Eggolsheim
Großprojekt

Eggolsheim will sich gegen geplante Raststätte wehren

Der Markt Eggolsheim und die betroffenen Ackerbauern bereiten sich vor, sich gegen die geplante Tank- und Raststätte Regnitztal zu wehren.
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Der Parkplatz Regnitztal bei Eggolsheim reicht für die vielen Lkws oft nicht aus.  Zur Verbesserung  des Rastanlagen-Netzes soll dort eine Tank- und Raststätte gebaut werden. Landwirte müssten dafür Ackerflächen abgeben. Foto: Ronald Heck
Der Parkplatz Regnitztal bei Eggolsheim reicht für die vielen Lkws oft nicht aus. Zur Verbesserung des Rastanlagen-Netzes soll dort eine Tank- und Raststätte gebaut werden. Landwirte müssten dafür Ackerflächen abgeben. Foto: Ronald Heck
Der Marktgemeinderat Eggolsheim lehnt die geplante Tank- und Raststätte Regnitztal einstimmig ab. Das Gremium hat deshalb beschlossen, die örtlichen Bundes- und Landtagsabgeordneten einzuschalten, erklärt Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB). Die meisten Abgeordneten hätten bereits Stellungnahmen abgegeben, die in der kommenden Marktgemeinderats-Sitzung am 24. Juli vorgestellt werden.

Der Tenor: Fast alle würden die Autobahndirektion auffordern, mit dem Markt Eggolsheim zu reden, um zu einer verträglichen Lösung zu kommen. Eine komplette Ablehnung des Großprojekts sei unter den Abgeordneten eher selten. "Man muss sehen, ob politische Unterstützung von oben gegen das Vorhaben kommt und ob diese zu etwas führt." Auch Bürgermeister Schwarzmann setzt auf Dialog.


Forderung nach Alternativen zu suchen

Die Verwaltung hat die Autobahndirektion aufgefordert, andere mögliche Raststätten-Standorte im Regnitztal zu prüfen. Außerdem müsse analysiert werden, ob der bestehende Parkplatz Regnitztal beidseitig ausgebaut werden und die Anzahl der Lkw- und Pkw-Stellplätze dadurch reduziert werden kann. "Auf eine Tankstelle könnten wir ganz verzichten", so Schwarzmann. In Baiersdorf soll ein neuer Autohof kommen und in Buttenheim gebe es eine Tankstelle neben der Ausfahrt.


Sich juristisch wappnen

"Es ist ja nicht die böse Autobahndirektion, die die Tank- und Rastanlage bauen will, sondern die Bundespolitik, die einen Bundesverkehrswegeplan und darin auch ein Netz von Rastanlagen beschlossen hat", räumt Schwarzmann ein. Wenn das Projekt weiterverfolgt wird, werde sich der Markt Eggolsheim im Planfeststellungsverfahren juristisch wappnen.

"Die haben die Macht, das zu machen, was sie wollen", sorgt sich Landwirt Georg Huberth. Der Ackerbauer fühlt sich ohnmächtig, da die Autobahndirektion gesetzlich am längeren Hebel sitze. Seine Zuckerrüben-Felder, die für den Bau der Rastanlage benötigt werden, will er dennoch nicht verkaufen. "Das sind wunderbare Böden. So etwas gibt es hier in der Gegend gar nicht mehr", betont der Ackerbauer. Die zwei Hektar könnten nicht ersetzt werden. Nun fürchtet er, dass sie ihm weggenommen werden.



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