Ebermannstadt
Justiz

Ebermannstädter zu fünf Monaten verurteilt

Ein 47-Jähriger muss erneut für fünf Monate ins Gefängnis. Das ist die Folge seines Verhaltens gegen einen Restaurantbesitzer.
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Symbolbild. Foto: Jennifer Opel
Symbolbild. Foto: Jennifer Opel

"Wir müssen jetzt nicht ausführen, wie viel auf dem Teller war", stellte Richterin Silke Schneider klar. Kurz zuvor war es darum gegangen, ob der Beschuldigte nun seinen Teller leer gegessen hatte, wie es der Inhaber des indischen Restaurants in Ebermannstadt behauptete, oder ob der Angeklagte das Essen wegen zu geringer Qualität verschmähte. Denn so oder so verließ der 47-jährige, der momentan bei "Pack mer's" arbeitet, das Lokal ohne zu zahlen.

Daraufhin entspann sich ein Streit, der am Dienstagmorgen vor dem Amtsgericht in Forchheim verhandelt wurde und dessen Brisanz wesentlich höher war, als es vor Gericht kurzzeitig den Anschein hatte. Beleidigung, Betrug, vorsätzliche Körperverletzung und Bedrohung wurden dem Mann zur Last gelegt. Am Ende blieb Richterin Silke Schneider mit ihrer Verurteilung zu fünf Monaten Gefängnis noch einen Monat unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß.

Mitte Oktober letzten Jahres hat sich der Beschuldigte mit einem Freund im Außenbereich des indischen Restaurants getroffen. Es wurde getrunken und gegessen. Dann, so wurde ihm vorgeworfen, soll sich der Beschuldigte ohne zu zahlen auf den Heimweg gemacht haben. Daraufhin hat der Besitzer des Restaurants ihn eingeholt und zur Rede gestellt.

"Ich weiß nicht mehr alles", flüchtet sich der bereits mehrfach Vorbestrafte ins Allgemeine. Das Essen habe ich ihm nicht so geschmeckt. Es sei zu einer Diskussion gekommen, aber er habe niemanden am Hals gepackt und geschubst. Ein genaueres Bild konnten die Tochter des Besitzers und dieser selbst schildern. Nachdem der Vater den Mann zur Rede gestellt hatte, wurde dieser ausfällig, warf 20 Euro von den zu zahlenden 30 abschätzig auf den Boden und beleidigte die Familienmitglieder ausländerfeindlich und frauenverachtend.

"Dich kleine Missgeburt werde ich noch umbringen", wiederholte die junge Frau eine der erfahrenen Beleidigungen. Selbst nach diesen Entgleisungen sei er noch zweimal zu dem Restaurant zurückgekehrt und habe, so berichtet es der Vater, vor dem Fenster Schnittbewegungen an seinem Hals ausgeführt.

Dann war es der Tochter genug und sie rief bei der Polizei an. Wo die Aggressivität herkam, wisse sie nicht. Der Angeschuldigte hingegen versuchte die hohen Wodka-Anteil der Cocktails und seinen Alkoholpegel für die Ausfälligkeiten verantwortlich zu machen. "Wenn der was einschenkt, schenkt er schon gut ein."

Auch, dass er viele Male bereits in dem Restaurant zu Gast war, wollte er als positives Zeichen nutzen. Allerdings sind es andere Dinge, die letztlich das Urteil von Richterin Schneider bestimmen.

So waren sich die Richterin und der Angeklagte, der ohne Verteidigung erschien, bereits bekannt. Erst wenige Monate vor dem zu verhandelnden Fall war er aus dem Gefängnis entlassen worden. Sein Vorstrafenregister wollte Schneider nicht komplett vorlesen, aber die schiefe Bahn, von der der Angeklagte hoffte, abgekommen zu sein, wurde deutlich: illegaler Waffenbesitz, Handel mit Betäubungsmitteln, Nötigung und Kontakt zu verfassungsfeindlichen Organisationen.

Da konnte die Richterin, die dem Mann seine Alkoholisierung, die Entschuldigung vor Gericht und den Brief samt der fehlenden zehn Euro, die er an den Restaurantbesitzer geschickt hat, noch mildernd anrechnete, nicht mehr viel machen. Ihr Eindruck war, dass der Strafvollzug das einzige Mittel sei.

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