Forchheim
Schlawiner

Eine Kneipen-Legende in Forchheim geht zu Ende

Nach 29 Jahren Partyfieber ist am Wochenende der "große Zapfenstreich". Freddy Winkler schließt seine Kult-Bar in Forchheim.Am heutigen Donnerstag, um 20 Uhr, beginnt eine große Abschied-Sause mit Oben-Ohne-Bedienung.
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Gerührt ist Freddy Winckler über das Abschiedsgeschenk seiner Stammgäste: Ein T-Shirt mit einer Liebeserklärung.  Foto: Andreas Oswald
Gerührt ist Freddy Winckler über das Abschiedsgeschenk seiner Stammgäste: Ein T-Shirt mit einer Liebeserklärung. Foto: Andreas Oswald
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"Are you ready for Freddy?" Das ist zum geflügelten Wort geworden für Forchheims Kneipengänger, seit Freddy Winkler am 2. April 1984 seinen "Schlawiner" eröffnete. Damals noch in dem Fachwerkhäuschen in der Eisenbahnstraße.

Alter Schlawiner, waren das Zeiten! Freddy hatte bei der Eröffnung Schlagersternchen"Cosi" im Arm und selbst Skandalnudel Cleo Kretschmer ließ ihn auf Tuchfühlung gehen, als er später einmal als Vize-Schafkopfkönig auftrumpfte. "Die kleine Kneipe war von Anfang an mehr als nur ein Ort zum Durstlöschen. Es war Treff, es war Zuhause, es war Mittelpunkt", so beschrieb einmal der FT die Tresen-Erfolgsstory.

Freddy Winkler revolutionierte die Kneipen-Szene, lange bevor es den Begriff "Erlebnis-Gastronomie" gab. Legendär ist seine "Strandparty", bei der Karibik-Flair in Forchheim aufkam.
Mit einem 3000-Liter-Swimming-Pool in der Kneipe und satten 40 Grad Lufttemperatur sorgte der pfiffige Gastronom für den feucht-fröhlichsten Spaß, den Forchheim bis dato jemals erlebt hatte.

Sogar eine mehr als erfolgreiche Fußballmannschaft, der "FC-Schlawiner", trat vom Tresen aus den Weg zum Torerfolg an. Und der kleine Schlawiner war Ausgangspunkt für große Fahrten: auf Weinfeste, auf die Skipiste nach Österreich, nach Ungarn an den Plattensee und auf's Oktoberfest nach München.

Fasching Non-Stop

Legendär ist auch der Schlawiner-Fasching. Weil Freddy ein echter Party-Tiger ist, hat er gleich 36 Stunden durchgemacht. "Da ging von Rosenmontag, 12 Uhr, bis Faschingsdienstag, 24 Uhr, die Post ab im Schlawiner", erinnert er sich. "Heute schaff' ich das nicht mehr", gibt er zu. 1996 wechselte der Schlawiner zwar die Location und zog in die Kellerbar in der Wallstraße - blieb aber seinem Motto treu.

Was er bei seinem Umzug mitnahm waren seine Stammgäste. So illuster wie das Programm ist das Publikum: vom Azubi bis zum Anwalt reicht die Kundschaft, die ihm die Treue hält bis zur Sperrstunde.
Nach 29 Jahren Schlawiner ist jetzt "großer Zapfenstreich". Freddy Winkler hört auf.Aus gesundheitlichen Gründen, wie er zugibt - "die Pumpe!".

Große Sause zum Finale

Zum Finale gibt es nochmal eine große Sause im Schlawiner. Los geht's am heutigen Donnerstag, 20 Uhr, mit dem "besonderen Abend". Das Besondere daran: die Oben-Ohne-Bedienung.
Aber Freddy Winckler wäre kein echter Schlawiner, wenn damit alles vorbei wäre. Das Annafest läßt er sich mit seiner Bar auf den oberen Kellern nicht nehmen - und somit heißt es schon bald wieder: "Are you ready for Freddy?"

Abschiedsprogramm

Am Freitag, 1. März, ab 20 Uhr, gibt es Live-Musik mit den "Jets". Dabei werden, wie an den anderen Tagen, Tombola-Lose verkauft.Am Samstag, 2. März, lässt eine Hitparade ab 20 Uhr die Schlawiner-Zeit von 1984 bis jetzt aufleben. Und schließlich ist am Sonntag, ab 20 Uhr "Restla-Saufen" und Tombola-Ziehung.
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