Egloffstein
Marktgemeinderat

Egloffstein verabschiedet sechsten Haushalt in Folge ohne Kreditaufnahme

Die Marktgemeinde Egloffstein hat ihre Schulden auf eine Million Euro gesenkt. Der neue Haushalt hatte gleich die erste Bewährungsprobe zu bestehen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die energetische Sanierung des Kindergartens in Egloffstein und die Erweiterung werden in den nächsten Jahren viel Geld erfordern. Foto: Reinhard Löwisch
Die energetische Sanierung des Kindergartens in Egloffstein und die Erweiterung werden in den nächsten Jahren viel Geld erfordern. Foto: Reinhard Löwisch

"Die Kärrnerarbeit der letzten Jahre hat sich gelohnt", meinte der Bürgermeister der Marktgemeinde Egloffstein, Stefan Förtsch (CSU), als es in der Gemeinderatssitzung um die Verabschiedung des Haushaltes ging. Außerdem beschloss der Rat die Anschaffung eines gebrauchten Radladers.

Gemeint hat der Bürgermeister mit seiner Aussage die stark gesunkene Pro-Kopf-Verschuldung, die in den letzten zehn Jahren von 1495 Euro (2009) auf 428 Euro im letzten Jahr gesunken ist. Das ist ein Drittel weniger als der bayerische Durchschnitt mit 619 Euro. Die Schulden der Gemeinde sind von 2,9 Millionen Euro (Ende 2009) auf eine Million Euro (Ende 2018) gesunken. Knapp sieben Millionen Euro umfasst der neue Haushalt: 4,6 Millionen sind es im Verwaltungshaushalt, 2,3 Millionen im Vermögenshaushalt. Die höchsten Posten in den Ausgaben sind die Kreisumlage mit 855 000 Euro, die Personalkosten mit 1,4 Millionen Euro, Baumaßnahmen im Wert von knapp zwei Millionen Euro, darunter die Breitbanderschließung (170 000 Euro), Straßenbau (500 000 Euro) und die energetische Sanierung der Kita mit 320 000 Euro.

Größte Ausgaben

Für die Umgestaltung des Markplatzes werden 170 000 Euro angesetzt und für den neuen Bushalte- und Umsteigplatz 500 000 Euro. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt soll 855 000 Euro betragen. Für den Brandschutz (Feuerwehren) sind 87 000 Euro vorgesehen, fürs Freibad 40 000 Euro, für Stützmauersanierungen 80 000 Euro und für die Schuldentilgung 112 000 Euro.

Größte Einnahmen

Bei den Einnahmen sind die größten Brocken die Einkommenssteuer-Beteiligung mit 1,13 Millionen Euro, die Schlüsselzuweisung mit 777 000 sowie die Grund- und Gewerbesteuereinnahmen mit insgesamt 555 000 Euro.

Auf den Haushalt ist Bürgermeister Förtsch stolz: "Der Haushalt weist das beste Ergebnis seit 1991 auf. Es ist dies der sechste Haushalt in Folge, der ohne Kreditaufnahmen auskommt." Die Gemeinderäte votierten einstimmig für den Haushalt.

Radlader für den Bauhof

Eine erste Bewährungsprobe folgte auf dem Fuß: Der Bauhof benötigt einen Radlader für diverse Arbeiten und für den Winterdienst. Dritter Bürgermeister Günther Polster (WEU) als Leiter des Bauhofes hatte Angebote eingeholt. Die meisten Pluspunkte sammelte dabei der Radlader, eben auch weil er billiger ist als ein ausgerüsteter Traktor und besser geeignet für die geplanten Arbeiten. Nachdem alle Argumente ausgetauscht waren, entschieden die Räte, einen gebrauchten Radlader für 42 500 Euro anzuschaffen. Das Geld dafür sei im Haushalt vorgesehen, versicherte Polster.

Antrag

Für eine längere Diskussion sorgte ein Antrag von Manuel Vogel (UGL) der sich vom Bürgermeister eine Liste wünscht, die alle vom Gemeinderat genehmigten Vorgänge und den Status des Vorgangs nach Art einer Ampel enthält, wobei Grün für erledigt steht, Rot für Unterbrechung und Gelb für Wartestatus. Der Grund: Er möchte den Überblick darüber haben, wie der Stand der Dinge ist. Vogel erhofft sich dadurch eine bessere Information und Transparenz in der Gemeindearbeit. Geeinigt hat man sich darauf, dass der Bürgermeister überlegen soll, wie man das praktisch umsetzen kann, ohne dabei dem Bürgermeister bei der Arbeit zu sehr auf die Finger schauen zu wollen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren