Kirchehrenbach
Unternehmer

Ein Flascherl aus Kirchehrenbach

Der 25-jährige Rene Marsching aus Kirchehrenbach hat in München ein kleines Unternehmen gegründet.
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Rene Marsching Foto: Matthias Hoch
Rene Marsching Foto: Matthias Hoch

Es ist noch kein Jahr her, da begann sich die Idee im Kopf von Rene Marsching und seinen Arbeitskollegen Martin und Louisa zu festigen. "Wir wollten einfach mal ausprobieren, wie es ist, selbst etwas auf die Beine zu stellen", sagt der 25-Jährige, der in Kirchehrenbach aufgewachsen ist. "Wir hatten so viele Ideen, dass es eine Weile gedauert hat, bis wir uns entschieden hatten, was es werden soll", erzählt er.

Für die drei Jungunternehmer war der Antrieb nicht das Produkt an sich, sondern, dass sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollten. "Es ist nicht so, dass unser Job bei unserem jetzigen Arbeitgeber uns keinen Spaß macht", betont Marsching, "aber man weiß ja nie, was in den nächsten Jahren noch so alles passiert."


Heimatbezug

Bei der Produktentwicklung war den drei Wahl-Münchner wichtig, dass es einen lokalen Bezug und einen Heimatbezug hat. So wollten sie auch ein Stück weit auch ihre Verbundenheit zur neuen Heimat ausdrücken. "Mir gefällt es in München gut und die Stadt hat so viele schöne Ecken", erzählt Marsching. Deshalb seien er und seine Geschäftspartner auch auf die Idee gekommen, die Münchner Skyline auf ihr Produkt zu nehmen. "Eigentlich darf man das gar nicht erzählen", sagt Marsching und lacht dabei, "ich habe die Skyline händisch von Bildern abgemalt. Danach wurde sie dann vektorisiert, also für den grafischen Gebrauch aufgearbeitet." 15 Stunden habe das gedauert.


Freizeit-Objekt

Dass das Produkt der Jungunternehmer, die 25 und 26 Jahre alt sind, eine Trinkflasche geworden ist, hat den Ursprung in der Freizeitgestaltung der drei sportlichen Freunde."Wir waren im Englischen Garten oder der Isar, so genau weiß ich das gar nicht mehr, aber uns ist aufgefallen, dass überall Müll rumliegt und oft waren es eben Plastikflaschen", berichtet Marsching.

Weil sie einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und gleichzeitig ihre unternehmerischen Vorstellungen umsetzen wollten, reifte die Idee für "s'Flascherl".

Im Mai 2017 gründeten die Drei ihr Unternehmen, gingen zum Notar und starteten mit etwas Eigenkapital die Entwicklung der Flasche. Wichtig war es den Unternehmern, dass die Flasche nicht nur gut aussieht, sondern auch bpa-frei ist. "Bpa ist die Abkürzung für Bisphenol A", erklärt Marsching, "das ist ein Weichmacher der in geringen Mengen zwar nicht gefährlich ist, aber zu viel davon schadet dem Körper." Wenn sie schon ein Produkt auf den Markt bringen, so wollten sie dieses auch möglichst schadstoffarm halten, erklärt Marsching. Der Kirchehrenbacher ist stolz auf sein Flascherl, das merkt man. Jedes Teil der Flasche ist durchdacht, erklärt er. "Die Flasche soll auch ein bisschen an einen Maßkrug erinnern", sagt Marsching und deutet auf die sogenannten Augen der Flasche. Diese flachen, runden Vertiefungen sind sowohl auf dem Flascherl als auch auf Maßkrügen zu finden.
Ein Band in grau-schwarz mit Rautenmuster soll zudem an die bayerische Flagge erinnern.


Gefertigt in der Welt

Designt wurde das Flascherl in den USA, Hergestellt in China. "Es ist schon verrückt, wie das über das Internet alles so einfach geht", sagt der 25-Jährige. Sie hätten genau gewusst, was sie erwarten, doch als das erste Flascherl angekommen war, waren die drei Arbeitskollegen und Freunde überrascht. "Ich will jetzt nicht irgendwie übertrieben klingen, aber ich finde, mit diesen Augen fühlt es sich auch richtig geil an."

Seit einem Tag vor Weihnachten ist das Produkt nun beim Online-Händler Amazon zu kaufen. "Das war quasi ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für uns", erzählt Marsching. Seine Mutter sei die erste gewesen, die eine Flasche für 19,99 Euro bestellt habe. 1000 Stück sind bereits produziert, 500 davon haben schon den "s'Flascherl"-Aufdruck und wurden mit der Münchner Sykline versehen. "Wir warten jetzt mal ab, wie es so läuft. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir die anderen 500 Stück mit einem anderen Design versehen", sagt der junge Kirchehrenbacher, "vielleicht gibt es dann irgendwann auch ein Fläschla, mit Nürnberger Burg und Walberla drauf."

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