Forchheim
Kirche

Ein Kreuz als Erkennungszeichen

Die baptistische Gemeinde Forchheim hat vor ihrer Kirche ein Kreuz aufgestellt. Sie will damit das Gebäude als Gotteshaus besser sichtbar machen.
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Mit einem Kran wird das Kreuz aus Aluminium vorsichtig aufgestellt.Pauline Lindner
Mit einem Kran wird das Kreuz aus Aluminium vorsichtig aufgestellt.Pauline Lindner
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"Man findet uns so schlecht; wir sagen immer: gegenüber von Möbel-Fischer", sagt Astrid Harbeck über die Lage der Kreuzkirche der baptistischen Kirchengemeinde. Das ist ein sachlicher Grund, das doch eher unauffällige Gebäude mit einem großen Kreuz zu kennzeichnen. Aber nur ein Grund. Die Baptisten wollen sich als Kirche in Forchheim nach außen zeigen, nachdem genau 20 Jahre vergangen sind, seit denen das Gotteshaus erbaut wurde. "Wir sind die Kreuzkirche", soll es, so Gemeindeältester Alfons Zwosta, jedem mitteilen.

Kunstschlosser Klaus Greulich hat das markante Kreuz aus Aluminium gefertigt. Ein Kranwagen der Firma Hellmann hebt es vorsichtig in die Senkrechte und lässt es langsam auf die vorbereiteten Fundamentstangen gleiten. Es scheint schon geschafft zu sein, da blockiert etwas die letzten Zentimeter. Spuren des Glasstaubs sind es, der zur Oberflächenbehandlung eingesetzt wurde, findet der Fachmann schnell heraus. Nochmal auf Start und gründlich putzen, dann "flutscht" das mehrere Meter hohe Gebilde an seinen Standort. "Das Wichtigste war hier das Fundament", klärt Greulich die umstehenden Gemeindemitglieder auf. Denn das Kreuz muss dem Wind standhalten; die Probe aufs Exempel hat der Wetterbericht schon angekündigt.

Zum Kreuz als Kennzeichen passt auch der Fahnenmast, der zeitgleich aufgestellt wird, genauer: das Motiv auf der Fahne. Auf orangem Grund steht unübersehbar der Name Jesus. Und darunter das Logo der Kreuzkirchengemeinde. "Es geht beim Glauben nicht um Rituale, sondern um eine ganz persönliche Beziehung zu Jesus", erläutert Harbeck die Motivwahl.

Aus dem T von Baptisten wächst eine Blume mit einen kleinen Kreuz in der Mitte. Für Pastor Michael Michelfelder symbolisieren die Blütenblätter die Einrichtungen und Organe der Stadt und in der Stadt. Ein Zeichen, dass sich die Kirchenmitglieder keinesfalls außerhalb der Gesellschaft sehen wollen.


Junge Glaubensgemeinschaft

Denkt man in den 500-Jahr-Dimensionen des Reformationsgedenkens, sind die Baptisten in Deutschland ein junge Glaubensgemeinschaft, obwohl ihre Wurzeln ebenfalls in der Zeit des religiösen Umbruchs um 1500 liegen. In England bildeten sich, so Pastor Michelfelder, die "Independent Congregations", die auf eine persönliche Entscheidung für den Glauben, nicht auf obrigkeitliche Verordnung und Willen von Vorfahren setzten. Mitglieder von ihnen waren es, die mit der aus den Geschichtsbüchern bekannten Mayflower amerikanischen Boden betraten. Und dort etwas heute Selbstverständliches schufen: Religions- und Glaubensfreiheit als in der Verfassung geschütztes Menschenrecht.


Aus Spenden finanziert

Die freie Entscheidung des einzelnen, so der Pastor weiter , prägt bis heute das Gemeindeleben. Bis hin zum finanziellen Engagement. So etwas wie Kirchensteuer kennt die Freikirche nicht, auch wenn sie den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts hat. So wurde der Kirchenbau vor 20 Jahren wie auch das Kreuz aus freiwilligen Spenden finanziert.
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