" stimmt auch der letzte Gast in der Ecke mit ein. Und weil der Spaß nicht zu kurz kommen soll, folgt ein Spottlied der Oberpfälzer auf ihre tschechischen Nachbarn: "Der Katz' der hot vier Beiner, an jeder Ecke einer, nach hinten hot er Schwanz, sonst wör der Katz nicht ganz."
Nach den vielen Liedern muss der 73-jährige Hofmann sein Akkordeon mal zur Seite legen und ein kleines Päuschen einlegen. Zum Glück war der Drügendorfer Werner Bleyer mit seinem Knopfakkordeon gekommen und spielt weiter. Denn die Gäste in der vollen Wirtsstube wollen jetzt nur noch eines: singen. "Wir haben früher so viel gesungen und heute fast gar nicht mehr", erzählt Josef Pfeu-fer. Bei den bekannteren Liedern braucht der 73-jährige Bammersdorfer keinen Text, "die sind mir alle noch geläufig".

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