Forchheim
Unfallserie

Eine Kreuzung bei Eggolsheim gibt Rätsel auf

Dort, wo bei Eggolsheim zwei Kreisstraßen aufeinander treffen, kommt es seit Jahren zu schweren Unfällen. Verkehrsexperten drängen darauf, einen Kreisverkehr zu bauen.
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An der Kreuzung Eggolsheim/Kauernhofen kam es in den vergangenen sechs Jahren zu 28 Unfällen. Fotos: Barbara Herbst
An der Kreuzung Eggolsheim/Kauernhofen kam es in den vergangenen sechs Jahren zu 28 Unfällen. Fotos: Barbara Herbst
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Was an dieser Kreuzung seit sechs Jahren geschieht, ist rätselhaft: 28 Unfälle gab es seit 2007, einer endete tödlich. Obwohl die Straßenlage übersichtlich ist, hat sich die Kreuzung Kauernhofen/Eggolsheim zum größten Unfallschwerpunkt im Landkreis Forchheim entwickelt.

"Die Unfälle ereignen sich immer nach dem selben Muster", sagt Josef Kohlmann, Polizist, Verkehrserzieher und Bürger aus Kauernhofen. Und das Muster funktioniert so: Der Verursacher des Unfalls kommt aus Kauernhofen und übersieht an der Kreuzung den von rechts, aus Weigelshofen kommenden Verkehrsteilnehmer. "Wir haben uns die Stelle 100 Mal angeschaut", sagt Kohlmann, "wir haben Stoppschilder anbringen lassen und die Markierung verändert" - aber geholfen habe all dies nichts. Letztlich bleiben die Unfälle rätselhaft.
Kohlmann kann nur vermuten: Gerade weil man an dieser Stelle so weit in die Landschaft blicke, "kann es sein, dass ein nahes Auto übersehen wird".

Ende November endete ein Unfall nach besagtem Muster tödlich: Eine 28-Jährige war aus Kauernhofen gekommen und übersah das Auto, in dem eine über 80-Jährige aus Drosendorf saß. Die alte Frau starb nach dem Zusammenstoß.
Was auch immer der Grund für die vielen Unfälle an dieser übersichtlichen Kreuzung sein mag - sämtliche Verkehrsexperten fordern einen Kreis-Verkehr, um die Gefahren-Lage an jener Stelle zu entschärfen. "Dieser Kreisverkehr ist längst genehmigt und kann sofort realisiert werden. Die Kreispolitik hat zugestimmt und auch die Fördermittel stehen bereit", erinnert der Eggolsheimer Bürgermeister Claus Schwarzmann (Bürgerbund). Dass der Kreisel noch nicht gebaut sei, liege am "Grundstücksbedarf".

Ein Teil der benötigten Fläche gehört einem Kreisbürger, der das Grundstück nicht hergeben möchte. Es ist Sache der Kreisverwaltung, die Grundstücksverhandlungen zu führen.
Noch im Januar soll es eine neue Runde geben, sagt Landrat Reinhardt Glauber (FW). Verhandeln wird Dieter Els, der Leiter des Tiefbauamtes. Sollte der Grundstückseigner die benötigten Flächen abgeben, "könnte theoretisch in drei oder vier Monaten mit dem Bau des Kreisverkehrs begonnen werden", sagt Els.

Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen: Der Chef des Tiefbauamtes hat sich etwas Neues überlegt für die Zeit, bis der Kreisverkehr gebaut werden kann. In den nächsten Tagen wird an der Kreuzung Kauernhofen/Eggolsheim eine zusätzliche Warntafel aufgestellt. Die elektronische Tafel zeigt zwei aufeinanderprallende Autos und in blinkender Schrift die Warnung: "Achtung Unfallschwerpunkt".

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