Gaiganz
Wegerecht

Der Streit um die Bergfuhre bleibt ungelöst

Manfred Kotz hat seine Klage vor dem Verwaltungsgericht zurückgezogen, obwohl er sich weiterhin benachteiligt fühlt.
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Manfred Kotz wird sich an der Bergfuhre auch künftig nasse Füße holen. Die Gemeinde jedenfalls wird den Weg auf der Gaiganzer Fluhr nicht herrichten.  Foto: Matthias Hoch
Manfred Kotz wird sich an der Bergfuhre auch künftig nasse Füße holen. Die Gemeinde jedenfalls wird den Weg auf der Gaiganzer Fluhr nicht herrichten. Foto: Matthias Hoch
Manfred Kotz rettet sich in Sarkasmus: "Das ist schon super in Deutschland. Da legt dir jemand einen Graben quer über die Straße - und du musst damit leben." Drei Jahre hat der 51-Jährige aus dem Effeltricher Ortsteil Gaiganz darum gekämpft, dass das Hangwasser an der sogenannten Bergfuhre in einem verrohrten Graben abgeleitet wird - und nicht quer über den Weg in sein Waldgrundstück.

Angeblich hat der Anlieger Hans Weisel den Lauf des Wassers immer wieder so verändert, dass Kotz beim Holzmachen im Matsch steht. Mit dem Anlieger konnte sich Manfred Kotz nicht einigen; denn Weisel ist der Auffassung, dass das Wasser "zeitlebens so gelaufen ist". Und dass es nicht sinnvoll sei, das Oberflächenwasser entlang der Bergfuhre abzuleiten, weil sonst die Gräben und der Weg zerstört würden.

Auch die Gemeinde Effeltrich ist seit Jahren nicht bereit, den Weg in der Gemarkung Gaiganz herzurichten.
Wie Andreas Reißner (in der Verwaltung für Bauangelegenheiten zuständig) sagt, sei "die Gemeinde in diesem Fall als Straßenbaubehörde, aber nicht als Eigentümer zuständig." Die Baulast müssten demnach jene Eigentümer tragen, deren Grundstücke über den Weg bewirtschaftet werden.

Geröll bleibt

Weil Manfred Kotz diesen Hinweis lange nicht eindeutig fand, beschloss er, vor das Verwaltungsgericht nach Bayreuth zu ziehen. Er hoffte, der Richter würde die Gemeinde verpflichten, dass das Oberflächenwasser nicht mehr in sein Waldgrundstück gelenkt wird - und dass das "eingeschwemmte Geröll" aus seinem Grundstück entfernt wird.

Vergangene Woche hätte der Fall in Bayreuth verhandelt werden sollen. Doch Manfred Kotz zog die Klage im letzten Moment zurück. "Meine Anwältin hat gesagt, dass wir keine Chance haben." Der heikle Punkt war das Wegerecht. In Schuss halten müssten den Weg die Anlieger, auch wenn die Gemeinde die Besitzerin sei. "Die Gemeinde hätte das schon früher ein bisschen deutlicher aussprechen können", kritisiert Manfred Kotz: "Drei Jahre sind vergangen - und ich stehe mit nichts da."

Dennoch hofft der 51-Jährige weiter, dass das Hangwasser nicht für alle Zeit in sein Waldgrundstück laufen wird. "Ich rede mit der neuen Bürgermeisterin." Vielleicht könne sie ihm behilflich sein, auf die sechs Anlieger einzuwirken. Sollten die Anlieger zustimmen, kann der Weg doch noch hergerichtet werden.
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