Egloffstein
Bürgerversammlung

Egloffstein braucht Geld für Freibad, Marktplatz und Kindergarten

Auf den Markt Egloffstein kommen große Investitionen zu. Dies wurde in der Bürgerversammlung in Affalterthal deutlich.
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Der Marktplatz Egloffstein mit dem sanierungsbedürftigen BdK-Haus (Sozialwerk Bund Deutscher Kriegsopfer)   und dem alten Rathaus Reinhard Löwisch
Der Marktplatz Egloffstein mit dem sanierungsbedürftigen BdK-Haus (Sozialwerk Bund Deutscher Kriegsopfer) und dem alten Rathaus Reinhard Löwisch
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Die erste von drei Bürgerversammlungen im Markt Egloffstein war für Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) quasi ein Heimspiel, weil sie in seinem Geburtsort stattfand. 20 Bürger und fünf Gemeinderäte diskutierten mit ihm in Affalterthal über die Zukunft der Gemeinde- und Dorfpolitik.

Der Bürgermeister hatte fast nur gute Neuigkeiten im Gepäck. Der von einer Bürgerinitiative getragene Wunsch nach einem Mehrgenerationenspielplatz im Brunnleitental wird Realität. Durch das europäische Leader-Programm gefördert, wird der mit 50 000 Euro projektierte Spielplatz ab nächstem Frühjahr entstehen, wofür die Gemeinde einen Zuschuss von 23 000 Euro erwartet. Weiteres Geld steuern Vereine und Spenden bei, so dass laut Plan die Rechnung ziemlich aufgehen soll. Weiter soll ein Parkplatz im nördlichen Bereich Richtung Bieberbach auf der Fläche eines abgerissenen Hauses entstehen. Ursprünglich war geplant, so der Bürgermeister, dass eine Baufirma diese Arbeiten übernimmt. Doch die sind derzeit so gut ausgelastet, dass man sie nur mit überhöhten Angeboten anlocken kann. Nun will die Gemeinde den Platz selber pflastern und begrünen.

Das alte Rathaus

Gefragt wurde nach dem Zustand und den Sanierungsplänen bezüglich des alten Rathauses in Affalterthal, welches im Erdgeschoss seit vielen Jahren leer steht und im ersten Stock als Wohnung vermietet ist. 40 000 Euro seien insgesamt im Haushalt für die nächsten Jahre eingeplant, teilte das Gemeindeoberhaupt mit. Da kein akuter Bedarf bestehe und die Räume noch für einige Zeit vertraglich gebunden seien, könne auch keine umfassende Sanierung stattfinden. Der bisherige Mieter hatte günstige Konditionen erhalten. Im Gegenzug hat jener die Reparatur- und Verschönerungsarbeiten auf eigene Kosten durchgeführt.

Thema Freibad

Die Sanierung des Egloffsteiner Freibades war auch ein Thema. Rund zwei Millionen Euro stehen hier im Raum. Viel Geld für eine kleine Gemeinde wie Egloffstein, zumal noch weitere große Brocken befürchtet werden. Die größten Sorgen bereitet nach Aussage des Dritten Bürgermeisters Günther Polster (WEU) die energetische Sanierung und der Erweiterungsbau des Kindergartens. Hier allein sind die Kosten von bisher 900 000 auf jetzt 3,8 Millionen Euro gestiegen. "Und ein Ende ist noch nicht absehbar", meinte Polster. Ein weiterer dicker Brocken ist die Sanierung des Marktplatzes mit altem Rathaus und BdK-Haus (Sozialwerk Bund Deutscher Kriegsopfer) in Egloffstein: Beide gehören der Gemeinde und sind in stark renovierungsbedürftigem Zustand.

Wasserversorgung

Ein weiterer Punkt ist das von den Behörden seit langem geforderte zweite Standbein bei der Wasserversorgung. Um alle drei gemeindeeigenen Quellanlagen miteinander zu verbinden und somit für den Notfall zu rüsten, ist eine runde Million notwendig. Dazu kommen Sanierungen von Straßen wie dem Paradiesweg und der Rabensteinstraße. Auch hier ist noch lange nicht klar, ob man die Herstellung über Beitragszahlungen schaffen kann, da nur wenige Anlieger sehr viel Geld (90 Prozent der Erschließungskosten) zahlen müssten. Ein bisschen stimmte der Bürgermeister darauf ein, dass in naher Zukunft mit der Aufnahme von Krediten die Situationen entschärft werden soll. Er verwies darauf, dass die Gemeinde in den vergangenen zehn Jahren 2,5 Millionen Euro an Altschulden abbauen konnte und deshalb finanziell einigermaßen gut dastehe, wenn alles nach Plan verlaufe. Somit stünde einer neuen Kreditaufnahme nicht viel im Wege. Die Frage wird nur sein: Wie viele neue Schulden kann sich die Gemeinde leisten?

Tourismus

Der Tourismus in der Gemeinde laufe gut, meinte Förtsch. Es bestehe derzeit nur ein Problem: Wie man die Gäste mit Essen und Trinken versorgen kann. Seit kurzem ist wieder das Gasthaus "Zur Post" geöffnet, so dass sich die Lage am Markt etwas entspannt habe. Besonders erfreut ist der Bürgermeister über die Entwicklung des Wildparks Hundshaupten, der sehr stark frequentiert ist, was sich unter anderem in einem neuen Besucherrekord von mehr als 150 000 Gästen zeigt. Mit dem neuen ÖPNV-Umsteigebahnhof sei Egloffstein sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, meinte Förtsch. "Leider wird das Angebot von den Einheimischen zu wenig genutzt", bedauerte Förtsch.

Daten

Derzeit hat die Gemeinde Egloffstein genau 2222 Einwohner, eine Steigerung von vier Prozent gegenüber der letzten vier Jahre. 108 Kinder werden im Kindergarten betreut - ein Höchststand. Allein heuer gab es im Gemeindebereich 24 Geburten. Ob sich die Gemeinde künftig einen Hort leistet oder auf eine Ganztagsschule umschwenkt, hängt vor allem von den Zuschüssen ab. Derzeit wird der Hort als kostengünstiger favorisiert.

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