Laden...
Forchheim
Amtseinführung

Die Kirsche ist Kindheit und Heimat

Bei der Sparkasse Forchheim inthronisierte Landrat Hermann Ulm Rebecca Daut, die als Kirschenkönigin der Fränkischen Schweiz Sandra Grau beerbt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Sandra Grau (links) übergibt das Zepter an die neue Kirschenkönigin, Rebecca Daut, die das größte zusammenhängende Süßkirschenanbaugebiet Europas in den kommenden beiden Jahren repräsentieren wird. Das tut sie in fränkischer Tracht, entworfen von Familie Rosenbauer in Kunreuth. Fotos: Johannes Höllein
Sandra Grau (links) übergibt das Zepter an die neue Kirschenkönigin, Rebecca Daut, die das größte zusammenhängende Süßkirschenanbaugebiet Europas in den kommenden beiden Jahren repräsentieren wird. Das tut sie in fränkischer Tracht, entworfen von Familie Rosenbauer in Kunreuth. Fotos: Johannes Höllein
+4 Bilder

Der Name passt. Rebecca heißt unter anderem so viel wie "die Verbindung schaffende" - und genau das will Rebecca Daut während ihrer Regentschaft in den kommenden beiden Jahren erreichen. Als Rebecca die I., die neue Kirschenkönigin der Fränkischen Schweiz, will die 24-Jährige die Verbindung schaffen zwischen der "schönsten Gegend der Welt" mit ihren Obstbauern und Touristen oder Politikern.

"Um die Kirschblüte zu bewundern, muss man nicht nach Japan fahren", sagt die Langensendelbacherin bestimmt. Gerade jetzt, während der Kirschblüte, versprühe die Fränkische Schweiz einen besonderen Charme, den es in die Welt zu tragen gilt. Rebecca Daut hat als Kämmerin der Gemeinde Möhrendorf auf den ersten Blick nicht viel mit den Kirschen am Hut. Dabei wurde ihr das Steinobst quasi in die Wiege gelegt. Schon als Kind tobte sie zwischen den Bäumen der großelterlichen Plantage, der Mann an ihrer Seite stammt von einem Obstbauernhof.

Zwei Mitbewerberinnen

Sie verbindet mit der süßen Frucht viele schöne Erinnerungen, eine Landschaft, die sich eingebrannt hat, und ein Gefühl von Heimat. Neben dem profunden Fachwissen, Charme und einer großen Portion Motivation sei es Rebeccas Identifikation mit Region und Brauchtum gewesen, deretwegen die Fachjury ihr den Vorzug vor zwei weiteren Bewerberinnen gegeben habe, berichtete Landrat Hermann Ulm bei der Krönungszeremonie. Dass Rebecca I. als Sportschützin, Feuerwehrfrau und Kerwas-Madla aktiv ist, unterstreicht diesen Aspekt, doch die 24-Jährige wird ihr Engagement dort zurückschrauben müssen, denn als Kirschenkönigin wartet viel Arbeit auf sie.

Eine schöne Zeit

Vorgängerin Sandra Grau aus dem Pretzfelder 50-Seelen-Ortsteil Lützelsdorf absolvierte in ihrer auf drei Jahre gestreckten Amtszeit 70 Termine, besuchte Messen oder Feste und spulte dabei 11 121 Kilometer herunter. Berlin, München und sogar Südtirol standen auf dem Fahrplan. Zu den Highlights hätten neben dem Pretzfelder Kirschenfest zweifelsohne die Grüne Woche oder die Consumenta in Nürnberg gezählt, genau wie Treffen mit hochrangigen Politikern und anderen interessanten Persönlichkeiten. "Das war eine intensive, schöne Zeit mit vielen Verpflichtungen und Eindrücken, die mich persönlich weiterbringen", sagte Sandra Grau, bevor sie die Krone weitergab.

Feuertaufe in Pretzfeld

Die Kirsch- und Obstbauern stehen vor großen Herausforderungen. Die Umsetzung des Volksbegehrens Artenvielfalt und die Biotopkartierung sorgen für viel Unsicherheit. Auch deshalb hat es sich Rebecca I. wie ihre Vorgängerin auf die Fahne geschrieben zu repräsentieren, die Belange der Obstbauern nach außen zu tragen und viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Denn, so zeigt es die Erfahrung: Bei so manchem Entscheidungsträger herrscht oft Unwissenheit über die Interessen der betroffenen Menschen. Wie viel davon bei Hubert Aiwanger benötigt wird, bleibt abzuwarten. Bayerns Wirtschaftsminister hat jedenfalls sein Kommen zum 51. Pretzfelder Kirschenfest im Juli zugesagt. Dort wird auch Rebecca I. ihre Feuertaufe bestehen müssen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren