Laden...
Leutenbach
Tierliebe

Ein Leutenbacher ist Immobilien-Makler für Vögel

Jahrelang hat sich Georg Drummer aus Leutenbach für Wildvögel eingesetzt. Jetzt sucht er einen Nachfolger für seine ehrenamtliche Arbeit.
Artikel drucken Artikel einbetten
Tauben-Kind Phoebe auf der Hand von Georg Drummer. Fotos: Barbara Herbst
Tauben-Kind Phoebe auf der Hand von Georg Drummer. Fotos: Barbara Herbst
+7 Bilder
"Da hat sich doch glatt ein Siebenschläfer mit seinen Kindern eingenistet", ruft Georg Drummer. Mit seinen 75 Jahren steht er schon etwas wacklig auf der Leiter, die er an den Baum gelehnt hat, an dem einer seiner Nistkästen hängt. "Der ist eigentlich für die Vögel gedacht, aber ab und zu verkriechen sich auch Haselmäuse oder Siebenschläfer darin", erzählt er lächelnd.

Etliche Einflüsse bedrohen den Wohnraum und somit den Bestand der Vögel in unserer Heimat: Forst-Rodungen, oder auch der Einsatz von Nutzfahrzeugen und Pestiziden in der Landwirtschaft.

150 Goldammern

"Es ist die Pflicht eines jeden, dass man versucht, gut zu machen, was man kaputt gemacht hat", sagt Georg Drummer. Während er in seiner Kindheit fast 150 Goldammern vor dem Fenster herum hüpfen sah, kann er heute nur noch wenige beobachten.
Deshalb bemüht er sich, neuen Wohnraum für die Vögel zu schaffen.
Über 400 selbstgebaute Kästen hat der "Schorsch" in all den Jahren, in denen er sich der Wildvogel-Pflege widmet, aufgehängt. Diese Kästen hängen in einem Areal, das sich vom Forchheimer Stadtteil Burk bis nach Pretzfeld erstreckt. "Ich bin sozusagen Immobilien-Makler für Vögel", sagt er schmunzelnd.

Der gebürtige Leutenbacher ist seit er denken kann ein Tier- und Naturfreund. Schon als Kind wusste er, wo die Vögel nisten und hatte sogar eine Eiersammlung. "Ich bin eben grün geboren", lacht er - "und damit spreche ich nicht von der Politik".

Seit er vor zwölf Jahren in Rente ging, nutzt er seine Freizeit ganz für sein liebstes Hobby. Sein breites Wissen über Vögel hat er sich anhand von Literatur angeeignet.

So weiß der 75-Jährige zum Beispiel, dass der Hausrotschwanz, die Bachstelze oder die Amsel gerne in Häusernischen auf zweieinhalb bis drei Metern Höhe nisten. Fliegenschnäpper und Schwalben hingegen in bis zu fünf Metern Höhe, um besser Insekten fangen zu können.

Auch Nager nutzen die Nistkästen

Die meiste Arbeit fällt im Februar und März an. Da müssen die Nistkästen sauber gemacht werden, bevor die Brutzeit beginnt. Warum man das nicht gleich im Herbst machen kann? Zwar fliegen da die meisten Vögel in den wärmeren Süden, jedoch werden die Nistkästen dann von vielen anderen Tieren zum Überwintern genutzt.

Flöhe bedrohen die Brut

Haselmäuse und Siebenschläfer tragen, noch bevor sich die Blätter verfärben, Laub in die Kästen. Das zerfallende Laub spendet dann im Winter die nötige Wärme.

Zu Jahresbeginn, wenn sich die meisten Nager wieder in ihre selbstgeschaffenen Unterschlüpfe zurückziehen, wimmelt es in den Kästen nur so von Flöhen und Ungeziefer.

"Das muss alles raus, sonst beißen sich die Flöhe in das Gefieder der Vögel. Das überleben die Neugeborenen nicht", erklärt Georg Drummer. Neben dem Bau und der Pflege der Nistkästen beschäftigt den alten Tierfreund dieses Jahr noch etwas ganz anderes. "Das regnerische Wetter hatte zur Folge, dass immer weniger Insekten geflogen sind, die für viele Vögel Hauptnahrung sind. Etliche Schwalben konnten nicht überleben."

Deshalb habe er versucht, neben dem Wohnraum, auch Nahrung bereitzustellen. Zu diesem Zwecke baute er in seinem Garten ein Insekten-Hotel. Und im Wald sicherte Drummer die Ameisenhaufen mit Draht-Netzen, damit sie nicht vom Regen abgetragen werden.

Aufgrund seines Alters möchte Georg Drummer all diese Aufgaben jetzt abgeben. Am liebsten wäre ihm, mehrere Nachfolger würden sich um das sehr große Areal kümmern.

Nachfolger gesucht

Zu der Wildvögel-Pflege gehört hauptsächlich das Reinigen und die Reparatur der Nistkästen im Frühjahr. Wer sich für das Ehrenamt des Wildvogel-Pflegers interessiert, kann sich bei Georg Drummer in Leutenbach (St- Moritz-Straße 11, Tel. 09199/461) melden.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren