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Forchheim
Fasching

Die betagten Wände des Forchheimer "Kronengartens" wackelten

"Forchheim Helau" - der Frauenbundfasching St. Martin erwies sich als ein Narrenkäfig im "Kronengarten".
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Der Kunde ist König im Pfarrbüro. Foto: Gerhard Hoch
Der Kunde ist König im Pfarrbüro. Foto: Gerhard Hoch
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Die doch betagten Wände des Forchheimer "Kronengartens" wackelten, als Marion Grimm und Ellen Kredel die Närrinnen im voll besetzten Saal begrüßten.

Der Moderator des Abends war Christopher Fleith von Radio Bamberg. Mit viel Witz und Insiderwissen als Vorsitzender des Pfarrgemeinderats von St. Martin führte er durch das Programm. Zum Start konnte er die Anwesenden beruhigen, dass die nächtliche Ruhestörung durch Hubschrauberlärm nichts mit dem Bankeinbruch zu tun hatte. Vielmehr musste ein bekannter Chor eingeflogen werden, sonst wäre das Aufsehen in der Bevölkerung zu groß gewesen, wenn man es am Tag hätte machen müssen.

Genau dieser Chor eröffnete das Programm mit seinem Lied "Forchheim Helau - wir feiern wie Sau", begleitet von Michael Kredel am Akkordeon. Der nächste Programmpunkt brachte das Generationenverhalten auf den Punkt. Das Männerballett Kersbach brachte den Saal zum Überkochen. Die Überraschung, dass man sich eine Alexa zugelegt hatte, spornte das Ballett zu tänzerischen und akrobatischen Hochleistungen an. Ein Likörchen für das Frauen-Bundes-Chörchen brachten dann die weit gereisten Künstler zu Gehör. Ein typisches Gespräch im Wartezimmer des Arztes machte den Besuch bei demselben überflüssig. Zwei Damen hatten beim Kaffeeklatsch so ihre Verständigungsprobleme. Am Ende ließen sie die Gastgeberin verzweifeln.

Dass der Kunde auch in der Kirche und hier besonders im Pfarrbüro König ist, konnte man dann erfahren. Der Papst hatte extra einen Kardinal nach Forchheim gesandt, um sich das Ganze anzusehen. Kirche der Zukunft schaut so aus, dass man sich Pakete buchen kann. Das volle Pfarrbüro wurde zunächst von der Pfarrsekretärin zum Schlachtruf "Gebt mir ein J - E - S - U - S" aufgerufen. In den Einzelberatungen konnte man dann den Standard buchen. Dieser ist Predigt und Vaterunser. Alles andere muss man dazubuchen. Besonders empfohlen wurde das All-inclusive-Paket mit Kommunion, Beichte einschließlich Firmung bis hin zur Beerdigung. Ehemann Franz (Marion Grimm) hatte mit einer Frau (Karin Streit) nach einer kurzen Nacht und einem "kleinen" Rausch einiges zu klären. Er fragte sich, warum er denn Blasen auf der Zunge habe. Die Ehefrau konnte es erklären: Er hatte die heiße Wärmflasche zum Wohle aller Witwen und Waisen auf ex ausgetrunken. Auch die Erklärung zum blauen Auge konnte sie ihm geben. Sie hatte mit Bohnen nach ihm geworfen, was eigentlich keine Verletzung nach sich ziehen dürfte, aber wenn die in der Dose sind, schon. Der absolute Höhepunkt war der Besuch des "hl. Vaters". Denn die Aussagen seines Gesandten waren ihm zu wenig. Er kam aus Amerika direkt nach Forchheim.

Ein weiterer Stimmungshöhepunkt war das von Ellen Kredel gekonnt mit Mimik und Gesang vorgetragene Wäschelied. Der Refrain "Geh lass dei Wäsch a, sonst wärn mer alle blind ..." wurde sofort vom Publikum angenommen.

Ein hervorragend gestalteter Weiberfasching, welcher vom Team des Katholischen Deutschen Frauen-Bundes (KDFB) St. Martin mit viel Mühe und Aufwand geplant, organisiert und durchgeführt wurde, wird noch lange in Erinnerung bleiben.

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