Forchheim
Bahnverkehr

Komplett gesperrt: Eine Woche lang stehen zwischen Fürth und Bamberg alle Züge still

Pendler und Fernreisende müssen vom 20. bis 27. Oktober zwischen Bamberg und Fürth auf Busse umsteigen. Auch in den Wochen danach gibt es Einschränkungen. Kunden auf der Agilis-Nebenbahn nach Ebermannstadt sind ebenfalls betroffen.
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Im Forchheimer Bahnhof werden zwischen 20. und 27. Oktober keine Züge mehr ein- und ausfahren.  Foto: Josef Hofbauer
Im Forchheimer Bahnhof werden zwischen 20. und 27. Oktober keine Züge mehr ein- und ausfahren. Foto: Josef Hofbauer

Die gute Nachricht zuerst. Ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember wird in dem Streckenabschnitt der Bahn zwischen Nürnberg und Forchheim der viergleisige Regelverkehr aufgenommen. Dafür sind aber noch umfangreiche Bauarbeiten nötig. So ist die Bahnstrecke zwischen Fürth und Bamberg von 20. bis 27. Oktober komplett gesperrt. Als Ersatz stehen für die Zug-Reisenden 50 Busse bereit. Auch die Fahrgäste der Agilis müssen vom Zug auf den Bus umsteigen. Der Schienenverkehr wird umgeleitet.

Betroffen von den Einschränkungen, so DB-Verkehrsmanager Marco Schimmich, seien die Nutzer der S-Bahn sowie die Reisenden des Franken-Thüringen-Express. Die Bahn informiert in zwei Broschüren über die geänderten Abfahrtszeiten und die um bis zu 70 Minuten längere Reisezeit. Diese Informationen sind auch in der Fahrplanauskunft im Internet hinterlegt, so dass sich Bahnkunden frühzeitig auf die Reise-Erschwernisse einstellen können.

Mit der Vollsperrung vom 20. Bis 27. Oktober sind die Unannehmlichkeiten für die Bahn-reisenden nämlich keineswegs beendet. Bis 18. November müsse auf der Strecke zwischen Fürth und Forchheim mit Einschränkungen im Zugverkehr gerechnet werden, so Schimmich. Auch in dieser Zeit würden S-Bahn-Verbindungen und Züge des Franken-Thüringen-Express durch Busse ersetzt.

Gleis-Arbeiten

Als Ursache der Vollsperrung nannte Alfons Plenter, der Projektleiter der DB Netz, schlicht "umfangreiche Gleisarbeiten". Das Problem ist das Nadelöhr bei Baiersdorf. Dort, wo der Zugverkehr nur zweispurig läuft, muss die Verschwenkung zurückgebaut werden. Gleichzeit muss der Lückenschluss für den vierspurigen Bahnbetrieb hergestellt werden. In Baiersdorf und am Bahnhof Forchheim muss auch die Signaltechnik angepasst werden.

"Da müssen alle Weichen ausgebaut werden, neue Schienen sind zu verlegen, die Gleise müsse gestopft und die Gleisanbindungen geschliffen werden. Außerdem muss die Oberleitung für den vierspurigen Betrieb hergestellt werden", erläutert Alfons Plenter den Umfang der Bauarbeiten. Hinzu kommt: In Erlangen wurden bei den Bauarbeiten 2014 Reste der historischen Stadtmauer gefunden. Die mussten archäologisch erfasst und gesichert werden. Seit August sei die Bahn dabei, die Lücke in der Schallschutzwand an der westlichen Stadtmauerstraße zu schließen.

Die einwöchige Komplettsperre erklärte Plenter mit den Hinweis, dass sich die Maßnahmen auf einen kleinen Abschnitt konzentrierten und die Gewerke nacheinander abgearbeitet werden müssten. "Das dauert, aber wir schaffen das", versicherte der Projektmanager.

Ausräumen der Müllkippe

Innerlich hat er diese Arbeiten offenbar bereits abgehakt, denn er verweist auf den Ausbau des nächsten Streckenabschnittes zwischen Eggolsheim und Forchheim. Dafür gebe es bereits ein Baurecht, so Plenter.

Zu den vorbereitenden Arbeiten in diesem Streckenabschnitt zählen laut Plenter die Ausräumung der wilden Müllkippe und der Bodenaustausch in diesem Bereich. Für die Eisenbahn-Überführung der Autobahn A 73 werde demnächst die Baustelleneinrichtung vorbereitet. Ebenso müsse eine Gasleitung verlegt werden. Mit weiteren Arbeiten für den Bau des Überholbahnhofes seit etwa Mitte kommenden Jahres zu rechnen.

Im Norden geht's weiter

"Die Genehmigungsunterlagen zum Haltepunkt Forchheim-Nord liegen zurzeit im Rathaus aus", informierte Plenter. Er hofft, dass die Bahn dafür die Baugenehmigung bis Mitte kommenden Jahres erhält. Dann kann ab Mitte 2020 mit dem Bau begonnen werden.

Der Haltepunkt Forchheim-Nord soll östlich der Friedrich-Bonhoeffer-Straße errichtet und mit einer Rampe barrierefrei erschlossen werden. Durch die "schmale Lösung", so Plenter müssten keine Gebäude abgerissen werden. Auch die Vorgärten blieben weitgehend verschont; ebenso die Schallschutzmauer beim Schulzentrum im Forchheimer Norden. Nur eine Garage müsse vorübergehend weichen, werde dann aber wieder neu errichtet.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der ICE-Strecke sucht die Bahn mit den Anwohnern aus Forchheim-Nord das direkte Gespräch. In den Bürgersprechstunden, so Plenter, könnten individuelle Bedürfnisse wie etwa der passive Schallschutz viel schneller und besser gelöst werden.

Zudem seien die Pläne für Ungeübte schwer lesbar. Im Gespräch könne detailliert erläutert werden, was der Ausbau für den jeweils Betroffenen bedeutet. Konflikte könnten so schnell aus dem Weg geräumt werden.



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