Eggolsheim
Haushalt

Die Marktgemeinde Eggolsheim investiert kräftig

Die Marktgemeinde Eggolsheim greift für geplante Investitionen die Rücklagen an, veräußert Anlagevermögen und nimmt auch einen Millionenkredit auf.
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Die Marktgemeinde Eggolsheim greift für die geplanten Investitionen auch auf Rücklagen zurück und nimmt auch einen Millionenkredit auf. Archivfoto: Ulrike Müller
Die Marktgemeinde Eggolsheim greift für die geplanten Investitionen auch auf Rücklagen zurück und nimmt auch einen Millionenkredit auf. Archivfoto: Ulrike Müller

Im Haushaltsplan 2019 hat Kämmerer Johannes Götz die Einnahmen aus den Straßenausbaubeiträgen noch angesetzt: "Wir sehen den Wegfall kritisch", erklärte Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB): "Was es stattdessen für die Kommunen geben wird, wissen wir noch nicht!"

Die Marktgemeinde nutzt die niedrigen Zinsen und hohen Zuschüsse für Investitionen. Allerdings steigt damit auch die Verschuldung, die zu Beginn des Haushaltsjahres 2019 bei 8,08 Millionen Euro lag. Um die geplanten Investitionen zu stemmen, werden zwei Millionen Euro aus der Rücklage entnommen und ein Kredit von 1,1 Millionen Euro aufgenommen.

Da die Marktgemeinde nicht nur ihre finanziellen, sondern auch die personellen Ressourcen für eine solche Tätigkeit braucht, waren bereits im vergangenen Jahr zwei neue Planstellen beschlossen worden, eine in der Bau- und eine in der Finanzverwaltung.

In diesem Jahr ist im Verwaltungshaushalt ein Überschuss von 2,17 Millionen Euro geplant, der in den Vermögenshaushalt überführt werden und dort zur Finanzierung der Tilgungsleistungen und der Investitionen dienen soll. Aus dem kommunalen Finanzausgleich bekommt die Marktgemeinde 1,4 Millionen, aus der Einkommenssteuer 4,6 Millionen Euro. Ferner rechnet die Verwaltung mit Einnahmen von 2,2 Millionen aus der Gewerbesteuer.

Personalausgaben: 3,18 Millionen

Vom Gesamthaushalt mit einem Volumen von rund 27,98 Millionen Euro entfallen auf den Vermögenshaushalt rund 14,29 Millionen Euro und auf den Verwaltungshaushalt rund 13,69 Millionen Euro.

Aus Steuern und Zuweisungen rechnet die Marktgemeinde im Verwaltungshaushalt 2019 mit rund 9,92 Millionen Euro, bei den Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb mit rund 3,44 Millionen Euro. Allerdings müssen von diesen Einnahmen auch Ausgaben bestritten werden: 3,18 Millionen Euro werden beispielsweise für Personalausgaben gebraucht und der sächliche Verwaltungs- und Betriebsaufwand schlägt mit 3,48 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt zu Buche.

14 Millionen Euro an Einnahmen

Aus der Veräußerung von Anlagevermögen generiert die Marktgemeinde zwei Millionen Euro, aus Beiträgen stammt gut eine Million Euro. Zuschüsse und Zuweisungen für Investitionen führen zu fast sechs Millionen Euro Einnahmen im Vermögenshaushalt. Insgesamt kommen etwas mehr als 14 Millionen Euro an Einnahmen im Vermögenshaushalt zusammen. Diesen stehen ebenfalls etwas mehr als 14 Millionen Euro an Ausgaben gegenüber: Für die Tilgung von Krediten sind beispielsweise eine Million Euro eingeplant und für Baumaßnahmen mehr als elf Millionen Euro.

Weitere Aufgaben warten

Hans-Jürgen Dittmann (CSU) wies auf die Verantwortung der Marktgemeinde hin, nicht nur auf die Zahlen zu achten, sondern die Maßnahmen gut zum Abschluss zu bringen. Er wollte wissen, ob dann alle in Pension gehen können, wenn das geplante große Pensum abgearbeitet ist.

"Wir sollten die Chancen nutzen", bestätigte Claus Schwarzmann ein gewisses Getrieben-Sein und räumte ein, dass die Marktgemeinde sicherlich das eine oder andere Vorhaben auch noch etwas in die Zukunft verschieben müsse. Doch der Wunsch, sich später zurückzulehnen, sei nur ein frommer Wunsch: "Daraus wird nix", konstatierte der Bürgermeister. Gerade die Städtebauförderung in Eggolsheim stehe ja erst am Beginn, und die vor 25 Jahren gebauten Kanäle müssten ebenfalls unterhalten werden. "Ich habe keine Angst vor Arbeitslosigkeit", schmunzelte Schwarzmann. Stattdessen sieht er die Sanierung des Sportgeländes und den Bau der zwei Kindergärten als nächste Ziele.

Drei Gegenstimmen

Mit jeweils drei Gegenstimmen beschlossen die Marktgemeinderäte die von der Verwaltung vorgelegte Haushaltssatzung für 2019, eine Erheblichkeitsgrenze von 250 000 Euro und die im Entwurf veranschlagten Mittel für die Jahre 2020 bis 2022.

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