Eggolsheim
Kritik

Eggolsheim erhöht den Druck auf die Bahn

Bis Freitag, 21. Februar, noch können die Eggolsheimer ihre Einwände gegen die Ausbaupläne der Bahn formulieren. Ein neues Angebot der Bahn sorgt derweil für weitere Irritationen.
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Die Bahn will die Gleise in Eäggolsheim ausbauen. Dort aber regt sich Widerstand. Foto: Lengenfelder
Die Bahn will die Gleise in Eäggolsheim ausbauen. Dort aber regt sich Widerstand. Foto: Lengenfelder
Das Anhörungsverfahren der Gemeinde Eggolsheim und ihrer Bürger gegen die Pläne der Deutschen Bahn ist in vollem Gang. Am heutigen Freitag endet die Frist, in der Einwendungen abgegeben werden können.

Auch die Gemeinde reicht zwei Einwendungsschreiben mit insgesamt knapp 100 Seiten ein, die sie bei einer Rechtsanwaltskanzlei aus München in Auftrag gegeben hat. In ihrer jüngsten Sitzung hatten die Mitglieder des Gemeinderats über die Schreiben zu beschließen und taten dies auch einstimmig.

Darin enthalten ist unter anderem die Forderung nach einer großen Unterführung am Bahnhof, einem ausreichenden Lärmschutz im Bereich Neuses und im Bereich des geplanten Überholbahnhofs, der insbesondere die Bürger in Bammersdorf belastet.


Außerdem sollen 25 Pkw-Stellplätze am Bahnhof östlich der Gleisanlagen und südlich der Bahnhofsstraße als Ersatz für jene Parkplätze angelegt werden, die im Zuge der Baumaßnahmen aufgelöst werden.

Drei Kilometer Umweg

Darüber hinaus hält es der Gemeinderat für unzumutbar, dass der landwirtschaftliche Verkehr und auch Rettungshelfer in Zukunft einen knapp drei Kilometer langen Umweg über die Straßenbrücke der F0 4 zurücklegen müssten.

Das wäre dann der Fall, wenn der landwirtschaftliche Bahnübergang im Bereich des Sandabbaugeländes Reichold zwischen Eggolsheim und Bammersdorf wie von der Bahn geplant aufgelöst wird.

Die Bahn will in diesem Bereich aus wirtschaftlichen Gründen auf den Bau einer Straßenbrücke - wie ursprünglich geplant - verzichten und stattdessen lediglich das vorhandene Seitenwegenetz ergänzen.
Eggolsheim fordert auch einen verbesserten Erschütterungsschutz. Darüber hinaus soll die Gemeindeverbindungsstraße Unterstürmig-Neuses aufrecht erhalten werden. Dafür müsste eine geplante Brücke östlich über den Rinnig entsprechend verstärkt werden.

Der Ersatzneubau der Wege ist nur in einer mittleren Qualität geplant. Das hält die Gemeinde für nicht ausreichend, zumal da die Wege durch landwirtschaftliche Maschinen stark in Anspruch genommen werden.
Gemeinderat Josef Arneth (WG EUK) sagte während der Sitzung, dass der Ortsteil Unterstürmig bei der Lärmbetrachtung nicht vergessen werden solle. Der Lärmschutzwall Ost müsse Richtung Unterstürmig verlängert werden. "Auch der Aussiedlerhof soll einen aktiven Lärmschutz erfahren", sagte Arneth.

"Das erschließt sich mir nicht"

Der Rat beschloss, diese Einwendung zusätzlich in das Schreiben aufzunehmen. Auch politisch will Eggolsheim Druck machen. Sobald die Anhörungsverfahren der Nachbargemeinden Hirschaid, Strullendorf und Altendorf abgeschlossen ist, wolle man eine gemeinsame Vorgehensweise - auch mit Forchheim - ins Auge fassen.
"Wir wollen auch uns übergeordnete Politiker dazu motivieren, an unserer Seite zu stehen", sagte Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB). Es gehe um "ein paar Millionen Euro mehr, um alle zu befrieden. Das ist im Vergleich zur Dimension des Streckenausbaus nur eine Kleinigkeit".

Schwarzmann verlas in der Sitzung ein frisches Angebot der Bahn, das wieder die Gemüter der Räte provozierte. Für 170 Euro im Monat würde die Bahn den östlichen Parkplatz am Bahnhof an die Gemeinde verpachten. Vor etwa zwei Monaten hatten Mitarbeiter der Bahn den Bereich mit Steinquadern abgesperrt, sodass dort kein Parken mehr möglich war.

"Wir sollen an die Bahn Miete oder Pacht zahlen, damit die Bahnkunden an die Gleise kommen? Das erschließt sich mir nicht", sagte Monika Dittmann (BB). Auch der Bürgermeister konnte sich nur wundern: "Dabei haben wir der Bahn auch noch angeboten den Parkplatz aufzuschottern."
Eine andere Planung der Bahn, in der es um die Erneuerung der Bahnstromleitung geht, hält die Verwaltung der Gemeinde dagegen für sinnvoll.

Bereits vor etwa zwei Jahren wurde bereits der Leitungsabschnitt Richtung Norden erneuert. Im südlichen Gemeindegebiet Richtung Forchheim befinden sich derzeit noch drei Masten, von denen zwei verschoben werden und ein Mast ganz entfallen soll.
Der Gemeinderat erteilte dazu einstimmig sein Einvernehmen. Vor Beginn der Baumaßnahmen soll aber eine Bestandsaufnahme der öffentlichen Straßen und Wege vorgenommen werden.

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