Weilersbach
Diebstahl

Dreiste Diebe stehlen Rettungsspreizer aus Weilersbacher Feuerwehrhaus - Waren kriminelle Banden am Werk?

In der Nacht brechen unbekannte Diebe bei der Feuerwehr in Weilersbach ein und entwenden ein besonderes Rettungsgerät. Da erst vor eineinhalb Jahren ein Diebstahlversuch scheiterte, haben die Feuerwehrleute eine Vermutung.
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Ein baugleicher, akkubetriebener Rettungsspreizer wurde in der Nacht aus einem Einsatzfahrzeug in Weilersbach gestohlen. Feuerwehrkommandant Michael Henkel vermutet, dass kriminelle Profis hinter der Tat stecken. Foto: Ronald Heck
Ein baugleicher, akkubetriebener Rettungsspreizer wurde in der Nacht aus einem Einsatzfahrzeug in Weilersbach gestohlen. Feuerwehrkommandant Michael Henkel vermutet, dass kriminelle Profis hinter der Tat stecken. Foto: Ronald Heck
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Eigentlich war am Dienstagabend bei der Weilersbacher Feuerwehr eine Jugendübung angesetzt, doch es kam alles anders. Kurz vor 18 Uhr merkte der Jugendwart, dass ins Feuerwehrhaus eingebrochen wurde: Die Rollos an den Einsatzfahrzeugen standen offen, die Eingangstür am Hallentor war aufgehebelt, das Schloss verbogen - und der akkubetriebene Rettungsspreizer war weg. Sofort eilte Kommandant Michael Henkel ins Feuerwehrhaus, sagte die Jugendübung ab und kontaktierte die Polizeiinspektion Ebermannstadt. "Wir haben erst einmal nichts mehr angefasst, wegen der Spuren", erinnert sich Henkel.

Akku-Spreizer war die Beute

Die Ebermannstadter Beamten riefen die Kripo Bamberg zur Hilfe. Die Ermittler fotografierten den Tatort und nahmen sogar DNA-Spuren. Die unbekannten Einbrecher hatten offensichtlich nur ein Ziel: Sie haben aus einem der Löschfahrzeuge den akkubetriebenen, silberblauen Rettungsspreizer (Marke Lukas) geklaut. Dieses ganz spezielle Rettungsgerät ist rund 20 Kilo schwer, 80 Zentimeter lang und ist mit Zubehör etwa 7000 Euro wert.

Das Brisante an diesem Fall: Bereits vor eineinhalb Jahren haben Kriminelle versucht, das Rettungsgerät zu stehlen. Bereits im September 2017 sind Einbrecher durch ein Seitenfenster ins Feuerwehrhaus eingestiegen. "Damals wollten die Täter den selben Spreizer klauen und wurden vermutlich dabei gestört", berichtet Henkel. Damals ließen die Täter den Rettungsspreizer hinter dem Feuerwehrhaus liegen. "Wir vermuten, dass es etwas mit dem ersten Einbruch zu tun hat, weil diesmal alle Fahrzeuge nach dem Gerät durchsucht wurden", so der Kommandant.

Der gestohlene Rettungsspreizer ist etwas Besonderes. "Man kann vor Ort direkt das Arbeiten anfangen, weil er mit Akku arbeitet", weiß der zweite Kommandant Markus Friedel. Ältere Rettungsspreizer funktionieren mit Hydraulik und brauchen Schläuche und ein Aggregat. Die Feuerwehr in Weilersbach war die erste Wehr in Oberfranken, die einen akkubetriebenen Spreizer hatte. Die beiden Feuerwehrleute wissen, dass Verbrecher in Berlin mit einem baugleichen Gerät einen Geldtransporter aufgebrochen haben. "Deswegen vermuten wir, dass es kriminelle Banden sind, die sich genau unser Gerät besorgen wollten", so Henkel.

Nach dem ersten Diebstahlversuch brachte ein Feuerwehrkollege extra ein massives Gitter vor dem Fenster des Feuerwehrhauses an. Auch nach dem jetzigen Vorfall will die Gemeinde reagieren. "Jetzt müssen wir eventuell weitere Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel Rund-um-die-Uhr-Beleuchtung oder Kameras", schlägt Bürgermeister Gerhard Amon (CSU) vor. Bei der Feuerwehr könne nur das Haus besser gesichert werden, die Rollos an den Fahrzeugen müssen offen sein. "Damit die Floriansjünger im Notfall schnell ausrücken können", betont Kommandant Henkel.

Im Notfall nicht helfen können

Gleich am Mittwoch besorgten sich die Feuerwehrleute einen baugleichen Ersatz-Spreizer von der Herstellerfirma Lukas aus Erlangen. Denn zum Glück wurde der Diebstahl schnell bemerkt. "Wenn wir rausgefahren wären und dann der Spreizer nicht da gewesen wäre, hätten wir nicht helfen können", verdeutlicht Henkel die Gefahr. Letztes Jahr hatte die Weilersbacher Feuerwehr über 50 Einsätze, rund zehn Mal kam auch der mobile Rettungsspreizer zum Einsatz. Auch bei dem schweren Unfall auf der B 470 am 3. Januar, bei dem die Helfer zwei Frauen sowie drei Kinder aus einem Wrack befreiten, half der jetzt gestohlene Spreizer bei der Rettung.

Zeugenhinweise zum Einbruch ins Feuerwehrhaus

Schaden In der Zeit zwischen Montagnacht, 22.30 Uhr, bis Dienstagabend, 18 Uhr, öffneten die Einbrecher gewaltsam eine Tür des Feuerwehrhauses. Die Täter richteten laut Polizeiangaben zusätzlich Sachschaden von 1000 Euro an.

Suche Die Polizeiinspektion Ebermannstadt bitten deshalb die Bevölkerung um Hilfe: Wem sind verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Nähe der Weilersbacher Feuerwehr aufgefallen? Hinweise erbittet die Polizei an Telefon 09194/73880.



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