Igensdorf
Gemeinderat

Die Lindelberghalle ist wie ein Klotz am Bein

Noch kann sich Igensdorf die Musikschule und die Bücherei leisten. Die Generalsanierung der Lindelberghalle ist aber ein großer Brocken.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Lindelberghalle wird gerade saniert. Foto: Petra Malbrich
Die Lindelberghalle wird gerade saniert. Foto: Petra Malbrich

Drei Millionen Euro Schulden wird die Gemeinde Igensdorf voraussichtlich Ende des Jahres haben. Die Lindelberghalle ist im Haushalt noch mit dem "alten Stand", der Generalsanierung, angegeben. Ob es dabei bleibt, darüber werden die Räte in einer Woche diskutieren.

Der hohe Schuldenstand aber ist es, der so manchen Rat Fragen zu künftigen Investitionen stellen lässt. "Wie sieht es mit Investitionen ab 2020 aus? Müssen wir sparen?", fragte Bernd Merkl (IU). "Drei Millionen Verschuldung mit der Lindelberghalle sind eine Hausnummer und problematisch für die Zukunft", meinte Kämmerin Alexandra Krupp. Wenn die Gemeinde ein negatives Ergebnis habe, kämen Auflagen. "Momentan haben wir die Entscheidungsfreiheit, uns etwas zu leisten wie die Musikschule", sagte die Kämmerin.

Schon vor der Haushaltsberatung musste die Kämmerin 1,5 Millionen Euro für die Sanierung der Lindelberghalle vom Gemeinderat bestätigen lassen. "Das Darlehen hat der Gemeinderat schon im vergangenen Jahr beschlossen", erklärte Zweiter Bürgermeister Johann Engelhard (IU), der schon seit Monaten den erkrankten Bürgermeister Wolfgang Rast (IU) vertritt. 1,069 Millionen Euro davon sind förderfähig. Die Aufsichtsbehörde, das Landratsamt, gab die Auflage einer Tilgungsrate von sieben Prozent. "Warum müssen wir jetzt über das Darlehen entscheiden, wenn wir erst in einer Woche ausführlich über die Lindelberghalle diskutieren und noch gar nicht wissen, was wir mit dem Projekt machen", entgegnete Barbara Poneleit (Grüne). Die finanzielle Situation sei sehr angespannt, deshalb müsse man den Kredit schnell aufnehmen, betonte die Kämmerin. "Das Geld brauchen wir ohnehin. Interessanter ist es, wie viel wir darüber hinaus benötigen", meinte Bernd Merkl (IU).

Das Geld sei für die Rechnungen der Lindelberghalle, erklärte Zweiter Bürgermeister Engelhard. Auch der zweite Antrag, ein weiteres Darlehen in Höhe von 431 000 Euro, ebenfalls für die Sanierung der Lindelberghalle, musste beschlossen werden. "Diesen Betrag brauche ich auf jeden Fall. Die Ausgaben sind schon getätigt", erklärte Kämmerin Krupp.

Dem zweiten Beschluss stimmten alle Räte zu, dem ersten Antrag über die 1,5 Millionen Euro verweigerten die beiden Grünen-Räte Barbara Poneleit und Günter Lang ihre Zustimmung.

Zwar wird angesichts der hohen Kosten die Zukunft der Lindelberghalle nochmals diskutiert, die Zahlen für die vormals beschlossene Generalsanierung stehen jedoch im Haushalt.

Die Haupteinnahmequelle der Gemeinde ist die Einkommenssteuer. Mit vier Millionen Euro hat die Kämmerin gerechnet, diese Zahl für die Folgejahre jedoch vorsichtiger benannt. Der Posten "innere Verwaltung" steige um 50 Prozent an, wunderte sich Günter Lang und fragte nach.

Damit war eine kurze, jedoch heftige Diskussion zum Thema "Gemeinsames Kommunalunternehmen Im Steinbühl" (GKU) eröffnet. Der Bauhof wurde ausgelagert, mit der Gemeinde Weißenohe wurde das GKU gegründet. 600 000 Euro sind dafür im Igensdorfer Haushalt eingestellt. Die Art und Weise der Rechnungsstellung des GKU gefiel Gemeinderat Robert Hempfling (CSU) nicht. "Auf den Rechnungen steht nicht einmal, was gemacht wurde. Solche Rechnungen kann man nicht bezahlen. Das kann auch niemand buchen", schimpfte Hempfling.

Dritter Bürgermeister Hans Jürgen Röhrer (SPD) bekräftigte, dass diese Diskussion im GKU bereits geführt wurde. Bauamtsleiter Andreas Finkes merkte an, in 300 oder gar 400 Seiten würde genau aufgelistet sein, wer was in welchen Gemarkungen ausgeführt habe. "Ich schreibe schon drauf, welches Konto es betrifft", meinte Finkes. Anfängliche Schwierigkeiten seien nun beseitigt. Der Winterdienst ist für den 2019er-Haushalt noch zusätzlich mit 80 000 Euro angegeben, weil er nochmals extern vergeben wird. Beim GKU sind für den Winterdienst dann 120 000 Euro eingestellt. "Das ist heftig. Wir haben doch keine Winter mehr", monierte Robert Hempfling.

Andere Maßnahmen für die Folgejahre sind die Sanierung der Feuerwehrhäuser mit je 100 000 Euro, der Rückbau des Brunnens und der Neubau des Kindergartens in Oberrüsselbach. Einstimmig wurden der Haushalt und der Finanzplan bis 2022 beschlossen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren