Forchheim

Dritte Spur auf der A73 zur Stoßzeit kommt

Die Standspuren auf der A73 zwischen Forchheim-Süd und Erlangen-Zentrum sollen in beiden Fahrtrichtungen zur Rushhour für den Verkehr freigegeben werden. Die Umbauarbeiten beginnen 2014. Zwei Jahre später soll alles fertig sein.
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Auf der A73 zwischen Forchheim-Süd und Erlangen-Zentrum sollen die Standspuren als Fahrstreifen freigegeben werden. Am Mittwoch waren Sie unter dem Schnee versteckt. Foto: Josef Hofbauer
Auf der A73 zwischen Forchheim-Süd und Erlangen-Zentrum sollen die Standspuren als Fahrstreifen freigegeben werden. Am Mittwoch waren Sie unter dem Schnee versteckt. Foto: Josef Hofbauer
Morgens und abends stehen viele Berufspendler auf dem Frankenschnellweg im Stau. Um das tägliche Chaos zur Rushhour zu entschärfen, will die Autobahndirektion Nordbayern die Standspuren als "dritte Spur" zwischen den Anschlussstellen Forchheim-Süd und Erlangen-Zentrum in beiden Fahrtrichtungen für den Verkehr freigeben.

Bislang ist diese temporäre Nutzung der Standspur im Berufsverkehr nur zwischen Baiersdorf-Nord und Erlangen in Fahrtrichtung Süd erlaubt. Im Jahr 2008 schaute so mancher Autofahrer verwundert nach rechts auf die Standspur. Dort fuhren Autos, gelenkt von den Fahrern in einer Selbstverständlichkeit, die den einen oder anderen Pendler erschreckte. Heute, vier Jahre später, gibt es keine Verwunderung mehr auf dem Streckenabschnitt der A 73 zwischen Baiersdorf-Nord und Erlangen. Die "dritte" Spur hat sich etabliert. Zumindest zeitweise. Denn es handelt sich um eine sogenannte temporäre Seitenstreifenfreigabe. Je nach Verkehr wird der Standstreifen für den Verkehr freigegeben. Eine Verkehrsbeeinflussungsanlage misst permanent den durchlaufenden Verkehr in Richtung Erlangen. Das Ergebnis, so die Autobahndirektion, sei positiv. Vor allem die morgendlichen Staus wurden deutlich verringert und die Verkehrssicherheit verbessert.


Ummarkierung reicht aus

Die Autobahndirektion plant nun, diese temporäre Freigabe weiter auszubauen. Und zwar soll in der entgegengesetzten Fahrtrichtung zwischen den Anschlussstellen Erlangen-Zentrum und Forchheim-Süd das selbe System ausgebaut werden. Auch in südlicher Fahrtrichtung von Forchheim nach Erlangen soll mithilfe dieser "dritten Spur" der tägliche Stau im Berufsverkehr weiter entschärft werden.

Laut der Autobahndirektion ist die Breite der bestehenden Fahrbahn auf der Bundesautobahn für die Einrichtung dieses temporären Streifens ausreichend, so dass lediglich eine Ummarkierung des Seitenstreifens erforderlich werde.

An den Anschlussstellen ist allerdings eine Verbreiterung der Fahrbahn von Nöten, da die Verzögerungs- und Beschleunigungsspuren neu angeordnet werden müssten. Davon betroffen sind wahrscheinlich alle Anschlussstellen. Besonders in Erlangen-Nord bestehen am Kanal-Denkmal beengte Platzverhältnisse. Die Autobahndirektion rechnet mit Kosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro allein für die Straßenbaumaßnahmen. Für den Ausbau des Verkehrsbeeinflussungssystems rechnet man mit weiteren Kosten rund sechs Millionen Euro.

Die Sicherheit der Autofahrer sieht der ADAC durch die temporäre Freigabe des Standstreifens nicht gefährdet. "Die Kameras der Verkehrsbeeinflussungsanlage überwachen permament die Seitenstreifen. Vor der Freigabe der Fahrspur wird automatisch überprüft, dass auf dem Seitenstreifen kein Pannenfahrzeug steht. Auch wenn der Verkehr in der Rushhour über den Seitenstreifen fließt, wird bei einer Störung der Seitenstraßen automatisch gesperrt", sagt Wolfgang Lieberth vom ADAC in Nürnberg.


2016 soll alles fertig werden

Das Thema Lärmschutzmaßnahmen spielt bei dieser Art der Fahrspurerweiterung allerdings keine Rolle, da die vorgesehene Ummarkierung keine bauliche Erweiterung um einen durchgehenden Fahrstreifen darstelle. In diesem Fall müssten nämlich Vorrichtungen zur Lärmabweisung angebracht werden.

Davon betroffen ist beispielsweise die Gemeinde Bubenreuth. Trotzdem begrüßt Bürgermeister Rudolf Greif (CSU) die Freigabe der Standstreifen für den Berufsverkehr. "Die A73 ist für uns Segen und Fluch zugleich", sagt der Bürgermeister. Die Nähe zur Autobahn lockt viele. Mehr Lärm wollen wenige. Der Bund plant seit Jahren den sechsstreifigen Ausbau der A73. Chancen auf eine schnelle Realisierung sieht Rudolf Greif allerdings nicht.

"Der sechsspurige Ausbau wird so schnell nicht kommen. Das liegt noch in weiter Ferne", will der Bürgermeister bei einem Treffen mit der Autobahndirektion erfahren haben. Die Bauarbeiten für die temporäre Freigabe der Seitenstreifen sollen im Herbst 2014 beginnen und spätestens im Jahr 2016 abgeschlossen sein.

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