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Wüstenstein
Forschung

Die Bienen träumen sogar ...

Der Zoologe und Neurobiologe Randolf Menzel sprach beim Imkerverein Aufseß und Umgebung über die Intelligenz der Bienen.
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Eine Biene kehrt zu ihrem Stock zurück. Foto: Frank Rumpenhorst, dpa
Eine Biene kehrt zu ihrem Stock zurück. Foto: Frank Rumpenhorst, dpa
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Der Imkerverein Aufseß und Umgebung hatte zu einem Vortrag des bekannten Berliner Neurobiologen Professor Randolf Menzel zum Thema "Die Intelligenz der Bienen und wie wir sie stören" in den Gasthof Schoberth nach Wüstenstein eingeladen. Gekommen waren rund 120 interessierte Zuhörer, darunter auch viele Imker aus den Landkreisen Bayreuth, Bamberg und Forchheim.

Die Menschen lieben die Bienen nicht nur, weil sie süßen Honig produzieren. Laut Menzel gehören die Bienen zu den wichtigsten und intelligentesten Nutztieren der Erde. Ohne ihre Bestäubung stünde es schlecht um die Welternährung.

Sie denken, planen und zählen

Und sie könnten noch viel mehr: Ihr kleines Gehirn denkt, plant, zählt und träumt sogar.

Menzel erforscht seit über 50 Jahren das Verhalten der Bienen, deren Gehirne erstaunlich dem des Menschen ähneln. Bienen lernen Landmarken, um sicher im Gelände zu navigieren, sie assoziieren die Düfte, Farben, Formen und den Ort von Nektar und Pollen produzierenden Blumen; sie lernen voneinander, wenn sie sich mit dem Schwänzeltanz über die Richtung und Entfernung zu ertragreichen Nahrungsquellen oder einer neuen Neststelle informieren. Dabei ist ihr Lernverhalten außerordentlich reichhaltig, hat Menzel herausgefunden.

50 Millionen Jahre alte Tierart

"Für Bienen können wir nun zeigen, dass der Sammelzyklus von Futter mit der zeitlichen Dynamik der dabei eingesetzten Gedächtnisse eng verknüpft ist", erklärte der Forscher. Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft habe erheblichen Einfluss auf die Bienen.

Die Honigbiene in ihrer heutigen Form gibt es seit 50 Millionen Jahren. Weltweit sind 85 Prozent aller Kulturpflanzen von der Bestäubung durch Bienen und Hummeln abhängig. Diese Wertschöpfung wird auf 250 Milliarden Euro geschätzt. In Deutschland sind dies etwa zwei Milliarden Euro.

Die circa 400 Bienenvölker des Vereins erzeugen eine Wertschöpfung für Mensch, Natur und Wirtschaft von etwa 400 000 Euro. "Für 500 Gramm Honig fliegen unsere Bienen eine Strecke so lang wie dreimal um die Erde", sagt Markus Hilfenhaus, Vorsitzender des Imkervereins Aufseß und Umgebung.

Rund 50 Imker halten Bienen

Der Imkerverein Aufseß und Umgebung ist über 90 Jahre alt. Die Hälfte seiner fast 100 Mitglieder hält Bienen im Landkreis Forchheim. Die andere Hälfte der Mitglieder verteilt sich in etwa gleichmäßig auf die Landkreise Bamberg, Bayreuth und darüber hinaus. Ein Viertel der Mitglieder sind Frauen.