Forchheim
Landschaftspflege

Deswegen wurden die Bäume an der B470 bei Forchheim gekappt

An der B470 zwischen Pilatusring und Wimmelbach wurden auffällig viele Pappeln gekürzt. Der Baumschnitt hat aber einen sinnvollen Hintergrund.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Sauweiher bei Forchheim soll wieder schön gemacht werden. Foto: Ronald Heck
Der Sauweiher bei Forchheim soll wieder schön gemacht werden. Foto: Ronald Heck

Wer vom Kreisverkehr am Hausener Pilatusring in Richtung Wimmelbach fährt, dem fällt die gestutzte Baumgruppe sofort ins Auge: Rund 500 Meter nach dem Kreisel ragen links unterhalb der B 470 mehrere Dutzend zugeschnittene Bäume in den Himmel. Neben den kahlen Hölzern graben Bagger dort zudem die Erde um. Was passiert an dem Waldstück, das die Leute in der Region als "Sauweiher" kennen?

"Der Weiher ist verlandet und wir werden ihn wieder herrichten", verrät Wolfgang Böttinger, der beim Staatlichen Bauamt Bamberg für Landschaftspflege zuständig ist. Verlandung bedeutet, dass das Gewässer nach und nach mit Pflanzen zugewachsen ist.

Auf fünf Meter gekürzt

Um das Waldstück samt dem Gewässer wieder zu beleben, haben Bauamts-Mitarbeiter die dort stehenden Pappeln auf einer Höhe von rund fünf Metern nun konsequent gekappt. Die Papeln wurden vor Jahren dort gepflanzt, nun soll der Weiher wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück versetzt werden.

Der Baumschnitt der Pappeln habe mehrere Vorteile: Erstens kommt dadurch mehr Licht an die Eichen, Weiden und Pflanzen rund um den Weiher. Zweitens bietet das stehen gelassene Totholz Lebensraum für Insekten und anderes Getier.

Ausgleich zu Straßenarbeiten

Der verlandete Weiher wird zudem ausgebaggert und wieder instand gesetzt. Das zwischengelagerte Material soll bald abtransportiert werden. Die Renaturierung des Weihers bei Forchheim ist eine Maßnahme zum Ausgleich von Straßenbauarbeiten bei Hemhofen, erklärt Böttinger vom Staatlichen Bauamt Bamberg. "Jetzt sieht es dort noch etwas wild aus, aber wir werden das natürliche Biotop am Sauweiher wieder herstellen", betont der Landschaftspfleger.

Infobox: Ausgleichsflächen für Eingriffe in die Umwelt

Gesetz Wenn beispielsweise durch Straßen-, Leitungsbau oder Baugebieten die Natur und die Landschaft beeinträchtigt wird, sind gesetzlich Ausgleichsmaßnahmen vorgeschrieben.

Ökoflächen Das bedeutet, dass der Bauherr auf anderen Flächen landschaftspflegerische und der Natur dienliche Maßnahmen durchführen müssen, um dort die ökologische Qualität deutlich zu steigern.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren