Laden...
Forchheim
Engagement

Ein Jahr Fridays for Future in Forchheim: Diese Teenager wollen die Stadt verändern

Die geplante Fridays for Future-Demo in Forchheim ist wegen des Coronavirus abgesagt. Die jungen Aktivisten wollen ihre Stadt weiter verändern - nachhaltig.
Artikel drucken Artikel einbetten
Sie stehen Kopf für den Klimaschutz - Nicolai Prechtel, Lena Kiermaier und Johanna Förster (r.) wollen weitermachen. Foto: Ronald Heck
Sie stehen Kopf für den Klimaschutz - Nicolai Prechtel, Lena Kiermaier und Johanna Förster (r.) wollen weitermachen. Foto: Ronald Heck
+1 Bild

Statt die Schulbank zu drücken, ziehen Hunderte Schülerinnen und Schüler durch die Straßen Forchheims und protestieren lautstark für eine andere Klimapolitik. Vor einem Jahr zog die erste Fridays for Future-Demonstration durch die Königsstadt.

Hinter der Forchheimer Klimaschutz-Bewegung stehen junge Teenager wie Nicolai Prechtel, Lena Kiermaier und Johanna Förster. Seit einem Jahr organisieren, mobilisieren und diskutieren sie im Namen des Klimaschutzes. Ob unter Gleichaltrigen, in der Familie oder mit Politikern. Was treibt die jungen Forchheimer an und wie fällt ihre Bilanz aus?

Die Anfänge der Bewegung

"Es hat sich etwas verändert. Klimaschutz ist jetzt viel mehr im Gespräch", sagt die 15-jährige Lena Kiermaier. Dabei hätten ihr am Anfang noch viele entgegnet, Protest bringe nichts. Vor einem Jahr macht eine Bamberger Freundin sie auf Fridays for Future (FFF) aufmerksam.

Weil Kiermaier damals wegen eines gebrochenen Beines zu Hause bleiben muss, fängt die Forchheimerin an, sich intensiv mit dem Klimawandel zu beschäftigen und schreibt Freunde an. Die Klimaschutz-Bewegung in Forchheim nimmt Fahrt auf.

Ende März 2019 beteiligen sich rund 350 Forchheimer Schüler und Erwachsene beim ersten Protestzug. Auch beim globalen Klimastreik Ende September mobilisieren sie in der Forchheimer Innenstadt. "Es geht darum, zu zeigen: Die Politik und die Menschen müssen ihr Verhalten verändern. Der Kern war immer das Demonstrieren", sagt Nicolai Prechtel.

Doch das Engagement der jungen Forchheimer Aktivisten geht über die Demonstrationen hinaus: Neben der Schule treffen sich die FFF-Teenager regelmäßig, diskutieren über Wege für einen besseren Klimaschutz, studieren Klimatheorien. Sie führen Interviews, organisieren Podiumsdiskussionen, reden mit Stadt- und Kreispolitikern, haben einen Klimanotstandsantrag in Forchheim gestellt.

Umweltbewusstsein sei allen drei Jungaktivisten bereits vor FFF wichtig gewesen. "Für die Umwelt habe ich mich schon immer interessiert. Auch meine Eltern achten darauf, dass wir nachhaltig leben", erklärt Johanna Förster. Hat sich ihr Schulleben durch ihr Klimaschutz-Engagement verändert? Ja, meinen die drei Aktivisten. Das Ehrenbürg-Gymnasium, wo Förster und Kiermaier die zehnte Klasse besuchen, setzte wegen Fridays for Future zum Beispiel Umweltwochen auf den Stundenplan, in denen der Klimawandel behandelt wurde. Auch in den Schulklassen des Herdergymnasiums sei diskutiert worden, bestätigt Prechtel.

Politik soll Weichen stellen

Und im Privaten? "Wir reden in der Familie mehr über den Klimawandel und haben auch einiges umgestellt", betont Kiermaier. "Wir versuchen natürlich auch, unser Konsumverhalten zu verändern. Jeder sollte seinen privaten Konsum überdenken - aber parallel dazu muss die Politik die Weichen stellen", fordert Nicolai Prechtel.

Mit Blick auf die Kommunalwahlen am Sonntag wollten die Fridays for Future-Aktivisten ursprünglich auch heute wieder in Forchheim demonstrieren. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus wurden alle Protestaktionen in Bayern jedoch abgesagt. Stattdessen wollen die Fridays for Future-Aktivisten in Bayern ihren Protest unter dem Motto "#Klimawahlen" ins Netz verlagern. Die Forchheimer Teenager betonen: Auch in der Königsstadt soll die Klimaschutz-Bewegung weitergehen.

Fridays for Future wollen im Netz streiken

Onlineprotest Die Veranstalter von "Fridays for Future" haben nach der Absage ihrer Demos wegen des Coronavirus (Covid-19) dazu aufgerufen, am Freitag stattdessen bei einer Online-Aktion mitzumachen. Mit dem Hashtag "#NetzstreikFürsKlima" sollen die Demonstrationsschilder in den sozialen Netzwerken im Internet veröffentlicht werden.

Webseite Weitere Informationen zu der Aktion gibt es unter www.fridaysforfuture.de.

Verwandte Artikel