Forchheim
Musik

Eine musikalische Europareise im Stadtpark in Forchheim

Bei der Stadtparkserenade in Forchheim scharten sich die Besucher um den Teich, um zehn Ensembles zu genießen.
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Gemütliches Ambiente bei der Stadtparkserenade Foto: Pauline Lindner
Gemütliches Ambiente bei der Stadtparkserenade Foto: Pauline Lindner
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ForchheimSchützend stehen die alten Bäume um den Le-Perreux-Park; dennoch dringt durch das Grün das Spiel von Trompeten und Akkordeons. Die Stadtparkserenade schickt ihre Klangboten nach außen.

Um den flachen Teich haben sich die Menschen geschart, um bei warmem Wetter die Auftritte von zehn unterschiedlichen Ensembles zu genießen. Jeder auf seine Weise. Ein Dreier-Grüppchen hat einen Tisch mitgebracht, um eine Pizza zu verspeisen; einer eine Liege mit - vorsichtshalber - dicker Unterlage. Die meisten beschränken sich auf einen bequem zu transportierenden Stuhl oder nutzen die Bänke und Sitzmöglichkeiten des Parks.

Die Sitten und Gebräuche des Glyndebourne-Festivals sind eindeutig auch in Forchheim angekommen. In der fränkischen Variante. Mit Brezen und heimischen Würsten ausgerüstet sitzen die Besucher in Grüppchen auf Decken rund um den zentralen Schauplatz mit der Bühne hinter der Wasserfläche. Auch Oberbürgermeister Uwe Kirschstein hat sich so dazugesellt, während Bürgermeister Franz Streit lieber traditionell einen Stuhl bevorzugt. "Atemlos" singen die jungen Mitglieder des Chores Genial Vokal der Harmonika-Musikfreunde. Außer Puste geraten sind die Besucher nicht, die den Blick von oben bevorzugen und von den Wegen zur Maueroberkante nach unten blicken - auf das mit Menschen gefüllte zentrale Rund des Parks.

Moderator Rainer Streng kündigt mal eine musikalische Europareise an, mal gar einen Trip um die ganze Welt. Und zwischendurch berichtet er von einem kurzen Gespräch mit einem auswärtigen Zufallsgast. Der Mann ist, so Streng, außerordentlich begeistert - von der Atmosphäre wie von der Vielfalt des gebotenen Programms: "Alles umsonst; das sucht seinesgleichen", hat er Streng versichert.

"Ich hab das Fräu'n Helen baden seh'n" hat die Rhythmische Harmonika in ihren Programmteil aufgenommen. Badende freilich gibt es nicht, aber viele Flanierende durch die Wege des immer dunkler werdenden Baumbestands.

Für die Musiker ist auf Höhe des Tores der Ritter-von-Traitteur-Schule ein extra Ruheplatz nach ihren Auftritten aufgebaut. So weit weg vom Geschehen? Irrtum. Klanglich sind sie ganz nahe dabei, bricht sich doch der Schall im Laub. Inzwischen hat das Rund um den Teich seinen eher nachmittäglichen Charme verloren. Aus den Ecken breitet sich langsam Dunkelheit aus. Dafür strahlt die Bühne um so mehr und spiegelt sich im Wasser. So lässt es sich genießen, gleich ob Gesangsgruppen eine eher ruhige Tonart anschlagen oder jazziger Brass erklingt.

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