Wiesenttal
Marktgemeinderat

Der Markt Wiesenttal will die Ortskerne beleben

Um die Sanierung des Schulhauses in Birkenreuth ging es im Marktgemeinderat Wiesenttal - und um weitere Gebäude, mit denen Orte belebt werden können.
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Das alte Schulhaus in Birkenreuth Foto: Pauline Lindner
Das alte Schulhaus in Birkenreuth Foto: Pauline Lindner
Die Ertüchtigung des alten Schulhauses in Birkenreuth zu einem Gebäude für die Dorfgemeinschaft schreitet voran. Die Arbeiten am Dach und Flaschnerarbeiten sind bereits gemacht. Es stehen noch aus die Arbeiten für eine Rampe am Eingang und eine barrierefreie Toiletten sowie einige Trockenbauaufgaben im Inneren. Das teilte Bürgermeister Helmut Taut (FW) dem Marktgemeinderat mit.

Das Vorhaben der Revitalisierung wird durch Fördermittel nach dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) unterstützt. Kürzlich nahm Taut an mehreren Fachgesprächen teil und bringt eine gute Nachricht mit: Wiesenttal darf weiterbauen, bis die zugesagten KIP-Fördermittel aufgebraucht sind. Die dann noch offenen Arbeiten können für ein neues Förderprogramm "Innen statt außen" (ISA) angemeldet werden.

Dieses Umsatteln ergibt sich daraus, dass die KIP-Fördermittel auf eine Bausumme von 450.000 Euro gedeckelt sind, der barrierefreie Umbau aber auf rund 600.000 Euro kommt. Bei ISA liegt die Förderhöhe bei 80 Prozent respektive 85, wenn die anmeldende Gemeinde an einem ILE-Prozess (integrierte ländliche Entwicklung) teilnimmt.


Belebung der Ortskerne

Ziel der Förderung nach ISA ist die Belebung von Ortskernen und die Flächenentsiegelung. Taut und der Rat sehen im Gemeindegebiet mehrere Punkte und Objekte, mit denen diese Ziele verwirklicht werden können. Da das Förderprogramm auch den Kauf von baufälligen Gebäuden durch die Kommunen erlaubt, käme - ebenfalls in Birkenreuth - das ehemalige Gasthaus "zur Linde" dafür in Betracht. Es bildete einst den Dorfmittelpunkt, ist aber längst außer Betrieb. Taut kann sich vorstellen, den Gebäudekomplex zum Abriss zu erwerben und an dieser Stelle einen grünen Dorfmittelpunkt zu schaffen.


Haus unter Denkmalschutz

In der Diskussion kam auch noch ein Haus in Muggendorf ins Gespräch, das unter Denkmalschutz steht, aber so ruinös ist, dass dieser Schutz aufgehoben wurde. Und weiter gibt es das Vereinshaus in Engelhardsberg, das dringend einer energetischen Sanierung bedarf. Das Thema will der Rat in den nächsten Sitzungen weiterverfolgen. Im September kommt deshalb ein Fachreferent vom Amt für ländliche Entwicklung in die Sitzung. Alle Ratsmitglieder werden sich bis dorthin in den Ortsteilen umschauen, wo es Leerstände oder baufällige Gebäude gibt.


Kernwegenetz

Auch das Thema Kernwegenetz soll eingebracht werden. Dabei handelt es sich um Feld- und Flurwege, die im Falle der Sperrungen von Ortsstraßen als Umgehungen eingesetzt werden können.
Da ISA eine Meldefrist bis 16. Juli hat, obwohl das Programm erst am 15. Juni aufgelegt wurde, riet Taut dem Ratsgremium: "Wir bewerben uns; damit haben wir noch keinen Cent ausgegeben." Einstimmig folgte es seinem Argument.


Abwasser in Neudorf

Eine gute Nachricht gibt es bei der Abwasserentsorgung in Neudorf. Die Kanäle müssen nicht so tief verlegt werden wie bisher gedacht. Das führt zusammen mit der erlaubten Verkleinerung des Versickerungsbeckens zu einer ordentlichen Ersparnis an Baukosten. Allerdings muss dafür die wasserrechtliche Erlaubnis abgeändert werden.


Schutzhütte im Langen Tal

Wiesenttal beantragt beim Forst den Bau einer Schutzhütte oder eines Rastplatzes in der Nähe des Naturdenkmals Schwingbogen im Langen Tal. "Wir bekommen etwas Schönes aus Akazienrundholz", versicherte Taut.


Versammlung in Niederfellendorf

In Niederfellendorf wird alsbald eine Bürgerversammlung abgehalten werden, um mit den Anwohnern das neue Baugebiet "Wirtsäcker II" zu besprechen. Die Planer sollen mit dabei sein, um weitere Informationen zu geben. Für Riesenirritationen, so Konrad Rosenzweig (CSU) und Gerhard Kraus (BGS), habe ein Gerücht gesorgt, dass dort eine Seniorenwohnanlage entstehen soll. Für sie gebe es objektiv keinen Bedarf, sagte Taut mit Blick auf die zwei im Gemeindegebiet vorhandenen Senioreneinrichtungen. Für sinnvoll hält er es, Wohnungen für junge Familien zu bauen. Dabei denkt er an zwei Mehrfamilienhäuser am Rande und ansonsten an Einfamilienhäuser.

Nicht erbaut war er darüber, dass Mitglieder der Bürgerinitiative bei Ebermannstadts Bürgermeisterin waren, mit der Bitte, dem Wiesenttaler Vorhaben nicht zuzustimmen. "Ich bleibe fair, aber das ist keine faire Zusammenarbeit", wandte er sich an die Bürgerinitiative.
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