Obertrubach
Verabschiedung

Ein Zapfenstreich zum Abschied

Die Gemeinde Obertrubach verabschiedete ihren Pfarrer Werner Wolf mit einer außergewöhnlichen Veranstaltung.
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Die Ministranten vor der Naturbühne Foto: Franz Galster
Die Ministranten vor der Naturbühne Foto: Franz Galster
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"Ich habe schon etwa achtmal eine Verabschiedung von Priestern gesehen, aber so etwas Gewaltiges wie in Obertrubach nicht", entfuhr es spontan dem ehemaligen MdL Walter Hofmann. War die Veranstaltung am Morgen in der Kirche schon denkwürdig, so setzten die Vereine der Gemeinde mit einem Zapfenstreich noch eins drauf.

Klänge der Jugendblaskapelle

Bei einbrechender Dunkelheit zogen sie vom Rathaus zum Pfarrhaus, um Pfarrer Werner Wolf abzuholen. Mit Fackeln und unter den Klängen der Jugendblaskapelle zog man dann durch den Ort zur Wiese vor dem Altarstein. Mit von der Partie war unter anderen Pater Flavian aus Gößweinstein. Die politische Seite repräsentierten MdB Silke Launert und MdL Michael Hofmann. Auf dem wohl vorbereiteten Gelände hatten sich um die 700 Gäste niedergelassen. Der durch viele Lichter beleuchtete Altarstein beherrschte die stimmungsvolle Szene im Hintergrund. Davor hatte sich auf der Naturbühne der Gemeinschaftschor aufgestellt, eine Sängerschar, gebildet aus allen Sangesgruppen der Gemeinde. Daneben der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Betzenstein, gelebte Ökumene auch an diesem Abend, so wie es immer das große Anliegen des scheidenden Pfarrer Wolf war.

Lieder zum Wirken des Pfarrers

Der Gemeinschaftschor unter Leitung von Ludwig Erhard hatte sich vorwiegend Liedgut zum Wirken von Werner Wolf vorgenommen. Dazu zählte das Priesterlied, getextet von Pfarrer Wolf nach der Melodie von "Lobet den Herren" und einem Satz von Ludwig Ebenhack. Es wurde gewidmet zum 40. Priesterjubiläum. "Kein schöner Land" - nach dieser Melodie dichtete Erich Kirsch einen Text, der das Wirken von Werner Wolf in seiner Pfarrei beschreibt. "Theater und Blasmusik, die Plauderstund', den Florianstag - er hat's gegründet" ist da zu hören. Es erzählt von fröhlichen und traurigen Anlässen und von der Überzeugung, dass sein Herz (des Pfarrers) immer im Trubachtal bleiben möge.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Markus Habermann betonte eingangs, der Zapfenstreich sei ein Zeichen der Dankbarkeit. Kein Abschied für immer soll es sein. Pfarrer Wolf hatte ausdrücklich keine Geschenke gewünscht. Der bewegenste Moment war es für Wolf, der mit dieser Veranstaltung überrascht wurde, als etwa 60 seiner Ministranten unter den Klängen der Jugendblaskapelle mit Lichtern in der Hand feierlich durch die Reihen einzogen und einen großen Halbkreis vor der Naturbühne bildeten. Zu ihnen, wie den Kindern im Kindergarten, pflegte er immer eine besonders innige Beziehung.

Für die Kinder war es ein Bedürfnis, nach der Erstkommunion zu den Ministranten zu gehören. Bei ihnen fiel Pfarrer Wolf der Abschied sichtlich schwer. "Haltet zusammen unter dem Zeichen des Kreuzes", appellierte er an die Gemeinde. Dabei schaute er mit Freude auf die beleuchtete Kulisse des Altarsteins, von dem seit einigen Monaten auch ein großes Kreuz grüßt. Er dankte Bernd Reichel, dass er das Gelände dafür zur Verfügung stellt.

Zum Abschluss spendete er seinen letzten Segen. Habermann dankte allen Helfern und Bernd Reichel sagte, was viele dachten, denn der Tag habe die kühnsten Erwartungen übertroffen. Er endete mit der Fahnenparade an der Pfarrkirche St. Laurentius. Was nun, stellt sich die Frage nach dem Abschied. "Wir rücken enger zusammen", sagte Pfarrgemeinderat Erich Kirsch zuversichtlich. Pfarrer Werner Wolf hinterlässt ein großes Erbe.

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