Forchheim
Landesgartenschau

Die "Fränkische" blüht auf der Blumeninsel

Auf dem ehemaligen Erba-Gelände in Bamberg präsentieren sich Aussteller und Besucher aus der Fränkischen Schweiz von ihrer allerschönsten Seite.
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Margarete Volk von der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim liebt die Tulpen.  Foto: Nikolas Pelke
Margarete Volk von der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim liebt die Tulpen. Foto: Nikolas Pelke
Es blüht und plätschert auf der Landesgartenschau. Neben roten Tulpen leuchtet hellblau der Vergissmeinnicht. Mittendrin steht Sylvia Müller. Im Dirndl drückt die Obertrubacherin gerade einem Mittvierziger mit Baseball-Kappe die neue Wanderkarte in die Hand.

"Wir kommen gerade erst aus der Fränkischen", sagt Erich Hämmert aus Wollbach bei Bad Neustadt, lacht und nimmt Sylvia Müller die bunte Karte aus der Hand. "Wir waren vorhin in Gößweinstein, dann in Breitenlesau beim Krug-Bräu. Es war wunderbar. Es gibt nichts schöneres als die Fränkische Schweiz", sagt der freundliche Mann aus der Rhön und verschwindet wieder im Strom der Gartenschaubesucher.

"Wir machen hier auf der Landesgartenschau ein bisschen Werbung für die Fränkische Schweiz", erzählt Sylvia Müller. Heute rühre sie die Werbetrommel, morgen sei Egloffstein an der Reihe. "Wir müssen als Fränkische zusammenhalten. Als einzelner Ort könnten wir das gar nicht alleine stemmen, hier auf der Gartenschau präsent zu sein", erzählt die Obertrubacherin weiter, während im Hintergrund Alfons Schumm vom Obst- und Gartenbauverein Eggolsheim erklärt, wie man Obstbäume fachmännisch veredelt. "Wenn Sie es so machen wie ich, haben sie 90 Prozent Anwachs chancen", sagt der versierte Hobbygärtner selbstbewusst. Das macht Eindruck beim Publikum. Auch Heidi Dotterweich aus Forchheim staunt im Kreis der Zuschauer, wie akkurat der Baumexperte mit seinem Messer die Äste seziert.

Dann setzt sie sich für ein kleines Päuschen auf einen Baumstumpf ans Bachufer. "Die Farbfolgen der Beete sind schon toll", schwärmt die Forchheimerin. Besonders das viele Wasser habe es ihr angetan. "Alles wirkt so natürlich. Hier soll ja auch schon der Eisvogel gesichtet worden sein. Und vorhin hab ein großes braunes Tier im Wasser mit einem Grasbündel im Maul schwimmen sehen - ich glaube das war ein Biber." Weil ihr die Parklandschaft so gut gefällt, habe sie sich sogar eine Dauerkarte geleistet. "Mein Auto ist gerade in der Werkstatt, da kann ich hier derweil schön die Zeit verbringen", findet sie.

Umweltbildung mit Gütesiegel

Nebenan planschen Kinder im Wasser. Mittendrin ist Nicole Hofmann. Die pädagogische Leiterin der Umweltstation Liasgrube hüpft von Stein zu Stein über den kleinen Bachlauf, indem Fische stromaufwärts am Wehr vorbei wandern können. "Die Kinder hier auf der Gartenschau sind natürlich alle heiß auf den Spielplatz am Wasser. Aber wir wollen hier trotzdem einfach die Gelegenheit nutzen, um noch bekannter zu werden", erzählt sie im Pavillon "Bayern Arche 13". Die Umweltstation aus Unterstürmig bei Eggolsheim habe sich beim bayerischen Umweltministerium erfolgreich dafür eingesetzt, dass sich Umweltbildungsangebote mit Qualität und Gütesiegel hier auf der Gartenschau gemeinsam präsentieren dürfen.

Margarethe Volk von der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim (WiR) setzt in Sachen Regionalmarketing auf Brauchtum und alte Handwerkskünste. Freilich wolle das Wirtschaftsnetzwerk die Gartenschau nutzen, um Touristen aus Nah und Fern die Region auf auf unterhaltsame Art näher zu bringen. So präsentierte man genauso die Volksmusikgruppe "Bämberer" sowie den Büttnermeister Anton Hofmann aus Hirschaid auf der Gartenschau. "Ich finde es gut, dass sie Handwerker ausgesucht haben. Die hätten ja auch einen Stand mit Brose oder Bosch machen können", findet Hofmann.

Kultur muss sein

"Die große Wirtschaft ist ohne Kultur auch nichts", sagt Wirtschaftsförderer Andreas Rösch. Derweil flechtet Margot Schmitt aus Altendorf neben einem bunten Blumenbeet an einem Weidenkorb und erzählt: "Ich mach´s einfach gern." Sie hänge eben mit "Herzblut" an ihrem Beruf. Mit ganzer Seele hängt auch Sylvia Müller an ihrer "Fränkischen". Allein der Weg von Obertrubach zur Gartenschau - einfach herrlich.

"Wir müssen den Spagat zwischen Tradition und Zeitgeist hinbekommen." Gut findet sie, dass immer mehr Wanderer mit Bus und Bahn in die Fränkische reisen. Denn zu viel Trubel will sie ihrer Fränkischen Schweiz auch nicht zumuten.
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