Forchheim

Zukunft gesichert - 23-Jähriger übernimmt oberfränkische Traditionsbrauerei

Die Zukunft der Forchheimer Traditionsbrauerei Neder scheint gesichert: Ein 23-jähriger Brauer übernimmt den Betrieb.
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Rafael Thiermeyer hat die Brauerei Neder gepachtet. Foto: Franziska Rieger
Rafael Thiermeyer hat die Brauerei Neder gepachtet. Foto: Franziska Rieger

Das Geheimrezept dafür, wie das Neder-Bier schmecken soll, weiß er schon einmal: Rafael Thiermeyer hat seit 1. Juli die Traditionsbrauerei Neder gepachtet, bei der er selbst seit sieben Jahren als Brauer arbeitet. Inhaberin Astrid Neder-Haub hat ihm die Brauerei, die Gaststätte und den Kellerbetrieb verpachtet.

Die Idee dazu hatte Neder-Haub selbst, sie ist auf den 23-Jährigen zugekommen - und hat damit allen Gerüchten, die in Forchheim über die Zukunft der Brauerei im Umlauf waren, ein Ende gesetzt. "Ich habe freilich lange darüber nachdenken müssen. Das ist keine Entscheidung aus dem Bauch heraus", sagt Thiermeyer.

Ein Mittelfranke in Forchheim

Der 23-Jährige stammt aus Weisendorf (Landkreis Erlangen-Höchstadt) und macht zur Zeit seinen Braumeister. Thiermeyer ist quasi ein Eigengewächs der Brauerei Neder. Vor sieben Jahren hat er dort nach seinem Schulabschluss eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer begonnen.

Seitdem arbeitet er in der Traditionsbrauerei. Dass es ihn als Mittelfranken nach Forchheim verschlagen hat, habe schlicht damit zu tun, dass er hier eine Lehrstelle bekommen hat. Zusammen mit vier anderen Brauern ist Thiermeyer für die - je nach Jahreszeit wechselnden - zehn unterschiedlichen Biersorten zuständig. Daran soll sich auch vorerst nichts ändern, dem Brauen will er treu bleiben. "Ich habe mehr Verantwortung. Aber ich mache im Alltag die gleichen Sachen wie zuvor", sagt Thiermeyer. Mehr Büroarbeit werde freilich dazukommen.

"Ich will die Gaststätte in dem Stil weiterführen", sagt er. Soll heißen: Gäste dürfen weiterhin ihre Brotzeit mitbringen. Auch der "Bayerische Ausschank", bei dem das Bier per Hand direkt aus dem Fass gezapft wird, soll erhalten bleiben. Als Brauer für Thiermeyer selbstverständlich: "Ich will die Qualität des Bieres halten." Große Veränderungen soll es vorerst also nicht geben, sagt Thiermeyer.

Das bestätigt auch Astrid Neder-Haub. "Es soll nach außen alles gleich bleiben", sagt sie. Weil sie keine Kinder und "ein gewisses Alter erreicht" hat, habe sie sich Gedanken gemacht, wie es mit der Brauerei weitergeht. Seit 2009 ist Neder-Haub Geschäftsführerin - und wird nun von Thiermeyer abgelöst. "Ich habe Rafael ausgesucht, weil er sehr ehrgeizig ist und Durchhaltevermögen hat", sagt Neder-Haub.

Seine Fortbildung zum Braumeister sei ein guter Anlass gewesen, um ihn wegen der Pacht zu fragen. In einer "Übergangszeit" will sie den 23-Jährigen nun begleiten und ihm beratend zur Seite stehen.

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