Christof Goger unterbricht mit wild wedelnden Armen den Chorgesang. "Das "Hallelujah" hört sich ja viel zu fränkisch an", kritisiert er. Und singt es auch gleich richtig vor.

Goger, der Chorleiter im Gesangverein Hausen ist, hat eine genaue Vorstellung, wie es später einmal klingen soll. Schon beim zweiten Versuch klappt es dann. Von dem fränkischen Einschlag ist jedenfalls nichts mehr zu hören. "Schon besser", nickt der Chorleiter aus Fürth zufrieden. Jetzt kann die wöchentliche Singstunde in der Mittelschule Hausen weitergehen.

Der Gemischte Chor des Vereins probt für den Ostergottesdienst einige Kirchenlieder. Klerikale Klänge sind aber nicht die Regel, denn ein Gemischter Chor ist nicht zwangsläufig mit einem Kirchenchor gleichzusetzen. Das Programm dagegen, das der Hausener Gesangverein immer wieder auf die Beine stellt, ist vielfältig und abwechslungsreich. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Eine Herausforderung für Sänger, die des Englischen nicht - oder nur mehr schlecht als recht - mächtig sind, stellen immer wieder englischsprachige Musicals oder Gospels dar. Darüber hinaus wird auch ab und an auf spanisches Liedgut zurückgegriffen. Aber kein Problem: Die Hausener Chormitglieder helfen sich gegenseitig mit provisorischen Lautschriften - die über den fremdsprachigen Liedtext gekritzelt werden - auf die Sprünge. Und schließlich klingt es am Ende immer, wie es klingen soll. "Wir haben einen guten Anspruch und achten darauf, dass es nicht langweilig wird", meint Goger.


Für jeden ist etwas dabei



Im Gesangverein Hausen findet jeder Interessent sein musikalisches Zuhause. Das liegt an dem vielfältigen Angebot, das die Bedürfnisse von erfahrenen Sängern und Anfängern jeden Alters berücksichtigt.

Doch egal, wofür man sich entscheidet: Einzelkämpfer sind in keinem Chor wünschenswert. Jeder, der im Chor singt, muss mit anderen Menschen in Kontakt treten und sich mit ihnen beschäftigen. Soziale Kompetenz ist sehr wichtig. "Beim Singen lernt man, auf den anderen zu hören", verrät Chorleiter Christof Goger. Das gilt auch in besonderer Weise für die Arbeit mit Kindern.

Die musikalische Späterziehung ist ein Konzept, das der Gesangverein neben seinem gemischten Chor speziell Erwachsenen anbietet. Wer sich bisher nicht singen getraut hat, kann hier Singen, Rhythmik, Harmonie- und Notenlehre lernen. "Nicht Perfektion oder Leistung stehen im Vordergrund, sondern das spielerische Miteinander," beschreibt Gabriela Frank die Lernatmosphäre.

Für alle, die es anspruchsvoll mögen, hat Christof Goger vor zwei Jahren den Kammerchor "Chorioso" mitbegründet. "Wir haben versucht, ein weit gefächertes Programm auf die Beine zu stellen", so Goger. Das Ensemble ist für Sänger, die Neues und Ungewöhnliches ausprobieren wollen. Und nicht vor anspruchsvollerer Chorliteratur zurückschrecken. Trotzdem sei Chorioso keine "Spezialtruppe", betont Goger.