Forchheim
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Ein schmackhaftes Kulturgut: Forchheims kulinarische Vielfalt soll bekannter werden

Schon vor Jahrhunderten war Forchheim für sein gutes Brot und Bier bekannt. Mit Festen, Kampagnen und Auszeichnungen zeigt sich die Stadt noch heute von ihrer leckeren Seite und knüpft an die Tradition an.
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Seit 1840 ist das Annafest im Kellerwald Kult. Doch nicht nur dort kommen Besucher und Einheimische zum Schlemmen zusammen. Foto: Archiv
Seit 1840 ist das Annafest im Kellerwald Kult. Doch nicht nur dort kommen Besucher und Einheimische zum Schlemmen zusammen. Foto: Archiv

Dass Forchheim und Genuss zusammen gehören, das ist schon lange bekannt: Bereits im 13. Jahrhundert hatte die Stadt den Ruf, gutes Mehl herzustellen. Kein Wunder, dass die heimischen Bäcker ihre Waren sogar bis in die Reichsstadt Nürnberg lieferten. Im Jahr 1406 gab es in Forchheim zwölf Müller. Das "schneeweiße" Brot der Bäcker lobte sogar der spätere Papst Pius II. bei einem Besuch im Jahr 1450.

Eine lange Biertradition

Neben den Backwaren spielte damals schon das flüssige Brot eine große Rolle: Nicht ohne Grund gibt es einige Veröffentlichungen allein zur Biertradition in Forchheim. Wie die Tourist-Information mitteilt, wurde das erste Kommunbrauhaus bereits 1511 in der Wiesentstraße errichtet und das zweite 1750 in der Hornschuchallee.

Kurz darauf, im Jahr 1774, sollen allein in Forchheim 180 Familien ein Braurecht besessen haben. 1850 gab es, bei etwa 3000 Einwohnern, 38 Schankstätten und über 20 Bierkeller in der Stadt.

Heute bestehen in Forchheim, mit zehnmal so vielen Einwohnern, nur noch die vier Brauereien Neder, Hebendanz, Greif und Eichhorn. Dafür ist es im Kellerwald mit mehr als 20 Bierkellern eng geblieben. Seit 1840 wird dort jährlich das Annafest gefeiert. Jüngster Meilenstein der langen Biertradition ist die Auszeichnung der Forchheimer Bierkönigin - die wird seit 2005 alle zwei Jahre gekürt und trägt gleichzeitig den Titel "erste Oberfränkische Bierkönigin."

Als Genussort ausgezeichnet

Als der Freistaat 2018 einen Wettbewerb veranstaltete, um die 100 schönsten Genussorte Bayerns zu finden, ging Nico Cieslar, Leiter der Tourist-Information, mit der Stadt ins Rennen: "Ich war von Anfang an von dem Wettbewerb begeistert und habe mich mit den Forchheimer Regional-Erzeugern ausgetauscht, um am Bewerbungsverfahren teilzunehmen", sagte er damals.

Stadt Forchheim: Forchheim im kulinarischen Reiseführer "100 Genussorte in Bayern"

Die Stadt hat sich mit regionalen Produkten, Traditionsbetrieben und kulinarischen Ideen beworben, wie zum Beispiel dem Gebäck "Urrädla" oder der"Bierbreze" und wurde letztlich als "Genussort" ausgezeichnet. Sehr wichtig für den Erfolg der Bewerbung sei es gewesen, dass die Regionalprodukte erlebbar sind.

So können Besucher zwischen vielen Erlebnisangeboten wählen, wie zum Beispiel einer Bier- und Kaffeeverkostung, einer Bierkellerführung, einer "Genießertour" durch die Stadt oder dem "Walk of Beer", eine Bierroute zwischen Innenstadt und Kellerwald. Die Bierroute wurde 2019 vom Bayerischen Brauerbund und dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband mit der "Goldenen Bieridee" ausgezeichnet.

Mit kulinarischer Vielfalt werben

Aufbauend auf den Titel "Bayerischer Genussort" wollte Cieslar verdeutlichen, wie viel Gastgeberkultur und Kulinarik Forchheim zu bieten hat. Er hatte daher die Idee zur Kampagne "Forchheim genießen". Dabei konnten die Forchheimer im Frühjahr Tipps geben und abstimmen, welcher ihr Lieblingsbetrieb zum Wohlfühlen und Genießen ist. Von Metzgereien bis hin zu Restaurants war alles dabei. "Ziel ist es, Forchheim als Reisedestination in der Genussregion Oberfranken sowohl bei Besuchern von außerhalb bekannter zu machen, als auch die Einheimischen für die kulinarische Vielfalt ihrer Stadt zu sensibilisieren", so Cieslar.

Bis April gingen 34 anonyme Vorschläge ein. Die Abstimmung hat ergeben: Die Lieblingsbetriebe der Forchheimer sind die Restaurants "Zum Alten Zollhaus", das "Café und Töpferei Himmel und Erde", die Espressobar "Vespa Café", die Wirtschaften "Vogelgässler" und das "Stadtlockal", das italienische Restaurant "L'Osteria", die Kaffeerösterei "Bogatz", die Weinstube "Wein Dietz" sowie die Restaurants "Villa 4" und "Misako Sushi".

Doch nicht nur die Genuss- und Wohlfühlbetriebe, die Tourismusangebote und der Titel, sondern auch kulinarische Feste sollen Forchheim als Genussort kennzeichnen. So wurde in diesem Jahr erstmals das "Festival der Genüsse" in der Kaiserpfalz veranstaltet. Schon jetzt steht fest: Auch im nächsten Jahr können Besucher und Einheimische wieder entlang der "Genießermeile" schlemmen. Bis dahin auf einen Leckerbissen warten müssen Gourmets aber nicht: Schon im September dreht sich beim "Foodtruck Festival" alles um die kulinarische Vielfalt.

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