Eggolsheim
Infrastruktur

Ehemalige Industriebrache: Lindner-Park in Eggolsheim feierlich eröffnet

Der Lindner-Park in Eggolsheim ist feierlich eröffnet und eingeweiht worden. Eine Industriebrache wurde revitalisiert.
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Die Außenansicht des revitalisierten Lindner-Gebäudes in Eggolsheim Foto: Mathias Erlwein
Die Außenansicht des revitalisierten Lindner-Gebäudes in Eggolsheim Foto: Mathias Erlwein
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Nach erfolgreichem Abschluss der umfangreichen Maßnahmen zur Revitalisierung der Industriebrache des ehemaligen Lindner-Gebäudes samt Umgriff luden die Marktgemeinde Eggolsheim und deren 100-prozentiges Tochterunternehmen, die Gewerbe- und Wohnbau Eggolsheim GmbH (GWE), zum Festakt auf dem Gelände neben der Bahntrasse ein. Die GWE ist Eigentümerin des neu geschaffenen Lindner-Parks. "Die Revitalisierung des historischen Lindner-Gebäudes und die Entwicklung des gesamten Geländes zu einem Bildungs- und Gewerbepark ist ein herausragender Meilenstein für unseren Markt Eggolsheim", sagte ein stolzer Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB), gleichzeitig auch GWE-Aufsichtsratsvorsitzender, in seiner Festrede. Er hatte seine prächtige Amtskette umgehängt, die er nur zu ganz besonderen Anlässen trägt. Der Abschluss des 10,7 Millionen Euro teuren Projektes mit der Generalsanierung des alten Gebäudes und Neugestaltung der Außenanlagen war so einer.

"Vorzeigeprojekt in einer Vorzeigegemeinde"

Die große Anzahl an Ehrengästen aus Wirtschaft und Politik spiegelte die Bedeutung des Projektes wider. Stellvertretend für die politischen Vertreter, die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum (Grüne) und den Landtagsabgeordneten Michael Hofmann (CSU), sprach Landrat Hermann Ulm (CSU) ein Grußwort. Er bezeichnete die Fertigstellung des Lindner-Parks als "Vorzeigeprojekt in einer Vorzeigegemeinde". Die Revitalisierung sei in hervorragender Weise gelungen. Spannende Unternehmen und eine Bildungseinrichtung hätten sich jetzt dort niedergelassen, führte Ulm aus.

Riesiges Gebäude

In das riesige Gebäude mit über 7000 Quadratmetern Geschossfläche sind die Firma Naturstrom-AG, die Dr.-Wiesent-Schulen und die innovative Beschichtungstechnikfirma SAM-Coating eingezogen. Den "Tag der Freude" machte die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz komplett. Sie übergab den druckfrischen Förderbescheid in Höhe von 628.000 Euro für die Sanierung der Außenanlagen aus Mitteln der Städtebauförderung, die vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellt wurden.

Fördermittel

Für die Renovierung des Gebäudes hatte die Marktgemeinde zuvor schon 600.000 Euro an Fördermitteln aus dem kommunalen Investitionsprogramm (Kip) erhalten. "Die Maßnahme ist ein gelungenes Beispiel, wie staatliche Förderung klug eingesetzt werden kann", lobte die Regierungspräsidentin. Der Gebäudekomplex samt Außenanlagen erhielt in einer ökumenischen Segensfeier von dem katholischen Pfarrer Daniel Schuster und dem evangelischen Pfarrer Ulrich Bahr den kirchlichen Segen. GWE-Geschäftsführer Johannes Götz richtete seinen Dank auch an Eduard Nöth als Vertreter der Bayerischen Landesstiftung und an die Oberfrankenstiftung, die sich ebenfalls mit Fördermitteln am Großprojekt beteiligt hatten.

Gebäude besichtigen

Bei einem Tag der offen Tür konnte dann das Gebäude besichtigt werden. Die eingemieteten Firmen und die Dr.-Wiesent-Schulen mit ihrer Berufsfachschule für Altenpflege und der Fachoberschule Fränkische Schweiz präsentierten sich. Mit der Bäckerei Wirth hat sich zudem eine regionale Bäckerei in einem Nebengebäude am Lindner-Park niedergelassen.

Denkmalgeschütztes Produktionsgebäude

Die Grundlage für die jetzt abgeschlossene Revitalisierung der Industriebrache Lindner mit dem denkmalgeschützten Produktionsgebäude wurde 2007 geschaffen, als die Marktgemeinde Eggolsheim die ruinöse Fabrik und das dazugehörige Areal mit 30.000 Quadratmetern für zwei Millionen Euro kaufte. Die Blütezeit der auf Elektrotechnik und Porzellan spezialisierten Firma Lindner war in den 1950er bis in die 70er Jahre, dann begann der Niedergang in den 1980er Jahren. In der Spitze waren in Eggolsheim bis zu 500 Menschen bei Lindner beschäftigt.

Abbruch von Lagerhallen

Die Marktgemeinde begann nach dem Kauf sukzessive mit dem Abbruch von Produktions- und Lagerhallen sowie der Umwandlung von Teilflächen des Areals für den Wohnungsbau. Das historische Hauptgebäude wurde erhalten. Erst zog nach ersten Renovierungsarbeiten der Caritasverband Bamberg mit seiner Fachakademie für Sozialpädagogik vorübergehend dort ein. Dann nutzte die Marktgemeinde die Räumlichkeiten während der Schulsanierung für die Auslagerung der Schulklassen. Im Anschluss daran waren die Schüler der Forchheimer Realschule während der Sanierungsmaßnahmen dort beheimatet. 2015 war es dann mit der Zwischennutzung vorbei: Man begann eine langfristige Perspektive für das Gebäude zu entwickeln und installierte die Gewerbe- und Wohnbau Eggolsheim GmbH als Bauherren. Jetzt sei der "Kraftakt ohnegleichen" abgeschlossen, resümierte ein zufriedener Bürgermeister Schwarzmann. Etwa 20 Jahre muss das Gebäude komplett vermietet sein, damit sich die Investitionen rechnen.

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