Ebermannstadt
Ländliche Entwicklung

Der Blick über den Tellerrand

In Ebermannstadt fand erstmals eine interkommunale Gemeinderatssitzung mit den Vertretern von zwölf Kommunen statt.
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Luftballons statt Kirchtürme - jede Gemeinde hatte ihren eigenen Tisch in der Halle. Foto: Carmen Schwind
Luftballons statt Kirchtürme - jede Gemeinde hatte ihren eigenen Tisch in der Halle. Foto: Carmen Schwind
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"Was haben Kirchturm und Tellerrand gemeinsam", fragte Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) am vergangenen Mittwoch bei der Auftaktveranstaltung der ILE "Fränkische Schweiz Aktiv" in die Runde. Und sie beantwortete auch gleich ihre Frage: "Beide dürfen nicht unser Denken und unsere Visionen einschränken." Man müsse über den Tellerrand schauen und es sich nicht im Kirchturmdenken bequem machen. "Das sind Kernelemente der Integrierten Ländlichen Entwicklung, kurz ILE", trug Christiane Meyer vor.

Nach ihrer Begrüßung eröffnete sie die erste Interkommunale Gemeinderatssitzung der an der ILE beteiligten Gemeinden: Ebermannstadt, Gößweinstein, Kirchehrenbach, Kunreuth, Leutenbach, Pinzberg, Pretzfeld, Unterleinleiter, Waischenfeld, Weilersbach, Wiesenthau und Wiesenttal.


Mehr Teilnehmer gewünscht

Der stellvertretende Landrat Otto Siebenhaar scherzte in seiner Ansprache, dass er noch nie so viele Stadt- und Gemeinderäte auf einmal gesehen habe. Allerdings habe er sich gewünscht, dass einige mehr gekommen wären, denn das Thema sei ein wichtiges. "Das liegt uns allen am Herzen, dass etwas getan wird für unsere Heimat, die Fränkische Schweiz", sagte Siebenhaar. Er ging davon aus, dass es viele und gute Anregungen geben werde.

Allerdings gab er zu bedenken, dass manche aus politischen oder finanziellen Gründen nicht umsetzbar sein werden. Als Beispiel nannte Otto Siebenhaar den Flächenverbrauch. Hier müssten Nachbargemeinden darauf verzichten, neues Bauland auszuweisen, damit Gemeinden ihre Baulücken füllen könnten. Oder das Thema einer übergreifenden Verwaltung anhand der Gemeinde Pretzfeld: Hier gab es die Überlegung, Standesämter zusammenzuführen.

Nach den Begrüßungen forderten die Geschäftsführer der beiden beauftragten Büros, Architekt Joachim Perleth vom Ingenieurbüro Perleth und Landschaftsarchitekt Thomas Wirth vom Büro "arc.grün", die Anwesenden auf, die Stärken ihrer eigenen Kommune und deren Probleme aufzuschreiben. Zudem sollten die Räte mögliche Startprojekte für die eigene Kommune, aber auch für die Allianz überlegen. Außerdem sollte angegeben werden, welche besondere Stärke die eigene Gemeinde im Rahmen der Gemeinschaft in welchem Bereich hat.

Die nach Gemeinden getrennt sitzenden Räte sammelten Infos und hängten diese an die Moderationswand ihrer Gemeinde. Anschließend trug ein Vertreter die Ergebnisse kurz vor. Diese werden von den Büros zusammengefasst und im Herbst präsentiert. Nach Interviews mit den Bürgermeistern im Vorfeld hatten die Büros die Schwerpunkte Zukunft der Vereine, Jugend- und Seniorenpolitik, Tourismus, Bauland, Nahverkehr, Landwirtschaft und Naturschutz erarbeitet, die auch in dieser Befragung thematisiert wurden.
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